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Weight Watchers revisited

Viele wissen es vielleicht gar nicht, aber ich habe ja eine Zeit lang ziemlich intensiv Weight Watchers betrieben. Am gestrigen Montag habe ich nach einer Pause von etwas über einem Jahr wieder damit angefangen. Ich hatte zuvor in etwas mehr als einem Jahr runde 18 Kilo abgenommen, was auch bitter nötig war. Mein eigentliches Ziel war damals, 30 Kilo zu verlieren. Nun verharrte ich also und legte eine Pause ein. Durch ein ausgefeiltes Sportprogramm hielt ich mein Gewicht zunächst locker. Da nun aber wieder drei Kilo drauf sind und ich das eigentliche Ziel endlich erreichen möchte, geht es nun wieder strenger zu. Und da kam die Frage bei Bekannten auf: Weight Watchers? Wie läuft das eigentlich. Dies wollte z.B. der kleine Phil mit dem kräftigen Knochenbau wissen. Und so schreibe ich nun etwas dazu.

Weight Watchers. Das hatte für mich immer etwas von Scientology. Ich stellte mir das immer so vor, dass dicke Frauen im Stile von Roseanne da hocken und sich gegenseitig bemitleiden, weil es keine Schokoriegel mehr gibt. Für mich war sofort klar, dass diese Treffen nichts für mich sind und so entschied ich mich für das Online-Programm von WW. Natürlich hätte ich auch einfach die Hälfte futtern können. Ich hätte Kalorienzählen können oder sonst was machen. Aber ich habe ja eine gewisse Affinität zu Computern und so gefiel mir der Gedanke, alles online einzutragen und zu analysieren. Und ich wollte auch keine Diät, nicht verzichten, mich nicht drangsalieren. Und so begann ich umzudenken. Man ermittelt zunächst anhand von Größe, Gewicht und Tätigkeit seinen persönlichen Punktebedarf. Der liegt bei mir bei 30 Punkten. Jedes Nahrungsmittel vom Glas Cola bis zum Guten-Morgen-Toast hat einen Punktwert. Und so schreibt man alles auf, was man in sich hineinstopft und macht möglichst am Ende des Tages eine Punktlandung auf dem persönlichen Punktwert. Eine Scheibe Brot – 2 Punkte. Ein Teelöffel Nutella – 0,5 Punkte. Eine Tasse Milch – 2 Punkte. Hamburger bei Burker King (der Kleine, nix Doppel-Whopper) – 6 Punkte.

Das geschulte Auge erkennt sofort: Das ist Ernährungslehre für Dummies. Eigentlich könnte man das mit gesundem Menschenverstand auch selbst erkennen. Man muss kein Ernährungswissenschaftler sein, um zu realisieren, dass ein Burger schlechter als Nudeln mit Tomatensauce ist. Aber das muss man eben auch mal irgendwann gelernt haben, verinnerlichen, danach leben und das auch in seinen Tagesablauf rein bekommen. So gebe ich Geld dafür aus und dann mache ich das auch. Ich sitze den ganzen Tag am Rechner und bin somit unweigerlich daran erinnert, eben jede Speise dort haarklein einzutragen und mich dann auch sofort zu hinterfragen. Manchmal braucht man so einen kleinen Arschtritt. Und wenn man sich daran hält, dann funktioniert das eben auch und man bekommt alles, was nötig ist. Man nimmt ausgewogene Mahlzeiten zu sich, überlegt vorher ein wenig, was man denn mal zu Essen machen könnte und genießt auch wieder ein Stück mehr. Und das Beste: Ich verzichte auf gar nichts. Wenn ich Lust auf Schokolade habe, dann esse ich eben welche. Wenn ich meine, ich müsste mal zu McDonald’s fahren, dann tue ich das eben. Aber ich habe für mich erkannt, dass ich eine kleine Unterstützung brauche, um nicht in alte Laster und Gewohnheiten zu verfallen. Und um Phils Frage zu beantworten: Der Gartensalat von McDonald’s hat schlanke 0 Punkte, da kannst du also bedenkenlos reinhauen. Die Frage ist dann eben, was für ein Dressing drauf kommt.

Und was bringt’s mir aktuell? Schon nach zwei Tagen fühle ich mich ein Stück wohler, einfach das gute Gefühl, etwas Gutes für sich selbst getan zu haben. Parallel habe ich auch wieder das Joggen angefangen, was zunächst zwar schwer fällt, aber auch irgendwie bei dem tollen Wetter viel Spaß macht. Es ist mal wieder ein langer Weg, aber auch der längste Weg hat mal ein Ende.

6 Kommentare zu “Weight Watchers revisited

  1. Wäre es also auch weiterhin erlaubt -gemessen an deinem Bedarf- 5 Hamburger an einem Tag bzw. jeden Tag zu essen, wenn man parallel nur Wasser trinkt und sonst nix isst?

  2. Das wäre ein Fall von „Das Kleingedruckte nicht gelesen“. Man soll ja auch täglich 5 Portionen Obst und/oder Gemüse sowie zwei Milchspeisen zu sich nehmen. Und man braucht die Punktzahl auch nicht jeden Tag einhalten. Ich schau z.B., dass es auf die Woche gesehen hinkommt. So kann man mal locker einen Abend schlemmen gehen und tritt einen anderen Tag dann eben kürzer.

  3. Cool, dass Du wieder angefangen hast 🙂
    Ich mache auch seit fast 3 Monaten wieder WW: Zwar ohne Gruppentreffen oder offizielle Anleitung, die kann ich mir nämlich momentan nicht leisten, aber ich hab nen Enkaufs- und nen Restaurantführer und jetzt in den knapp 3 Monaten schon 11 Kilo runter 🙂

  4. Zwei Milchspeisen am Tag sind zwingend vorgeschrieben? In Kombination mit Lactose-Intoleranz bringt das garantiert super Ergebnisse! *hüstel*

  5. Zwingend vorgeschrieben sicher nicht. Was man nicht verträgt lässt man natürlich weg. Ich muss bei Milch aufgrund einer Vorerkrankung auch aufpassen. Aber so’n Joghurt geht bei mir.

  6. Ich war damals bei den Gruppentreffen und habe dicke Frauen erwartet, um so erstaunter war ich, als da auch jede Menge dünne saßen und ich mich ärgerlich fragte, was zum Teufel die hier wollen. „Erhaltungsphase“ eben …

    An den Treffen mochte ich nicht dieses ewig Gleiche, wenn auch in netter Runde, aber langweilig, und dann so viel alberne Frauen und drumherum und immer Wiederholung der Grundregeln … ich kam mir manchmal vor, wie ein kleines dummes Schulkind.
    Ich hab’s ein halbes Jahr mitgemacht, nun mach ich ohne Treffen weiter, klappt auch gut. Man ist so stolz, nicht? Es ist ein tolles Gefühl. Ich hätte anfangs nicht gedacht, daß es tatsächlich was bringt (zumal ich mehr esse als vorher).
    Dieses Punktesystem finde ich großartig, auch, wenn ein Großteil meiner Tage aus Zählerei besteht – noch nervt es mich nicht, und irgendwann muß ich nicht mehr zählen, dann reicht vernünftiges Essen und so.

    Viel Glück weiterhin!!

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