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Tsotsi

Tsotsi

Ich war mir ziemlich sicher, dass Sophie Scholl bei der diesjährigen Oscarverleihung leer ausgehen würde. Ich hatte Paradise Now als sicheren Sieger gesehen und hatte Tsotsi weniger auf der Rechnung. Nachdem ich den Film nun gesehen habe, würde ich meine Wahl von damals heute anders fällen.

Tsotsi (Presley Chweneyagae) lebt in einer kleinen Bruchbude in einer Siedlung in der Nähe von Johannesburg. Tsotsi ist knallhart, für ein paar Dollar würde er über Leichen gehen. Zusammen mit seinen Kumpels Boston (Mothusi Magano), Butcher (Zenzo Ngqobe) und Aap (Kenneth Nkosi) ersticht er in er U-Bahn einen Geschäftsmann um seine Brieftasche zu klauen. Bei der Siegesfeier in einer Bahn kommt es zum Disput mit Boston und Tsotsi schlägt seinen Freund brutal zusammen, weil er intelligent Tsotsis Handeln hinterfragt. Tsotsi begibt sich allein auf Beutezug, schießt eine Frau (Nambitha Mpumlwana) nieder und klaut ihr Auto. Auf dem Rücksitz befindet sich jedoch noch das Kind. Als Tsotsi dieses bemerkt beginnt er, sich um das Baby zu kümmern. Mit Waffengewalt zwingt er eine Frau (Terry Pheto) aus der Nachbarschaft dazu, das Baby zu stillen.

Tsotsi ist mehr als ein guter Film

Tsotsi erzählt die Geschichte eines jungen Mannes, der voller Zorn ist. Er trägt Zorn in sich, da er seine Mutter früh durch Aids verlor und dann davonlief vor seinem alkoholkranken, schlagenden Vater. Seine Auge strahlen eine brutale Härte und Entschlossenheit aus. Und dieser brutale Killer, der gnadenlos über Leichen geht, bringt es dann nicht fertig, das zufällig auf dem Rücksitz auftauchende Baby zu töten. Er sieht den ängstlichen Blick des Kindes und erinnert sich an sich selbst zurück. Und in diesem Moment setzt ein Umdenken ein. Tsotsi ist nicht von einem Moment auf den anderen ein guter Mensch. Er hört nur für den Moment auf, böse zu sein.

In einer Szene trifft Tsotsi einen Penner im Rollstuhl. Tsotsi fragt ihn irritiert, warum er sich so ein Leben überhaupt antut. Auch hier gibt es eine Parallele zu seiner Kindheit, die erst später klar wird. Eine weitere wichtige Rolle ist die stillende Mutter im Film. Sie ist der ruhige Gegenpart zu Tsotsi, was übrigens so viel wie Gangster heißt. Sie ist keine Heldin, sondern versucht lediglich beruhigend auf Tsotsi einzureden, um sich, ihre Familie aber auch das Baby zu schützen. Sie zwingt Tsotsi zu nichts, weist ihm aber den richtigen Weg und findet mir ihrer ruhigen, liebevollen Art dann auch Gehört

Tsotsi ist ein sehr emotionaler Film, der völlig unverbrauchte Gesichter zu bieten hat und eine fesselnde, glaubwürdige und nicht übertriebene Wandlung. Tsotsi ist mehr als ein guter Film, da am Ende es eben nicht so kommt, wie es viele vielleicht erwarten. Für mich eine große Überraschung im Kinojahr 2006.

Fazit: Bewegendes Drama mit einer emotionalen Botschaft über Anstand und Hoffnung ohne unnötigen Pathos.

Rating:

★★★★★★★★☆☆

Ein Kommentar zu “Tsotsi

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