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Dreamer

Dreamer

Dreamer wird sein Publikum in zwei Hälften teilen. Die einen werden den Film als schmalzigen Kitsch verdammen, die anderen werden ihn lieben. Die Story an sich ist so alt, das sie eigentlich niemanden überraschen kann. Der tragische Fall eines aufstrebenden Helden, der am Ende strahlend wie Phoenix aus der Asche kommt. In gewisser Weise ähnelt Dreamer Seabiscuit, ohne aber ganz an dessen Klasse zu kommen.

Sonya ist eine aufstrebende Stute und hat das Zeug zum großen Champion. Eines Tages nimmt Sonya mit einer Verletzung entgegen dem Rat des Trainers Ben Crane (Kurt Russell) auf Druck des Besitzers (David Morse) an einem Rennen teil und bricht sich das Röhrbein, normalerweise ein sicheres Todesurteil. Da aber erstmals Cranes Tocher Cale (Dakota Fanning) mit dabei ist, weigert sich Crane das Tier einzuschläfern und nimmt es stattdessen mit nach Hause zusammen mit seiner Kündigung. Seine Hoffnung ist es Nachwuchs zu züchten und diesen dank der guten Abstammung des Pferdes für viel Geld zu verkaufen. Das Pferd ist jedoch unfruchtbar und somit steht Crane kurz vor der Pleite. Durch einen Zufall ermutigt wagen die Cranes ein Comeback mit Sonya auf der Rennpiste. Und als geeignetes Rennen erachtet die kleine Cale den ehrwürdigen Breeder’s Cup. Die große Chance für Sonya.

Klar, schon beim Lesen der Inhaltsbeschreibung ist völlig klar, wie der Film ausgehen wird, aber das ist nicht weiter tragisch. Es geht ja nicht um einen spannenden Thriller sondern einen familientauglichen Film, der einfach nur gut unterhalten will und dies auch schafft. Inspired by a true story verspricht das Kinoplakat. Wenn man sich ein wenig schlau liest findet man tatsächlich ein Pferd namens Mariahs Storm, dass 1996 nach einem Beinbruch den Breeder’s Cup gewonnen hat. Das waren dann aber auch alle Übereinstimmungen mit der Realität, der Rest ist pure Fiktion.

Sehr süß eben

Sicherlich gibt es thematisch sehr viele ähnliche Filme, aber Dreamer überzeugt durch einen erstklassigen Cast, allen voran die kleine Dakota Fanning. Bis auf die Tatsache, dass sie oft schon zu erwachsen wirkt ist das wieder eine ganz hervorragende Leistung, die angesichts des doch recht eindimensionalen Charakters gar nicht so leicht zu bewerkstelligen gewesen sein muss. Ich war überrascht, dass sie im Film ihre Gesprächspartner nicht nur durch weinerliche Augen überzeugt, sondern einfach gute Argumente für ihre Postion hat. Neben ihr sehen wir einen knautschigen Kris Kristoffersen als grantigen aber doch irgendwie herzlichen Großvater Pop und Kurt Russel darf einmal mehr den guten Vater mit den typischen Fehlern spielen. Etwas zu kurz kam für meinen Geschmack die zauberhafte Elisabeth Shue, die immer nur am Rand mal auftaucht und mehr hinter dem Herd steht als wirklich etwas sinniges beizutragen hat. Den fiesen skrupellosen Gegenpart übernimmt David Morse, der hierfür bestens geeignet ist.

Und ja, irgendwie geht es auch um Pferde, aber man muss kein Wendy-Abonnent sein, um Spaß mit dem Film zu haben. Die Rennszenen sind packend inszeniert, beim entscheidenden Sturz reißt es einen quasi aus dem Sitz. Dreamer ist nicht nur das Black-Beauty-Pendant für das Mädchen von Heute sondern auch ein emotionaler Film über Familie, Träume und Wünsche. Und mal ehrlich, wenn die kleine Cale in einen Raum mit lauter Geschäftsleuten auftaucht und clever anfängt zu verhandeln, dann ist das vielleicht nicht sehr realitischt, aber auf jeden Fall witzig. Und am Ende hat man dann wieder das Gefühl eine große Portion Zuckerwatte konsumiert zu haben. Sehr süß eben.

Fazit: Bezaubernder Film auf den Spuren von Seabiscuit.

Rating:

★★★★★★★☆☆☆

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