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The Inside Man

Inside Man

Regisseur Spike Lee bewegt sich mit Inside Man auf Abwegen. War er bisher eher für politisch motivierte Filme bekannt liefert er hier einen grandios besetzten Thriller ab, der bis auf ein paar wenige Schwächen von Anfang bis Ende ein großes Maß an Spannung aufbauen kann. Für mich einer der Überraschungen des bisherigen Kinojahres.

Inside Man erzählt die Geschichte eines perfekten Bankraubs unter der Führung von Dalton Russell (Clive Owen). Getarnt als Maler übernimmt er mit seinem Team eine New Yorker Bank und nimmt zahlreiche Geiseln. Diese zieht er genauso an wie die Bankräuber. Für die Polizei ist kein Unterschied zwischen Geisel und Bankräuber mehr zu erkennen. Die Kontaktaufnahme zu den Bankräubern nimmt Detective Keith Frazier (Denzel Washington) auf. Er erkennt schnell, dass es um mehr als einen normalen Banküberfall geht. Der Bankdirektor (Christopher Plummer) hat ein dunkles Geheimnis, das er versucht mit der ebenso schönen wie mysteriösen Madeline White (Jodie Foster) zu vertuschen. So kommt es zu einer brisanten, wortgewaltigen Dreierbeziehung.

Star des Filmes ist nicht der routiniert aufspielende Denzel Washington sondern der charismatische Brite Clive Owen. Auch wenn er die meiste Zeit unter einer Maske steckt beeindruckt er durch seine ausdrucksstarke Stimme. Überhaupt sind die Dialoge das Salz in der Suppe von Inside Man. Dabei ist es egal, wer von den drei Hauptdarstellern gerade miteinander redet. Washington und Owen hätte ich durchaus noch länger zuhören können. Dem Zuschauer wird es auch nicht gerade leicht gemacht, Partei zu ergreifen. Richtig böse ist Owen als Bankräuber nicht, Jodie Fosters Rolle kann man über den gesamten Film nicht richtig einordnen und auch Washingtons Charakter hat seine Fehler.

Inside Man ist spannend

Eigentlich ist das Thema von Inside Man ein altbekanntes, umso dankbarer muss man Spike Lee sein, dass am Ende doch etwas so unterhaltsames dabei herauskam. Inside Man ist spannend und lebt vor allem dadurch, dass man sehr lange mitfiebert, was denn die Truppe um Owen eigentlich vor hat. Relativ schnell ist einem klar, dass es nicht darum geht das Geld aus dem Tresor zu stehlen. Man wird unweigerlich selbst in die Rolle eines begleitenden Ermittlers gedrängt. Interessant auch die Erzählweise des Filmes. Es ist sehr früh klar, dass alle Gangster überleben, da zwischendurch immer Zeugenbefragungen eingespielt werden. Lee springt zwischen den Zeiten und wirft immer wieder die Frage auf, wie der Clou wohl genau abgelaufen ist. Spannung pur eben.

Aber es gibt auch ein paar echte Schwächen. Ganz konnte Lee die politischen Statements dann doch nicht lassen. Die Nebengeschichte um den Bankdirektor mit Nazivergangenheit und die vielen Anspielungen auf den heutigen Rassismus sind wirklich unnötig und passen auch nicht recht in den Film. Einige Fragen bleiben auch bis in den Abspann hinein ungeklärt. Wo hat der Gangster seine Informationen her? Wer genau ist eigentlich Miss White? Nicht wirklich tragisch, aber auf der ansonsten weißen Weste doch ein kleiner Schmutzfleck.

Fazit: Spannendes Katz-und-Maus-Spiel zwischen Polizei und sehr cleveren Ganstern, die den perfekten Bankraub durchziehen.

Rating:

★★★★★★★☆☆☆

3 Kommentare zu “The Inside Man

  1. Ich war erst sehr skeptisch, weil ich den Trailer zu reißerisch fand. Ist der Fiilm in seiner erzählweise auch so reißerisch?

  2. Nein, toby, nicht wirklich. Habe den Film gestern gesehen. Ist perfektes Unterhaltungskino und so ein bisschen im Stile von Oceans Eleven (ganz grob).

  3. Fand den Film auch recht gut, obwohl ich nach dem temporeichen Trailer eher einen Actionfilm erwartet hatte. Aber das ist Inside Man nicht. Der Film hat mir an und für sich gefallen, obwohl die ganze Auflösung jetzt nicht unbedingt die super-duper-Hastenochnichtgesehen-Überraschung war.

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