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The Big White

The Big White

The Big White wandelt auf den Spuren des Klassikers Fargo, ohne aber niemans die Klasse des Streifens der Coen-Brüder zu erreichen. Auch in Big White versucht ein Mann in einer verschneiten Stadt durch kriminelle Handlungen zu Geld zu kommen. Dabei stehen ihm Pech, sonderbare Typen und ein sehr umtriebiger Ermittler im Weg. Dazu kommt dann noch eine große Portion schwarzen Humor und viel Sympathie für die ganzen skurrilen Charaktere.

Paul Barnell (Robin Williams) hat ein kleines Reisebüro. Seine Frau Margaret (Holly Hunter) leidet am Tourette-Syndrom. Die Krankenversicherung des Ehepaares deckt genau diese Krankheit jedoch nicht ab. Paul braucht also dringend Geld. Als er zufällig eine Leiche findet, beschließt er diese als seinen lange verschwundenen Bruder (Woody Harrelson) auszugeben und das Geld von der Lebensversicherung zu kassieren. Doch genau in diesem Moment taucht der Bruder wieder auf und will ein großes Stück vom Kuchen haben. Dazu kommen dann noch die Gangster, die für die eigentliche Leiche verantwortlich sind und diese gerne wieder hätten. Als wäre dies nicht schon schlimm genug, ermittelt auch noch ein Agent des Versicherungskonzerns (Giovanni Ribisi).

Zwischen lauter “Fickbären” und “Mutterfickern” können selbst Leute wie ich noch viel Neues lernen

The Big White geizt nicht mit schwarzem Humor. Gleich zu Beginn geht es damit schon los, wenn Paul die Leiche findet, sie zunächst nur schwerlich in seinen Kühlschrank bekommt und dann entsprechend präpariert, um sie schwer identifizierbar zu machen. Das ist wirklich komisch, wenn man für diese Art ein Faible hat. Das ist auch genau die richtige Spielwiese für Robin Williams, der ja ein großer Entertainer und Spaßvogel ist und dabei hat er auch sichtlich Vergnügen. An seiner Seite gefiel mir Holly Hunter immer dann am besten, wenn sie ihre Anfälle bekommt und vulgäre Schimpftiraden unter die Leute wirft. Zwischen lauter “Fickbären” und “Mutterfickern” können selbst Leute wie ich noch viel Neues lernen.

In den weiteren Nebenrollen sehen wir weitere sehr merkwürdige Typen, die oft allein durch ihre Anwesenheit Komik verbreiten. The Big White ist ein kleiner, teilweise wirklich lustiger Film, der es aber sehr schwer haben wird. Eigentlich geht es in der Geschichte um einen treuen Mann, der aus Lieber zu seiner Frau alles tun würde. Für das Massenpublikum dürfte er dabei aber schlicht zu abgedreht und extrem sein. Bei Freunden von Indie- und Arthouse-Produktionen wird er es ebenfalls schwer haben, da es hier deutlich bessere Kost gibt. Abseits davon, mich hat er zeitweise sehr zum Lachen gebracht, aber dann gab es eben auch wieder Phasen, die eher langatmig waren. Eigentlich die Art Film, die man öfters direkt in den Videotheken findet. Nicht wirklich schlecht, aber auch nicht wirklich richtig gut.

Fazit: Gute besetzte Indiekomödie mit überraschend guter Besetzung.

Rating:

★★★★★☆☆☆☆☆

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