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Melancholie

Die Jahreszeit zeigt ihre hässlichste Fratze. Eine Mischung aus kleinen Schneeflocken und Regen fällt vom Himmel. Es ist bitterkalt, der Tag neigt sich dem Ende. Der Boden ist nass, die hastigen Schritte der anderen Passanten lassen eine Spur von Hektik aufkommen, die mich nicht berührt. Ich bin woanders. Weit weg. Ich stehe an einer Straße und verharre. Ich merke nicht, wie ich angerempelt werde. Alles um mich rum scheint sich mit Lichtgeschwindigkeit zu drehen. In meine Ohren dringen die sanften Töne von Ulrich Schnauss’ “…passing by”. Ich schließe die Augen. Eine Spur von Stille. Meine Gedanken gehen kurz an Bill Murray in Lost in Translation. So muss er sich da also gefühlt haben.

Ich öffne die Augen. Die Welt läuft wie ein Film an mir vorbei. Die Lichter der vorbeifahrenden Autos ziehen Spuren nach, wie auf den tollen Großstadtfotos, die ich so gern mag. Eigentlich sollte es laut sein, doch ich höre nur die Musik. Sonst nichts. Langsam bewege ich mich vorwärts. Die Welt wirkt unwirklich, wie in einem Musikvideo. Mir fliegen die Worte von Kirsten Dunst durch den Kopf, die sie in Elizabethtown sagt: “I want you to get into the deep beautiful melancholy of everything that’s happened.” Ich könnte Stunden so weitergehen. Ich würde nicht frieren und ich würde auch niemals ankommen. Wo wollte ich eigentlich hin? Ich weiß es nicht mehr.

2 Kommentare zu “Melancholie

  1. Musik kann eine wundervolle Wirkung haben…es fühlt sich an wie nicht von dieser Welt, wenn man den Blick auf die unruhigen Massen geheftet durch die Stadt „schwebt“…abwesend in seiner eigenen Welt!

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