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The Weather Man

The Weather Man

Mit mehr als einem halben Jahr Verspätung kommt The Weather Man nun doch noch in die deutschen Kinos. The Weather Man ist einer dieser Filme abseits aller Hollywood-Konvention und mutet eher wie ein Independent-Teilnehmer eines kleinen Festivals an. Dabei steckt ein dickes Studio und mit Nicolas Cage und Michael Caine großes Hollywood dahinter.

David Spritz (Nicolas Cage) ist der Wettermann bei einem kleinen TV-Sender in Chicago. Das ist kein leichter Job, wie David leidvoll jeden Tag erleben muss, die Leute mögen ihn zum Teil einfach nicht. Viel schlimmer läuft aber sein Privatleben. Er leidet noch immer unter der Trennung von seiner Frau Noreen (Hope Davis) und seine beiden Kinder bereiten ihm auch Sorgen. Tochter Shelly (Gemmenne de la Pena) ist stark übergewichtig und wird in der Schule gehänselt und Sohn Mike (Nicholas Hoult) muss sich mit einem zudringlichen Drogenberater befassen. Dazu kommt noch sein Vater, dem David es einfach nicht recht zu machen scheint. Vater Robert (Michael Caine) gewann den Pulitzer-Preis und ist schwer krank.

Der Film steckt voller schöner Momente

Man kann das Wetter ebenso wenig vorhersagen wie das Leben, das ist die zentrale Botschaft des Filmes. Eigentlich ist The Weather Man eine tragisch-komische Selbstfindungsgeschichte, wie man sie schon so oft gesehen hat. Seit American Beauty ist es meiner Meinung nach aber der ehrlichste Film zu diesem Thema. Der Film schafft es die ganze Zeit über zwischen schwerer Melancholie und bissigem Humor zu schwanken, ohne in die eine oder andere Richtung umzufallen. Dabei will David es doch irgendwie nur allen recht machen, scheitert dabei aber kläglich auf der ganzen Linie. Beispielhaft dafür ist die Szene, wo er Remoulade mitbringen soll und wir an seinen Gedanken teilhaben können. Wie er mit seinen Gedanken abschweift und er uns allen irgendwie so ähnlich ist.

Der Film steckt voller schöner Momente. Wenn David zum Beispiel seiner Tochter erklären will, warum sie in der Schule als Kamelhuf gehänselt wird, stellt man sich auf eine aberwitzige Erklärung von David ein. Der Film überrascht aber mit einer zutiefst rührenden Szene. Und genau diese Unberechenbarkeit faszinierte mich. Ich musste so oft so herzlich lachen, auf der anderen Seite gab es aber auch viel zum Nachdenken und auch sehr viele Momente, die einem sehr nahe gehen. Letztlich ergeht es David doch wie vielen anderen Menschen. Nach außen eine fröhliche Fassade, Karriereorientiertes Denken und privat ein emotionales Wrack voller Selbstmitleid und Minderwertigkeitskomplexen. Leider normal und nur allzu menschlich.

Nicolas Cage bringt diese Stimmung grandios rüber und ist so überzeugend wie lange nicht mehr. An seiner Seite zeigt Michael Caine wieder, warum er als überragender Charakter-Mimi gilt. Aber auch abseits der beiden großen Namen ist der Film hervorragend besetzt. Insbesondere die beiden Kinderdarsteller gefielen mir glänzend. Nicholas Hoult überzeugte ja schon in About a Boy. Das Drehbuch steckt voller spritziger Dialoge, tollen Charakteren und vielen kleinen Überraschungen. The Weather Man ist für mich eine der großen Überraschungen bisher, so gut hatte ich den Film nicht erwartet. Auch wenn er ein klein wenig an American Beauty erinnert ist er eigenständig genug. Unterhaltsam ist er sowieso.

Fazit: Brillante Tragik-Komödie mit exzellenter Besetzung und viel Witz.

Rating:

★★★★★★★★☆☆

Ein Kommentar zu “The Weather Man

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