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Stay

Stay

Zugegeben, es fällt mir nicht leicht eine Kritik zu Marc Forsters Stay zu schreiben. Ich werde mich daher auf einen allgemeinen Teil konzentrieren, der ohne Spoiler auskommen wird. Denn eins sollte einem ganz klar sein: Am besten schaut man Stay völlig ohne Informationen, Sixth Sense funktionierte ja auch nur wenn man das Ende noch nicht kannte. Schon das deutsche Kinoplakat verrät meiner Meinung nach schon zu viel vom eigentlichen Inhalt.

Henry Letham (Ryan Gosling) trifft auf Sam Foster (Ewan McGregor). Henry wundert sich, denn Sam ist der Mann, der die sonstige Psychiaterin vertritt. Nach anfänglichen Schwierigkeiten gewinnt Sam langsam Henrys Vertrauen. Nachdem Henry mehrfach die Zukunft vorausgesagt hat, kündigt er Sam seinen Selbstmord in drei Tagen an, an Henrys 21. Geburtstag. Sam gibt Henry nicht auf und stellt Nachforschungen an, um Henry vor dem Freitod zu bewahren. Dies belastet auch seine Beziehung zu seiner Freundin Lila (Naomi Watts), die selbst mal einen Selbstmordversuch unternommen hat und damals von Sam gerettet wurde. Je mehr er sich seiner Aufgabe hingibt, desto verwirrter wird alles für Sam, er trifft Leute, die eigentlich tot sein sollten, immer wieder ereignen sich surreale Szenen. Und als die Grenzen zwischen Realität und Sams Vorstellungen langsam verschwimmen ist der Zeitpunkt gekommen, an dem er Henry gegenüber tritt.

Allein die visuelle Umsetzung rechtfertigt einen Kinobesuch

Stay ist keine leichte Kost, dafür aber ein audiovisuelles Meisterwerk, das sich hinter Werken von David Lynch nicht verstecken braucht und ein wenig an Mulholland Drive erinnert. Berauschende Bilder und extrem bizarre Überblendungen und Perspektivenwechsel. Allein die visuelle Umsetzung rechtfertigt einen Kinobesuch. Wenn man sich auf den Film einlassen will, wird man durch den düsteren und stimmigen Look quasi aufgesogen wie ein Tropfen Wasser von einem trockenen Schwamm. Es ergibt zunächst alles irgendwie gar keinen Sinn, es gibt keine herkömmliche Story aber extrem viel für die Sinne. Und erst wenn man den Film zu Ende gesehen hat, erschließt sich der Blick auf das große Ganze. Dann erklären sich, rückblickend betrachtet, die vielen Sonderbarkeiten und visuellen Feinheiten. Es ist nicht die ultimative Erklärung, aber eben viele Erklärungsansätze.

Stay spricht nicht die große Masse der Kinozuschauer an, die wird wie üblich einen großen Bogen um den Film machen. Dabei würden sie neben einem optisch beeindruckenden Psycho-Thriller (wobei die Betonung hier auf Psycho liegt) sowie einen glänzenden Ryan Gosling verpassen. Warum mir persönlich der Film so überaus gut gefallen hat verrate ich nach der obligatorischen Spoiler-Warnung.

Fazit: Ein gefilmter Albtraum in die Abgründe der menschlichen Psyche, meisterhaft und beeindruckend umgesetzt.

Rating:

★★★★★★★★☆☆

Spoilers ahead! Weiterlesen auf eigene Gefahr!

So, wer sich also den Spaß versauen will und/oder zu neugierig war hat es dann auch nicht besser verdient. Ich habe den ganzen Film über gegrübelt, was nun das große Geheimnis sein könnte. Ist Sam tot? Ist es Henry? Ist es gar nur eine schizophrene Person? Egal an was ich auch dachte, ich hätte die Lösung eigentlich erahnen können. Was wir sehen sind die Visionen und Gedanken eines Mannes, der auf der schmalen Grenze zwischen Leben und Tod steht. Ein Mensch, der diesen einen letzten Tunnel Richtung weißes Licht geht. Das erklärt dann auch vieles im Film. Zum Beispiel warum Sam immer zu kurze Hosen anhat. Laut Regisseur Forster weil Sam am Unfallort vor Henry kniet und dabei natürlich die Hose hoch rutscht. In Henrys Visionen manifestiert sich das dann entsprechend. Das Ganze erklärt auch, warum es nur so wenig verschiedene Personen zu sehen gab.

Man darf auf keinen Fall den Fehler machen und mit dem Maßstab von Logik und wissenschaftlichen Argumenten an den Film heran gehen. Ich habe selbst vor Jahren mal im Koma gelegen und kenne das Gefühl dieser Visionen nur zu gut. Sie sind so real, dass es sich wie ein böser Albtraum anfühlt. Und dafür kann ich Marc Forster und seinem Team nur das größte Kompliment aussprechen. Am Ende des Filmes, als sich die Erklärung langsam abzeichnete, traf mich dies wie ein Hammer. Alte Erinnerungen, Mitgefühl, Überraschung. Und so wird Kino zu einer anderen Art Unterhaltung, die zwar schwerer im Magen liegt, aber zum Nachdenken anregt und deutlich mehr fesselt.

50 Kommentare zu “Stay

  1. Ich kann, genau wie du, nur eins zu dem Film sagen: wow. Wie schon in meinem Blogg geschrieben hat mich der Film mehr als nur begeistert und zum Nachdenken angeregt. Und hey, Ryan Gosling ist ein Gott, oder? 😉
    Wie auch immer, wollte nurmal loswerdne, dass ich die Kritik plus Spoiler klasse fand, Großer. *knuddelknautsch*

  2. Der Film „Stay“ ist ein wirklicher Psycho-Thriller, wobei ich auch nochmal sagen möchte, dass die eigentliche Betonung auf Psycho liegt.
    Der ganze Film und die Story sind wie ein großes Puzzle.
    Am Anfang des Filmes denkt man sich noch man weiss alles, doch am Ende weiss man, dass man nichts gewusst hat..
    Man wird mitgerissen und denkt später selber man wäre in Trance in diesem Film, in dieser Welt gefangen.
    Doch wenn der Film plötzlich endet, dann denkt man sich nur: Was hatte das jetzt zu bedeuten?!
    Viele Fragen stehen am Ende des Filmes noch offen und man muss ihn sich wahrscheinlich noch ein zweites Mal ansehn, um alles zu begreifen.
    Doch in dem Film sah man die Visionen und Gedanken eines Mannes, der auf der schmalen Grenze zwischen Leben und Tod steht..Deswegen die Filmrisse und die „falschen Vorstellungen“..

    Ich empfehle den Film weiter..
    Doch er ist wirklich nichts für schwache Nerven oder Leute die im Kino „abschalten“ wollen.

  3. tach auch…

    soso stay ist also „ein meisterwerk“… na dann hab ich vielleicht einen anderen film gesehen und dachte nur es sei marc forsters film…(?) enttäuschend, trivial, schauspielerisch durchwachsen… das sind attribute, die mir nach verlassen des kinos durch den kopf gingen…

    …“Stay ist keine leichte Kost, dafür aber ein audiovisuelles Meisterwerk, das sich hinter Werken von David Lynch nicht verstecken braucht und ein wenig an Mulholland Drive erinnert.“

    Olly, mit solchen urteilen solltest du etwas vorsichtig sein, denn sie entlarven dich als nicht gerade bewandert auf diesem gebiet. der vergleich von stay mit mulholland drive bzw. forster mit lynch ist keine frage von geschmack. es ist der vergleich eines zweitklassigen regisseurs, dessen bildsprache zudem in den kinderschuhen steckt und einem filmemacher, maler und musiker, kurz einem vollblutkünstler, dessen vorallem frühe filme meilensteine des neosurrealismus darstellen, ja diesen filmisch begründen!
    ansonsten hab ich nichts gegen euren filmgeschmack außer dass ich ihn nicht teile…
    aber solche vergleiche gehen dann doch etwas zuweit um sie unkommentiert zu lassen…

  4. Ja, für mich ist er das und warum er das ist steht ja sehr ausführlich über deinen Worten. Marc Forster für einen zweitklassigen Regisseur zu halten ist schon sehr mutig. Er gilt nicht umsonst als eine der größten Hoffnungen in Hollywood und zeigte sich mit seinen vergangenen Werken auch extrem wandlungsfähig.

    Ich habe übrigens auch nichts gegen deinen Filmgeschmack, außer dass ich ihn nicht teile 🙂 Mit den meisten Werken von Lynch kann ich nichts anfangen.

  5. irgendwie ist mir deine lösung viel zu simpel..

    was hatte die szene mit dem luftballon zu bedeuten? wieso durchlebte sam diese szene 2 mal? wieso gabs ständig wechsel von sam und henry, wieso wurden diese 2 personen so oft im film „verwechselt“und „vermischt“?was hatte es mit der augenfarbe der mutter von henry auf sich? wieso hat die freundin von sam auf einmal die bilder von henry im zimmer, und als sie entdeckt, dass sie von ihm sind, rennt sie hektisch runter?

    das sind für mich alles szenen und fakten die durch deine erkläung nicht geklärt werden

  6. so – ich nochmal…

    ely, ich kann dir nur zustimmen. und auch wenn mir der vergleich tierisch auf die eier geht: verglichen mit mulholland drive, der sich bis in die letzte szene(!!!) vollständig erklären lässt, ist stay hier schlichtweg nicht zuende gedacht… mir kommt es vor als hätte der autor im laufe seiner arbeit komplett den überblick verloren. die von ely erwähnten andeutungen fallen dann einfach unter den tisch… das is so dreist, dass es eigentlich schon wieder lustig ist.
    aber vielleicht kann olly bei den genannten beispielen ja weiterhelfen? 😉

    naja werden sehen…

  7. @ely: Man sollte sich vielleicht davon trennen bei so einer Thematik alles verstehen oder erklärt haben zu wollen. Letztlich handelt es sich ja um Visionen, die einfach nicht erklärbar sind. Einzig einen Grund dafür kann man eventl. finden bzw. konstruieren. Die Frage ist letztlich, ob man sich auf so etwas einlassen kann, dann findet man den Film toll oder eben nicht, was ich durchaus verstehen kann. Wie gesagt habe ich generell eine etwas andere Verbindung zum Thema.

    @bobby: Wie gesagt ist das eben unter der Prämisse auch nicht erklärbar. Kannst du jeden deiner Träume schlüssig erklären? Letztlich ist das nur meine Meinung zum Film, dass du das anders siehst hat glaube ich nun jeder mitbekommen. Warum der Vergleich zu Mulholland Drive nun so böse ist, will sich mir nicht ganz erschließen. Zumindest von der Herangehensweise (verstörende Bilder, die zunächst ein Rätsel bleiben) sind beide ähnlich. Mit dem Versuch jeden Film bis ins kleinste Detail erklären zu wollen kann man sich einen Film auch extra vermiesen. Wie kommst du eigentlich mit Donnie Darko klar?

  8. Ich muss Olly Recht geben. Der Film ist absolut genial. Man muss sich von der strikten Logik halt etwas distanzieren.

    >>…..ist stay hier schlichtweg nicht zuende gedacht… mir kommt es vor als hätte der autor im laufe seiner arbeit komplett den überblick verloren. die von ely erwähnten andeutungen fallen dann einfach unter den tisch… das is so dreist, dass es eigentlich schon wieder lustig ist….

  9. Ich muss Olly Recht geben. Der Film ist absolut genial. Man muss sich von der strikten Logik halt etwas distanzieren.

    >>…..ist stay hier schlichtweg nicht zuende gedacht… mir kommt es vor als hätte der autor im laufe seiner arbeit komplett den überblick verloren. die von ely erwähnten andeutungen fallen dann einfach unter den tisch… das is so dreist, dass es eigentlich schon wieder lustig ist….
    Diese Meinung kann ich überhaupt nicht teilen. Diese Kleinigkeiten, z.B. mit dem Luftballon stört euch, aber das der Mann Blinde heilt und die Zukunft vorhersagt ist euch einleuchtend, ja?
    Um es mal ganz banal auszudrücken: Der Mensch stirbt gerade! Keine Ahnung wie das ist, ich bin bis jetzt noch nicht gestorben, aber ich kann mir vorstellen das bei dem Blutverlust und bei so schwerwiegenden Verletzungen das Gehirn eben nicht mehr einwandfrei arbeitet.
    Der ganze Film, abgesehen vom Anfang und vom Schluss, ist eine Traumwelt, die Henry sich erschafft, „während er vom Leben in den Tot gleitet“ (in blumigen Worten gesagt). Deswegen wird der Film auf den Schluss hin zunehmen verworrener, da das Gehirn langsam aber sicher abschaltet.
    Der Film ist durchweg gelungen. Man muss halt nur etwas Phantasie besitzen und nicht jedes noch so kleine Detail auf biegen und brechen logisch erklären wollen.

  10. @olly. donnie darko ist übelster rotz! sorry aber DIESEN vergleich hat „stay“ nicht verdient… weil so schlecht isser jetzt auch wieder nicht…

    hab ma nen kleine tipp alle die mal einen guten film sehen wollen: „eraserhead“ von 1977. danach können wir weiterreden…

  11. Tach zusammen,

    ich kann nur vor dem Film warnen! Der Film ist super schlecht…! Da gibt es meiner Meinung gar nichts zu verstehen und dass will vermutlich auch der Regisseuer.
    Was er kann, kann Leute verwiren.
    Doller Typ

    Guß
    Steven

  12. ich finds eigentlich schon ansich vollkommen unnötig den film als schlecht zu beurteilen weil man nicht jede szene erklären kann, ich hab als ich „stay“ gesehen habe einfach nur gefühlt, mich dem hingegeben was da musikalisch und visuell geboten wurde, wenn dies einem dann ein gutes, aufregendes gefühl vermittelt, dann is der film doch was wert gewesen, oder? dies hat „stay“ bei mir ausgelöst, völlig konsterniert aber erfüllt bin ich aus dem film raus, wobei ich nach mullholland drive einfach nur verwirrt war, keineswegs aber berührt. da frag ich mich dann welche regie arbeit war denn da nun die bessre? und mal als frage, fellini kennt ihr ja wohl auch hier? der sagte das ätzendste sei für ihn, wenn alle die filme immer erklären und deuten wollen, da geb ich ihm recht, lasst das doch einfach, für mich war „stay“ einfach ein rausch, ein trip…

  13. glückwunsch… übrigens hat das mit dem ätzenden willen zur deutung auch lynch gesagt. aber das rettet stay nicht… stimmung? gefühl? stay?… mmmh… ich weiss ja nicht…

  14. Hallo!

    Ich habe diesen Blog durch Zufall per Google gefunden und finde es schade, dass hier wahrscheinlich gefühlslose und eher minderbemittlete, versteifte und zu verwöhnte Logiker einen Film kritisieren, der von vorne bis hinten, von Schnitt zu Schnitt und von Phrase zu Phrase komplett durchdacht ist!

    Logik? Sinn? Das alles spielt wohl keine Rolle mehr wenn man gerade sterbend am Boden liegt, das Gehirn in mehreren Bereichen geschädigt ist und man nur noch, wenn überhaupt, wenige Teile der Realität mitbekommt, während der Körper und das Hirn sterben und man seinen letzten Traum-Flash hat bevor man sich mit Leib und Seele von dieser Welt verabschiedet.

    Wer schon einmal unter bewusstseinsverändernden Drogen stand, oder halbtod im Koma lag, oder psychische Schäden hat (wie Forsters Bruder, der an Schizophrenie litt und sich umgebracht hat…) und dadurch Dinge erlebt, gesehen und geträumt hat, die niemand verstehen oder nachvollziehen kann, DERJENIGE wird begeistert von den Szenen, den Farben, den Effekten, den Schnitten und der Idee sowie jedem Dialog und jeder Szene sein.

    Dieser Mensch der da gerade sterbend am Boden liegt, erlebt in wenigen Minuten einen 3 Tage dauernden Traum, der jede Emotion die, und jedes Gefühl das ein Mensch haben kann, beinhaltet. Es mischen sich Erlebnisse und Emotionen aus dem vergangenen Leben mit den Personen und den Worten die er in diesen wenigen Minuten sieht, hört und fühlt und daraus ensteht dieser Film, der durch die wahrscheinlich nur noch wenigen funktionierenden und durchbluteten Teile des Gehirns „generiert“ wird und in seinem Kopf abläuft.

    Wer sich nicht in so eine Lage versetzen kann, der wird ewig nach einer Auflösung für diverse Szenen in diesem Film suchen und sie niemals finden. Es bedarf keiner Auflösung! Das Ende ist einfach nur der Tod, der nicht aufzuhalten ist und das unterbewusste Wissen und die Angst dass man stirbt.

    Jeder, der nach einmaligem Ansehen und nach der Erklärung was passiert ist und um was ging, meint, er finde diesen Film doof und unlogisch, der sollte sich das nochmalige Ansehen ersparen und einfach nicht mehr drüber nachdenken.

    Für mich bisher der beste Film des Jahres 2006!

    1. Wenn es hier einen like Button gäbe, würde ich deinen Beitrag jetzt linken Ben. 😉
      An die Skeptiker will ich gerne sagen: wie könnt ihr nur daran denken, der Film sei nicht zu Ende gedacht oder unschlüssig, wenn man doch an jedem einzelnen Bild im Film den perfektionismus des Regisseurs erkennt? Habt ihr schon einmal selbst einen Film produziert? Sei es auch nur ein kleiner kurzfilm? Dann werdet ihr wissen, wie genau diese Story im Vorhinein schon durchdacht sein musste, damit solche Schnitte möglich waren. Viele Filmemacher drehen die Szenen grob für sich und entscheiden erst im schnittraum wie der Film letztlich aussehen wird. Manchmal wird improvisiert, Szenen werden ganz anders zusammen geschnitten als es beim dreh gedacht war. Nicht aber bei stay! Das merkt man dem Film sofort an. Er ist schlüssig durchdacht bis auf den letzten Schliff. Was Ryan gosling dort durchlebt, ist eine Zusammensetzung aus Erinnerungen seines eigenen Lebens, die er jetzt auf die Personen, die ihn am Unfallort umgeben, projiziert. So macht es Sinn, dass naomi Watts Künstlerin ist, die Selbstmord begehen wollte, und dass evan McGregor Psychologe ist, der versucht, den Psychologie Dozenten Ryan gosling zu therapieren. Denn, wie in der bahn Szene ersichtlich wird, als die dunkelhäutige Frau zu Ryan gosling sagt, sie kenne ihn, er habe in dem Psychologie Seminar einen Vortrag gehalten, ist Ryan nicht Kunst Student, sondern Psychologie Dozent, in dem aber auch ein Künstler steckt. Deshalb ist es eigentlich er, der die Vorlesung über den französischen Künstler hält und an die er sich im Traum erinnert (personifiziert durch den schwarzen Mann, der am Unfallort steht und den gosling wahrnimmt). Was es mit dem jungen und dem Ballon auf sich hat, kann man so verstehen, dass er sich mit ihm identifiziert. Man erkennt im Verlauf der Story, dass Ryan eine gute Bindung zu seiner Mutter hatte. Das erklärt auch die immer wechselnde augenfarbe der Frauen im Traum. Denn die Mutter hatte blaue Augen, genau wie naomi Watts, deren Augen Ryan an die Mutter erinnern, aber seine Freundin hatte braune Augen und da er sowohl seine Mutter als auch seine Freundin liebte und sich selbst die Schuld für Ihren Tod gibt, vermischen sich die beiden geliebten Frauen in seinem Traum. Naomi Watts ist die personifikation für die tote Freundin und deshalb macht er ihr einen Heiratsantrag, weil er mit dem Ring in seiner Tasche es nicht mehr geschafft hat, den Heiratsantrag seiner realen Freundin zu machen.

      Naja, schaut euch diesen genial gemachten Film einfach nochmal an und bedenkt dabei, dass Ryan gosling sich die gesamte, verschwommen dargestellte und teils verzerrte und sich wiederholende Geschichte im Sterben zusammenbaut – aus Erinnerungen, die er mit der jetzigen Realität zusammen mischt. Wie ihr ja selbst wisst, denkt man an bestimmte Ereignisse im Leben öfter als an andere. So kann es zu Stande kommen, dass sich bestimmte Szenen im Film wiederholen. Ryan denkt einfach öfter drüber nach, erinnert sich öfter an bestimmte Szenen seines Lebens. Und dass er es schafft, seinem blinden Vater das Augenlicht zu schenken, ist seine wunschvostellung, dass sein Vater in sieht, ihn wahrnimmt. Das deutet auch darauf hin, dass Ryans Vater ihn im Traum nicht als seinen Sohn erkennt. Damit kann gezeigt werden, dass Ryan eine größere Bindung zu seiner Mutter hatte, während er für den Vater gefühlt Luft war.
      Ich könnte noch 10 Seiten weiter analysieren, aber macht ihr das mal selbst. Ich kann euch sagen, dieser Film ist die Perfektion eines Filmes wie sie nur möglich ist. Lg

  15. Hallo zusammen.
    Ich bin mehr durch Zufall auf „Stay“ gestoßen, er hörte sich einfach klasse an. Und ich muss sagen, dass ich selten so etwas fantastisches gesehen habe. Ich bin ein absoluter Filmfanatiker und habe schon so einiges gesehen. Aber dieser Film ist einfach ein MUSS für Jeden, der es liebt sich in eine andere Welt versetzen zu lassen. Genau das ist doch das, was ein Film bewirken sollte. Danach sollte man sich anders, befreit, nachdenklich oder sonstwas fühlen!
    Ein absolutes Meisterwerk, sei es in schauspielerischer Leistung, in den Effekten, im Schnitt oder im Sound. Klasse und nur jedem weiter zu empfehlen.
    Antje

  16. Hallo,

    Auch ich bin, auf der suche nach einer Lösung, auf diese site gekommen.

    Die Aussage (die man übrigens auch in anderen foren/blogs lesen kann) der Film sei nich logisch bzw. nicht zu verstehen ist Schwachsinn (Wobei schon die Aussage „Da gibt es meiner Meinung gar nichts zu verstehen“ sinnlos ist. Denn entweder gibt es was zu verstehen oder nicht. Das hat mit der Meinung gar nichts zu tun. sry ^^). Das kann man an kleinen (logischen) Details erkennen.

    Der Arzt übernimmt die Rolle das helfenden Psychaters, weil er am Unfallort der einzige ist, der dem Verunglügten helfen kann.
    Die Frau, die aussagt, sie habe den man angefasst zeigt, dass sie ihm nicht helfen konnte, wird zur Psychaterin, die ihm auch in seinem „Traum“ nicht helfen kann und ihn dessahlb an ihren Kolegen weiterreicht.
    Der „Psychater“ hat den ganzen Film über Hochwasserhosen an, was daran liegt das ihm in der Rettungszene die Hose hochrutscht und es führ den Sterbenden so aussieht als trage er eine zu kurze Hose.
    Der Ring, den der Psychater auch besitzt, gilt für den Sterbenden als gestohlen, weil er dem Artzt aus aus dem Portmonai (des Opfers) fällt.
    Alle Personen des Unfallorts tauchen auch in dem Traum wieder auf. (z.B. das kind „muss er jetzt sterben?“; Der Man mit der Kamera „Er schafft es nicht“)
    Die Bilder, die auf einmal bei der Freundin sind, stehen für die Plattform der Handlung, die Brücke. Das erkennt die Freundin und rennt los.

    Ich habe zwar auch noch nicht für alle Vorkommnisse eine Erklärung, hoffe aber noch diese noch zu finden. Die Details die ich beschreibe könnten auch logikfehler enthalten, oder nach einer besseren Erklärung verlangen…bin ja schließlich nicht der Drehbuchautor/Regiseur.

    Gruß Zwenn

  17. Hallo zusammen!
    Vorweg: Ich bin absoluter Filmfreak-und besonders für solche bildgewaltigen Filme die durch einfallsreichem intelligenten Schnitt und Kameraperspektiven bestechen.
    Auch der Soundtrack und die Stimmung allein, machen diesen Film zu einem Erlebnis!
    ALLERDINGS: …bin schon länger auf der Suche nach einer wirklichen `Erklärung` (wird es in diesem Sinne vielleicht garnicht geben) aber die Sache als Sam die Mutter besucht, der Hundebiss und die weiteren Dialoge mit dem Offizer… Sorry, aber könnte das noch einmal einer versuchen zu verdeutlichen -> ist es jetzt vom sterbenden eine Vision, eine willkürliche Verstrickung von Ereignissen der anwesenden Menschen in der Zukunft??? oder wie???
    Trotzdem absolut genail gemacht, vermutlich gerade weil am Ende so viel Gesprächsstoff bleibt…
    Ein Beispiel für ein abslout überfordertes Ende ist da mal `High Tension` wenn die Idee an sich auch gut ist, aber eben zu lasch aufglöst wird…)

    grüßle
    michi

  18. Also der Film war ja irgendwie völlig an mir vorbeigegangen 🙁
    Hab das aber jetzt mal nachgeholt und muß sagen *wow*
    Werde ich mir auf jeden Fall noch ein zweimal anschauen müssen, aber toll gemacht!

    Grüße, Sophie

  19. Hi ihr!
    Stay gehört auf jeden Fall auf meine Top5-Liste.
    Ich denk hier reden wir über reine Geschmackssache, wenn wir den Film bewerten wolleb. Mich zB fasziniert Stay und das stundenlange Grübeln und Deuten nach dem Ansehen spricht für den Film, da er nicht nach dem Sehen sozusagen schon gegessen ist. Ich finde es also nicht unbefriedigend auf keine rationale Weise den gesamten Film entstricken und erklären zu können (nebenbei gesagt können wir die Thematik Abschied vom Leben, das Ins-Licht-Gehen nie entschlüsseln, was wär das also für ein Film, der das versuchen würde?)- is halt die Frage, welche Ansprüche man an Kunst stellt.
    Grad zu Michi fällt mir was ein: Du schreibst, dass dir die Rolle die Henrys Eltern spielen, nicht klar is, besonders im Zusammenhang mit Sam. Ich seh hier zB Henrys Probleme aus seiner Kindheit und Jugend: Die Mutter, die einem nicht richtig zuhört, die einem traurig Vorwürfe macht; der Vater, der einen nie wirklich gesehen oder gekannt hat, dem man wie einem Fremden begegnet ist (deswegen versucht Henry seinen Vater dazu zu bringen, ihn endlich zu sehen). An dies und weiters erinnert sich Henry in seinen letzten Minuten und da er selbst körperlich nicht mehr aktiv sein kann, schickt er Sam gedanklich zu seiner Mutter. Sam selbst kann ja nicht erklären, wieso er zur Mutter geht, ihm wurde es aufgetragen.

    Hey und jetzt ne Frage von mir: Leute, helft mir! Abgesehen von Mulholland Drive, sagt mir, welche Filme kann man mit Stay vergleichen?? Wo finde ich diese Filme, verdammtdt%&*>#“??? (thx im voraus…)

  20. Wenn der Thread auch nicht mehr aktuelle ist: ich musste mir die Beiträge nochmal durchlesen und schmunzeln. Filme die auch nur halbwegs nach Kunst riechen, rufen immer schnell pseudointellektuelle auf den Plan, die meinen die Einzigstens zu sein die den Film begreifen. Alle anderen sind entweder zu blöd oder haben ja mal gar keine Ahnung.

    „Stay“ ist und bleibt einfach einer der genialsten Filme der letzten Jahre.

    Schöne Anekdote von Robert Rodriguez. Er baute in seinem ersten Film, El Mariachi, am Anfang und Ende eine Schildkröte ein. Viele Leuten schrieben ihn und interpretieren alles mögliche in die Szenen rein: Symbol für den Einzelgänger, zurückziehen in den Panzer ect.
    Rodriguez fand das sehr lustig und meinte hinterher er habe sich dabei gar nichst gedacht, er meinte einfach nur das es im Film cool aussehen würde…..

  21. möchte garnicht zuviel zum film sagen, nur falls das jemand hier liesst, der ihn noch nicht geschaut hat:

    am besten nicht zuviel informieren .. es wird meiner meinung nach sonst kein so vollkommenes erlebnis ..

    ich finde es ist schon zuviel die verpackung zu lesen ..

  22. (wie Forsters Bruder, der an Schizophrenie litt und sich umgebracht hat…)
    Genau dadurch denke ich, kann man sich den Film erklären. Henry hat seinen letzten Traum vorm Tod. So durch den gesamten Wechsel zwischenedn Personen Henry und Sam denke ich, dass Henry und Sam eben eine Person sind und keine 2. Der Ehering zum Beispiel. Am Ende verliert ihn Henry und bittet die in dem Laufe des Albtraums, Freundin von Sam, IHN zu heiraten. Genau das hat Sam in dem Film die ganze Zeit nicht zu stande bekommen, da er Angst hatte. Ich denke ,dass Sam das ältere „Ich“ von Henry ist.

  23. hallo! habe schon viele tolle denkansätze gelesen! danke dafür 😉 jetzt verstehe ich auch, weshalb sich manche situation so häufig wiederholen. das ist wie beim lesen kurz vorm einschlafen: man rutscht immer wieder in die selbe zeile zurück. (banaler vergleich…) was haltet ihr von diesem gedankengang: gegen ende sagt der „vater“ zu sam: „die buddhisten haben recht“. daß es um den tod geht, ist klar. könnte es vielleicht um wiedergeburt gehen? vielleicht daher auch die vielen verschmelzungen zwischen henry und sam?

  24. Hallo, hallo,

    vielen lieben dank für die tollen Kommentare zum film. Einige Szene kann ich mir nun wirklich ganz gut erklären. Natürlich geht es, laut der offiziellen Interpretation darum, dass Henry alles in seinen Traum packt, das wird ja dann thematisch umgesetzt. Hab mir dazu auch den Audiokommentar (auf der DVD) angeschaut und gleich am Anfang wird ja dann deutlich, dass Henry und Sam die gleiche Person sind (übergang von Henry auf der Brücke zu Sam im Bett, dann das erste Gespräch, bei dem die Kamera nie die beiden filmt, wenn sie sprechen). Das mit Henrys Eltern kann ich mir so erklären, dass im Unterbewusstsein von Henry eine Art Schuldgefühl entsteht und er sich bei seinen Eltern entschuldigen möchte, dass er sie umgebracht hat – das zeigt sich auch im Forgive me Motiv, die immer wieder kehren. Was ich nach mehrmaligen Anschaun (und glaubt mir – Stay ist einer meiner absoluten Lieblingsfilme!) immer noch nicht verstehe ist der Schluss: Klar, alles spielt sich in Henrys Kopf ab, aber da gibt es noch einige Unstimmigkeiten: 1.) Woher weiß Henry, dass die erste Person, die ihn findet und die in seinem Traum seine Psychiaterin ist, Beth Levy heißt, wenn er ihren Namen erst nachdem er verstorben war hört (Da sagt sie nämlich zum Polizisten, dass sie elisabeth Levy heißt). 2.) Warum gibt es „flashs“ zwischen Sam und Lila am schluss, wo Henry doch eigentlich tot ist? 3.) Warum sitzt Henry in der Schlussszene wiederum auf der Brücke neben dem brennenden Auto, obwohl er ja bereits tot ist?

    Das sind so die Sachen, die immer noch nicht reinpassen. erklärbar wäre es vielleicht dadurch, dass man Henrys traum nicht als Traum auffasst, sondern dass er da bereits in der Hölle ist (das sagt er doch einmal, wo er Sam mit der Pistole bedroht), dass er eben bereits schon gestorben ist und in einer Zwischenwelt „lebt“, die aber nicht sein Traum sind, sondern eben eine Zwischenwelt zwischen Leben und Tod. Oder dass vielleicht der ganze Film (also auch der Schluss) der Traum oder die Vorstellung von jemanden ist… keine Ahnung! Wie man es auch dreht und wendet der Film ist echt super! 🙂 Man sollte ihn unbedingt anschaun, aber man sollte darin nicht nach der Realität oder der Logik fragen…

  25. Ich stimme der Mehrheit zu, dass Stay ein absolut beigeisterungsfähiger Film ist!
    Mein Interpretationsvorschlag geht in ähnliche Richtung, wie die der vorherigen Schreiber. Ich hatte den Eindruck, als würde Henry im Sterben liegen und in seinen letzten Minuten sein Leben als Film sehen – natürlich durch die Verletzungen mit Lücken und und Filmrissen – das Besondere ist nur, dass er die um ihn Stehenden in die Geschichte einbaut. Die Menschen, die sich am Unfallort versammelt haben übernehmen stellvertretend die Rollen, die in Henrys Leben eine Rolle spielten. Das erklärt dann zum Beispiel auch die verschiedenen Augenfarben. Besonders im Nachspann erschloss sich für mich dieser Sinn, da die vielen Symbole und Zeichen, die immer wieder im Film ungeordnet auftauchen im Nachspann beinah in chronologischer Reihenfolge ablaufen. Zuerst, das wurde bislang gar nicht erwähnt (und ich halte es für genial), kommt das Embryo und Fruchtwasser – die kleinen Teilchen, die immer wieder im Film auftauchen. Es folgt die Erinnerung an die Zoobesuche in Kindertagen. Dann kommt die Szene mit dem Luftballon und dem Klavier, auch da noch ein Kind – dann kommen Fotos aus der Jugend bis hin zur Verlobung.
    Vermutlich wechselt sich der Mechanismus, die Lebensgeschichte in die Anwesenden zu projizieren ab mit kleinen Momenten der Unlogik durch die starken Verletzungen am Kopf und mit Momenten, in denen die Unlogik dieses Mechanismus bei Henry „korrigiert“ werden, sodass sein vermutlich wirklich blinder Vater plötzlich sehen kann – denn der Mann am Unfallort, auf den die Vaterrole projiziert wird, ist kein Blinder.
    Für mich bleiben somit eigentlich keine „Fehler“ oder Unklarheiten in der Logik des Films.

    Was meint ihr?

  26. Mich erstaunt, dass ein Aspekt immer noch nicht genannt wurde, der mir vor allem beim Lesen des Drehbuchs aufgefallen ist. Ich kann diese Lektüre im Fall empfehlen, es liest sich sehr gut und man hat genug Zeit, über die Bedeutung hinter den Worten nachzudenken, ohne dass man von den überwältigenden visuellen Effekten abgelenkt wird. Es gibt Sites mit Drehbucharchiven, super praktisch!
    Für mich hat das Gleichnis vom brennenden Sohns, das in einem Gespräch zwischen Sam und Leon erwähnt wird, an Bedeutung gewonnen und hat mir einen neuen Ansatz gegeben, wie ich den Film sehen könnte.
    In diesem Gleichnis, mit dem sich angeblich auch Freud befasst hat, hält ein Vater Totenwache für seinen Sohn, der nach langem Kampf gegen das Fieber verstorben ist. Der Vater, auch erschöpft vom Kampf gegen das Fieber, schläft im Nebenzimmer ein. In seinem Traum erscheint ihm sein Sohn, der brennt und ihm zuruft: „Vater, hilf mir, ich brenne!“ Als er erwacht, steht das Zimmer mit der Leiche in Flammen, da eine Kerze umgefallen war.
    Sam versucht, den Traum als Warnruf des Unbewussten des Vaters zu deuten, das im Schlaf die Anzeichen des Feuers (Hitze, Rauch, Geruch) erkannt hat. Eine logische Erklärung für wie unser Gehirn auch im Schlaf noch aktiv ist. Leon hingegen sagt, Freud habe vielmehr als eine logische Funktion des Gehirns das Bild interessiert. Von allen Möglichkeiten, den Vater zu warnen, wieso hat es ausgerechnet das Bild des Sohns als Vermittler der Botschaft gewählt? Ist unser Unbewusste oder unser Gehirn auf Bilder angewiesen, die uns die nötigen Botschaften verständlich machen? Für mich als Filmemacher ist es ein spannender Gedanke, dass unser Unbewusste möglicherweise (auch) ästhetisch (und nicht nur funktional) arbeitet.
    Den ganzen Film kann auf die gleiche Weise gesehen werden, die Figuren und die Szenen (z.B. die sich wiederholenden) versuchen Henry (und Sam) etwas mitzuteilen, nämlich dass er am Sterben ist und die Welt, in der er sich gerade befindet, nur erträumt ist.

  27. Wer darauf steht sich an den Rand des psychisch zumutbaren zu bringen sollte sich „stay“ mal auf LSD anschauen… Überlegt aber vorher gut ob ihr euch das zumuten könnt… Der film ist ein meisterwerk das seinesgleichen sucht.

  28. Hi

    nur kurz zur Info – Schizophrenie ist nich das gleiche wie eine multible Persönlichkeit oder eine Persönlichkeitsstörung.

    Den Film find ich gut, die Diskussion ein bisschen schade.

    Danke 🙂

  29. Habe „Stay“ vor 2 Tagen gesehen und habe ihn, ehrlich gesagt, auch nicht verstanden. Aber ich glaube, dass man auch nicht alles verstehen muss! Allerdings geht mir der Film nicht aus dem Kopf; ich suche immer noch nach Erklärungsversuchen, wahrscheinlich vergeblich. Am ehesten würde ich mich der Meinung eines Vorschreibers anschließen, der meint, dass der sterbende Henry die letzten 3 Tage seines Lebens noch einmal durchlebt. Visionen und Realität vermischen sich, können nicht mehr getrennt werden! Ich weiß es nicht! Auf jeden Fall ein beeindruckender Film, der mich emotional sehr aufgewühlt hat, an den ich noch lange denken werde.

  30. Hallo zusammen,
    vielen Dank für die vielen äußerst interessanten Beiträge bzw. Denkanstöße zu diesem wirklich einzigartigen Film! In der Tat sollte man diesen Film beim ersten Mal komplett „unvorbereitet“ sehen, sprich: keine Diskussionen über Sinn und Inhalt verfolgt haben. Also: Erst gucken, dann mit-diskutieren!
    Übrigens: Ich mag David Lynch’s „Mulholland Drive“ und „Lost Highway“ in gleichem Maße wie „Stay“. Ein BESSER oder SCHLECHTER gibt es aus meiner Sicht nicht!
    Ich hätte nun noch ein paar Anmerkungen zu manchen Gedankenspielen, welche hier genannt wurden. Da wäre z.B. die Geschichte mit Sam’s zu kurzen Hosenbeinen…Ein wirklich schönes Film-Detail! Mir fiel allerdings auf, dass am Anfang des Filmes, als Sam bereits Kontakt zu Henry aufgenommen hatte, einerseits noch „passende“ Hosen trug, und andererseits diese Hosen nicht „signal-gelb“ waren wie später. Bestimmte Objekte hatten diese auffällige und explizit betonte Gelb-Färbung (z.B. der Hörer des Münzfernsprechers).
    Aus meiner Sicht stellen diese visuellen Effekte (farbliche Markierungen) ebenfalls Bindeglieder zwischen Phanthasie und Realität dar.
    Die Sache mit dem Hundebiss interpretiere ich als eine Art „Realitätshüter“. Der Hund war ja quasi ein Bestandteil von Henry’s Familie…und vor allem GUTMÜTIG. Sam bewegt sich ja quasi überwiegend als Phanthasiegestalt von Henry in dessen Traumwelt. Ein Hund stellt typischerweise einen Wächter dar, der sogar im Traum vor Fremdkörpern (Sam) warnt bzw. diese enttarnt.
    Und auf die immer wieder geäußerste Sinn-Frage zu diesem Film würde ich grundsätzlich fragen wollen: Welche Aufgabe hat eigentlich Sam in diesem Szenario? Soll er den drohenden Tod von Henry tatsächlich noch irgendwie abwenden? Oder soll er vielmehr (analog zu „The 6th sense“) im fiktiven Auftrag des Ablebenden an Angehörige (selbst, wenn diese selbst nicht mehr leben) eine Botschaft übermitteln?

  31. Habe den Film gestern noch einmal gesehen ( hab´ihn mir gekauft) . Komme immer mehr zu dem Schluss, dass eigentlich nur das Ende real ist, der Unfall, in dem Henrys Eltern , seine Freundin und letzten Endes auch Henry nach minutenlangem Todeskampf stirbt. Alles, was wir vorher sehen ist Vorstellung, Fiktion! Henry glaubt Schuld auf sich geladen zu haben, weil er denkt, er habe seine Eltern auf dem Gewissen, deshalb auch dieser Spruch: forgive me. Wenn er zu Sam sagt: „Nur sie können mich retten“ , so führe ich das darauf zurück, dass Sam nach dem Unfall zu ihm sagt, dass er den Unfall nicht verschuldet hat, sondern dass der Unfall die Folge eines technischen Defekts war, dass Henry keine Schuld trägt.
    Henry durchlebt in seinen letzten Lebensminuten noch einmal die letzten 3 Tage und baut in seinen neuen “ Lebensentwurf“ neben Sam auch Leyla in diesen Entwurf ein. Er vererbt ihr, die auch Künstlerin ist, seine Bilder, die sie ja auch in ihrem Atelier findet!
    Das ist so meine persönliche Deutung des Films, aber es bleiben trotzdem noch einige Fragen, die ich nicht beantworten kann, z.B. , dass Sam und Leyla sich dann nur 3 Tage kennen würden, weil sie sich ja wohl bei dem Unfall kennengelernt haben! Dem Verhalten der beiden nach zu urteile, scheinen sie sich aber schon länger zu kennen, weil Sam ja auch ihren Suizidversuch mitbekommen hat, der ja schon länger zurückliegt! Vielleicht hat jemand aus diesem Forum eine Antwort darauf, ich kann das nicht auflösen! Freue mich auf die nächsten Beiträge!

  32. Vielen Dank für die Erklärungen!!! Hätte wohl sonst die ganze Nacht nachgedacht und nicht schlafen können. Habe gerade den Film gesehen und die ganze Zeit gedacht Sam sei der ältere Henry. Und als Henry blutete wie auch die Mutter dachte ich Sam würde sich Henry auch nur einbilden. Alles passte.. War mir total sicher und dann -BAM- kam das Ende und ich kapierte echt nichts mehr. Wäre vielleicht nie drauf gekommen. Werde morgen den Film nochmal schauen mit dieser völlig neuen Denkweise. Sehr netter Film, endlich mal wieder was anderes und zum nachdenken. Danke!

  33. Hallo zusammen,

    wie ich sehe sind die meisten Kommentare schon ein paar Jährchen alt. Dennoch möchte auch ich mich verewigen.

    Ich bin immer wieder auf der Suche nach mitreissenden Filmen. Gern Psycho(-Thriller). Durch Zufall bin ich auf den Film „Stay“ gestoßen. Ich habe mir bewusst vorher keine Kritiken oder Zusammenfassungen durchgelesen, weil ich mich gern von einem Film mitziehen lasse. Ich bin es leid, auf der Suche nach ein wenig Gänsehaut, immer wieder auf die selben billigen Splatterfilme zu stoßen, bei denen man bereits nach 5 Minuten weiß, wer der Held/die Heldin ist und überlebt, in wen sich die Person verliebt und wer als 1. abgeschlachtet wird. Mittlerweile kann man durchaus sagen: Hast du 1 gesehen, kennst du alle! Immer das selbe Schema! Das findet man als Teeny vielleicht noch spannend; mich ermüdet es!

    Ich bin kein Filmfachmann oder kenne mich nicht in der Wertigkeit von irgendwelchen Regiseuren aus. Auch kann ich nicht beurteilen, ob irgendwelche Schnitttechniken oder Kameraperspektiven grade up-to-date sind. Was ich aber dennoch, als unwissende und stinknormale Filmliebhaberin, sagen kann ist, dass ich von dem Film begeistert war! Er hat mich von der 1. Minute mitgenommen. Dabei wurde die Handlung meines Erachtens gerade durch die Perspektiven enorm spannend. Man grübelt und grübelt, was nun der Hintergrund der Geschichte sei. Wer wer ist…wer vielleicht tod ist…multiple Persönlichkeit usw usw usw. Mir ist sogar aufgefallen, dass zu Beginn des Films das Farbschema von Henry immer in gelb und das von Sam immer in blau gehalten war. Das hat sich im Laufe des Filmes geändert. Je „verwirrter“ Sam wurde und an der Realität gezweifelt hat, umso mehr wurde er von gelb umspielt (z.B. eine gelbe Hose, der gelbe Telefonhörer, das Taxi, die 2 Passagiere, die aus dem Taxi gestiegen sind usw usw). Selbst die Beleuchtung im Hintergrund war dem Farbschema angepasst.

    Letztendlich muss ich sagen, dass für mich der Film in sich schlüssig war. Es waren einzig und allein alles nur die Visonen/Träume eines sterbenden Mannes, der die Menschen an seinem Sterbeort in die Phantasien eingebaut hat. Da gibt es kein „das eine da ist aber nicht logisch!“….weil Träume nun mal nicht logisch sind! Wenn ich allein überlege, wie oft ich in Träumen fliegen konnte, oder Familienangehörige getroffen habe, die längst verstorben sind……und das ist alles völlig normal in Träumen! Da hinterfrage ich innerhalb des Traumes auch nicht…“hmmm…das ist aber nicht ganz logisch grad“! Wenn man den Film mit dem Wissen vom Ende Revue passieren lässt, dann ergibt auch jeder optische Reiz einen Sinn für mich…denn genauso (!!!!) sind auch Träume! 😉

    Allerdings muss man eben auch sagen, dass Geschmäcker eben unterschiedlich sind. Deshalb kann ich auch nicht verstehen, warum persönliche Empfindungen / Wahrnehmungen teils so agressiv angegangen wurden. Das oben entspricht eben meiner persönlichen Meinung und genauso kann ich akzeptieren, dass andere Menschen den Film anders erlebt haben als ich. Ich hasse Rosenkohl, andere lieben es; ich mag rot, andere blau usw usw usw. Ich denke für jedes Genre gibt es entsprechende Empfänger…. Ich hätte gern mehr davon! Vielleicht kann mir auch jemand entsprechende Filme empfehlen 😉

    In diesem Sinne…Nancy

  34. Bin zufällig und völlig unvorbereitet auf den Film gestoßen. Er wirkt noch ziemlich nach, deshalb hab ich etwas gegoogelt und bin auf diese Seite gestoßen. Mir kam zunächst ein anderer Deutungsversuch, noch während des Films: Was, wenn alles aus Sams Perspektive zu betrachten ist? Er als derjenige, der sich schuldig fühlt und nach Vergebung sucht, weil er den jungen Mann nicht retten konnte? Also wenn man die Schlußszene, wo er mit der Krankenschwester Kaffee trinken geht, als Anfang der Erzählung begreift und alles, was dann geschieht, als eine Art Wahn oder Alptraum, bedingt durch den Schuldkomplex, den Sam nun durchlebt? Und die Szene Anfangs, wo er verschläft und zu spät zur Arbeit kommt, sich noch mit Leila trifft, könnte auch schon Teil des Traumes sein, den er in der Nacht nach dem Unfall hat.
    Auch Sam sieht und hört ja die Leute am Unfallort. Vielleicht rekonstruiert er sich im Nachhinein eine „Handlung“ mit Henry als einen ihm anvertrauten Patienten, den er „retten“ bzw. heilen muß, und die anderen Menschen webt er mit ein. Auch die anderen Erklärungen (nicht wahrnehmender Vater, ständig klagende Mutter) sind ihm aus seiner Psychiatriepraxis (und evtl. aus der eigenen Biographie) bekannt, er überträgt sie quasi auf sein Gegenüber, auf die Hauptperson in seiner Rettungsvision, nämlich Henry. Er gibt ihm ein Gesicht, eine Geschichte, eine Persönlichkeitsstruktur, die durch seine Erfahrungen als Psychiater gefärbt ist, übernimmt die Verantwortung für ihn und versucht, sich eine Version zu bauen, die gut ausgeht, in der Henry gerettet werden könnte. Und der rettende Sohn, der seinen Vater wieder sehend macht, kann auch auf eigene Erretter-/ Omnipotenzphantasien hindeuten. Auch die Spuren vom Selbstmordversuch Leilas würden da rein passen. (Sie hat er erfolgreich gerettet und geheilt). Die gelben Hochwasserhosen als Symbol für Scham und Angst vor Bloßstellung wegen des eigenen Versagens? Das Thema Schuld und Verantwortung, denke ich, kann auch gut aus Sams Perspektive gesehen werden.

  35. … und der Titel „Stay“ bedeutet doch „Bleib“ oder bleiben. Könnte auch Sams Wunsch an Henry sein, am Unfallort und eben in der alptraumhaften Zeit danach. Es dreht sich alles immer wieder um den Wunsch, einen Menschen daran zu hindern, aus dem Leben zu gleiten, um die Ohnmachtsgefühle, wenn das nicht gelingt. Und in diesem zwanghaften Gedankenkarusell gefangen zu sein, drin zu bleiben, also auch so ne Art Stillstand.

  36. Sam fühlt sich auch schuldig, weil er in die Privatsphäre des hilflosen Henry eingedrungen ist (der Ring) und fürchtet, daß Henry mit dem Gefühl gestorben ist, man hätte ihn im Augenblick seines Sterbens auch noch bestohlen.
    Auch die Rolle der Beth könnte so erklärt werden: Sie war zuerst am Unfallort, konnte aber nichts für Henry tun. (In Sams Version: Aus der blonden Frau wird die Kollegin Beth, die mit dem Patienten und der Situation überfordert war, nun ist er an der Reihe, seine Fähigkeit zu beweisen. Dabei stellt sich heraus, daß nicht nur der Patient, sondern die Kollegin selbst seine Hilfe braucht, auf ihn angewiesen ist.) Tatsächlich übernimmt diese Beth die Kapitulation für Sam, er projiziert die eigene Hilflosigkeit, Überforderung und Erschöpfung auf eine (erfundene?) Berufskollegin und spaltet so diese Gefühle von sich ab. Deshalb bleibt er in diesem Alptraum drin, er kann die eigene Ohnmacht gegenüber dem Tod nicht anerkennen, also nicht mit der Geschichte abschließen.

    1. Hallo mienee,

      den Film kenne ich nicht. Da Du ihn aber im Zusammenhang mit Stay erwähnst, werde ich ihn mir besorgen und ansehen. Danke für den Tipp!

  37. Schöne Worte Nancy,

    ich lese mir die Kommentare durch und kann teilweise nur mit dem Kopf schütteln. Wir leben in einer Welt, in der es scheinbar cool zu scheint mehr als andere zu wissen oder damit angeben zu können.

    Ich kann nicht verstehen, wie man jemanden z.B blöd an machen kann, nur weil er den Film mit Mulholland Drive vergleicht. Da muss dann jemand der ja eigentlich sonst „keine Kommentare“ abgibt dann doch seinen Senf dazu geben. Wieso verstehen die Leute nicht, dass jeder anders ist?

    Jeder setzt sich anders damit auseinander und jeder fühlt was anderes dabei. Und das ist gut so. Statt dass jeder schreibt: Ich….ich….ich, könnte man gemeinsam darüber diskutieren. Ich habe es so gesehen und wie du? Ach ja…auch ein interessanter Ansatz.

    Auch ich bin Lynch-Fan und würde mich deswegen nicht als Intellektueller bezeichnen. Stay selber hat mich stellenweise auch an Lynch erinnert, nur nicht ganz so verwirrend. Ich hatte während des schauens, schon so meine Vermutungen, da ich solche Art von Filmen inzwischen kenne und vielleicht intuitiv auf die richtigen Dinge achte, dennoch den Schluss konnte ich nicht voraus ahnen. Als ich ihn aber sah, fügte sich mir ein Bild im Kopf zusammen und ich kam zu meiner eigenen Interpretation. Mein Mitbewohner z.B. hat zwei, drei Dinge anders gesehen. Fand meine Ansätze jedoch auch interessant. Und so kann man viel mehr Freude an solchen Filmen haben, indem man sich austauscht, darüber spricht.

    Filme sind immer noch etwas, das unterhalten soll. UNd kein Wettbewerb (und das gilt für alles Filme) a la: „Ne der ist aber scheiße weil.“ Wenn überhaupt dann: Ich finde ihn scheiße weil…..

    Bei Filmen, Musik und Büchern gibt es kein richtig oder falsch. Sondern nur dass, was der Zuschauer, Leser, Hörer und Betrachter in dem Moment empfindet.

    Ich weiß nur, dass Stay mich stellenweise emotional sehr berührt hat. Sei es ein plötzlich bitterlich zu weinen anfangender Henry oder die bedrückende Traurigkeit von Sam und Leia in der Beziehung.

    Ich versuche immer menschlich an solche Dinge ran zu gehen. Mit Gefühl. Aus den Gesichtern zu lesen, wie die Menschen sich fühlen. Ich finde Gedanken und Mimik sind eine wichtige Sache. (Natürlich nicht bei einem Film wie Stirb langsam….der widerum ganz andere filmische Qualitäten hat.)

    Stay riss mich mit. Man war die ganze Zeit gespannt zu wissen: was passiert da? UNd er konnte emotionale Spannung und Symphatie zu den Figuren aufbauen. Das zählt.
    Ich habe machmal das Gefühl, dass den Leuten so ein bisschen das Lesen von Gesichtern, von Gefühlen und Emotionen abhanden gekommen ist. Jeder diskutiert nur noch über Kamerafahren und sucht bewusst die Logigfehler (allgemein, nicht bei Stay) anstatt sich einfach treiben zu lassen und das gesehene zu akzeptieren: Denn schließlich ist es immer noch ein Film und der soll in erster Linie unterhalten.

    Mit so einer Einstellung hat man viel mehr Spaß im Leben. Weil man einfach offener ist und auch positive Dinge an Sachen entdeckt, die vorher so gar nicht die Sache des Betrachters waren. Denn „fast“ alles ist in seiner Weise schön und jeder Autor, Regisseur oder Künstler drückt auf „seine Weise“ aus. Man muss nicht immer damit konform gehen, aber zumindest sollte man allen Dingen seine Darseinsberechtigung lassen.

    Und wenn ich mich in einigen Momenten „an Lynch erinnert“ fühle, dann kann mir das keiner streitig machen, da es für mich Fakt ist. Da hilft mir ein: „WIe kann man diesen Film nur mit Lynch vergleichen“ auch nicht viel weiter und ich kann darüber nur schmunzeln.

    Umgekehrt ist es mit den Puristen, die in allem einen Sinn sehen wollen und den Film schlecht machen nur, weil er nicht ihrer Vorstellung von FIlm entspricht. Jeder hat seine eigene Meinung und das soll auch bitte so bleiben. Aber bitte: Tauscht euch aus, anstatt darum zu kämpfen, wer der coolere ist, weil er meint den ultimativen Lösungsansatz zu haben. Und andere sollten die Klappe halten mit Sätzen wie: „….da kommen dann die Pseudointellektuellen aus den Löchern“

    Denn hier geht es nicht um klüger oder dümmer. Im Grunde sitzen wir alle im selben Boot: Wir sind Filmfans!

    Und meine Interpretation? Vielleicht schreibe ich sie noch. 😉

    In diesem Sinne allen eine gute Nacht

    Euer Explorer!

  38. Hallo zusammen,

    es ist relativ spät und daher wollte ich unbedingt meine ersten Gedanken zu diesem wirkliche gutem Film loswerden, solange sie noch frisch sind. Außerdem bin ich gespannt was mir noch alles beim zweitem oder dritten mal auffällt ich Vergleich zum ersten mal gucken.
    Es ist interessant zu lesen, dass viele ganz unterschiedliche Ansätze haben, um den Film zu verstehen, ich denke das es auch das Ziel der Filmemacher ist.
    Ich sehe das zunächst nicht so, dass ein sterbender Mann auf der Strasse liegt und eine wirren Traum hat bevor er endgültig stirbt etc.!
    Aus meiner Sicht sind Sam und Henry die gleiche Person. Nachdem Sam seine Medikamente wahrscheinlich Anti Depressiva nicht mehr einnimmt fängt er wider an sich an seine Vergangenheit zu erinnern, die nach dem schweren Unfall anscheinend zum größten Teil ausgelöscht oder verdrängt worden ist! Deshalb sagt auch seine jetzige Frau Lila, die eigentlich seine Krankenschwester nachdem Unfall war auch Henry zu ihm als er sie besucht, sie war es auch die ihn gerettet hat, was auch erklärt warum sie zuerst am Unfallort ist. Das erklärt auch warum Bilder von Henry in Sams Wohnung sind. Er war ein jünger Künstler, der bei einem Autounfall der einzige Überlebende, seitdem hat er so große Schuldgefühle, dass er sich die Pulsadern aufschneiden wollte doch wie gesagt hat ihn Laila davor bewahrt. Auch seine große Liebe, die verunglückt ist konnte er nie fragen ob sie ihn heiraten will, deshalb haben auch beiden den gleichen Ring. Aus diesem Grund kann Henry die Zukunft vorhersagen, es sind aber eigentlich nur seine Erinnerungen.
    Wir können gerne weiter diskutieren, jetzt gehe ich erstmal schlafen, weil ich mich bei jedem Wort dreimal vertippe. Gute Nacht

  39. Dafür, dass Henry der jüngere Sam ist und seinen Schmerz aus der Vergangenheit verarbeitet, gibt es noch weitere Hinweise wie bspw. als er die Mutter von Henry trifft und sie zu ihm sagt ‚ glaubst du ich würde meinen Sohn nicht wieder erkennen‘ oder als die beiden sich im Treppenhaus treffen drehen und das gleiche sagen. Als Henry seinem Vater das Augenlicht wiedergibt soll wahrscheinlich nochmal verdeutlichen wie sehr er alles Rückgängig machen würde. Seine Schuldgefühle werden permanent aufgezeigt, deshalb sind die Tapeten von Henry voll mit den Worten ‚Forgive me`.

  40. Jeder von uns hat sich schon mal gewünscht aus sein früheres ich zu treffen und ihm Ratschläge etc. für die Zukunft zu geben. In diesem Fall sagt auch Sam zu Henry du bist nicht Schuld- es war eine Reifenpanne, damit sich Henry nicht Jahre lang mit der Schuld quält, deshalb sagt er auch ich bin Arzt und Henry zu ihm ‚Du bist der Einzige der mich retten kann‘.

  41. Hallo Leute,

    nachdem ich mir den Film jetzt zum zweiten Mal angeguckt habe, bin noch mehr verwirrter wie vorher! Auch meinen ersten Interpretationsansatz muss ich stark überarbeiten!
    Fragen über Fragen, zunächst sah es für mich nicht so aus, dass Henry gestorben ist warum bleibt seine Haube halb offen, wenn er aber überlebt hätte wäre der Krankenwagen wahrscheinlich mit Serenen in der letzten Szene weggefahren!
    Bevor ich weiter nachdenke muss ich erst klären warum sich Sam an ein gemeinsames Leben mit Laila erinnert, als sie ihm sagt, dass noch niemand um ihre Hand angehalten hätte, obwohl die beiden sich erst am Unfallort kennen lernen.

  42. Ein Film der mir beim Angucken einfiel: Bibliotheque Pascal. Er spielt auf eine etwas andere Art mit Realität und Traum- bzw. Märchenwelt. Wobei das eine ohne das andere nicht funktionieren kann. Auch hier sind Anfang und Ende sehr wichtig.

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