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Oscar-Tippspiel 2006

Am kommenden Wochenende findet die 78. Verleihung der Academy Awards statt, im Volksmund auch liebevoll Oscar genannt. Für mich eine absolute Pflichtveranstaltung im TV-Programm, wo sonst eigentlich nicht viel sehenswertes läuft. Insofern halte ich es für eine sehr gute Idee, ein richtiges Tippspiel mit schöner Auwertung und viel Ruhm und Ehre zu starten. Insofern schickt mit eure Oscar-Tipps bis kommenden Samstag, der Einsendeschluss ist 23.59 Uhr. Dabei ist es egal, ob ihr die in eurem Weblog postet und verlinkt bzw. trackbackt oder mir per E-Mail an info-at-dramaking-de schickt oder in die Kommentare postet. Alternativ könnt ihr auch diese TXT-Datei oder dieses Word-Dokument bearbeiten und an mich schicken. Wichtig ist dabei nur eines: Nur vollständige Tipps (alle Kategorien) nehmen teil. Und bitte kommt nicht mit der Ausrede „kenne nicht alle Filme“. Die ist noch älter als ich mich oft fühle. In der Zwischenzeit überlege ich mir mal, ob ich dafür nicht noch einen kleinen Preis ausloben soll.

Und strengt euch an, ich war 2005 und 2004 richtig gut. Eine Liste aller Nominierungen gibt es übrigens auch hier. Ein kleiner Indikator sind oft auch die Golden Globes, die es ja schon immer vorab gibt.

24 5-9 (3.00 pm – 4.00 pm)

Die letzte Folge war alles in allem eine sehr gute, typisch 24 eben. Irgendwie ist es ungeschriebenes Gesetz dieser Serie, dass mindestens einer der Beteiligten CTU-Agenten für die Missachtung von Vorschriften hinter Gittern muss, zumindest temporär. Und es würde mich nicht wundern, wenn in einer der nächsten Folgen der gleiche Agent zähneknirschend wieder rausgeholt werden muss, da es ohne irgendwie doch nicht geht. Und ebenfalls ungeschriebenes Gesetz ist, dass Jack mindestens einmal pro Staffel einen anderen Agenten ausknockt und allein das einzig Richtige tut.

Insgesamt gefallen mir langsam die Figuren, die alle relativ plausibel handeln. Angefangen beim Präsidenten über seine Frau und den Beraterstab bis zur gesamten CTU-Belegschaft. Ich muss schon immer lachen, wenn Mike die Augen verdreht, wenn die First Lady etwas zu ergänzen hat. Herrlich. Chloe hat sich wirklich gemausert, in Season 3 ging die mir noch richtig auf die Nerven. Mittlerweile gehört sie zu den coolsten Figuren der Serie. Auch Bill fand ich zunächst etwas doof, inzwischen gefällt der mir auch auf seine eigene Art. Bin wirklich gespannt, wie es nun weitergeht, etwas großes muss da ja noch kommen.

The Weather Man

The Weather Man

Mit mehr als einem halben Jahr Verspätung kommt The Weather Man nun doch noch in die deutschen Kinos. The Weather Man ist einer dieser Filme abseits aller Hollywood-Konvention und mutet eher wie ein Independent-Teilnehmer eines kleinen Festivals an. Dabei steckt ein dickes Studio und mit Nicolas Cage und Michael Caine großes Hollywood dahinter.

David Spritz (Nicolas Cage) ist der Wettermann bei einem kleinen TV-Sender in Chicago. Das ist kein leichter Job, wie David leidvoll jeden Tag erleben muss, die Leute mögen ihn zum Teil einfach nicht. Viel schlimmer läuft aber sein Privatleben. Er leidet noch immer unter der Trennung von seiner Frau Noreen (Hope Davis) und seine beiden Kinder bereiten ihm auch Sorgen. Tochter Shelly (Gemmenne de la Pena) ist stark übergewichtig und wird in der Schule gehänselt und Sohn Mike (Nicholas Hoult) muss sich mit einem zudringlichen Drogenberater befassen. Dazu kommt noch sein Vater, dem David es einfach nicht recht zu machen scheint. Vater Robert (Michael Caine) gewann den Pulitzer-Preis und ist schwer krank.

Der Film steckt voller schöner Momente

Man kann das Wetter ebenso wenig vorhersagen wie das Leben, das ist die zentrale Botschaft des Filmes. Eigentlich ist The Weather Man eine tragisch-komische Selbstfindungsgeschichte, wie man sie schon so oft gesehen hat. Seit American Beauty ist es meiner Meinung nach aber der ehrlichste Film zu diesem Thema. Der Film schafft es die ganze Zeit über zwischen schwerer Melancholie und bissigem Humor zu schwanken, ohne in die eine oder andere Richtung umzufallen. Dabei will David es doch irgendwie nur allen recht machen, scheitert dabei aber kläglich auf der ganzen Linie. Beispielhaft dafür ist die Szene, wo er Remoulade mitbringen soll und wir an seinen Gedanken teilhaben können. Wie er mit seinen Gedanken abschweift und er uns allen irgendwie so ähnlich ist.

Der Film steckt voller schöner Momente. Wenn David zum Beispiel seiner Tochter erklären will, warum sie in der Schule als Kamelhuf gehänselt wird, stellt man sich auf eine aberwitzige Erklärung von David ein. Der Film überrascht aber mit einer zutiefst rührenden Szene. Und genau diese Unberechenbarkeit faszinierte mich. Ich musste so oft so herzlich lachen, auf der anderen Seite gab es aber auch viel zum Nachdenken und auch sehr viele Momente, die einem sehr nahe gehen. Letztlich ergeht es David doch wie vielen anderen Menschen. Nach außen eine fröhliche Fassade, Karriereorientiertes Denken und privat ein emotionales Wrack voller Selbstmitleid und Minderwertigkeitskomplexen. Leider normal und nur allzu menschlich.

Nicolas Cage bringt diese Stimmung grandios rüber und ist so überzeugend wie lange nicht mehr. An seiner Seite zeigt Michael Caine wieder, warum er als überragender Charakter-Mimi gilt. Aber auch abseits der beiden großen Namen ist der Film hervorragend besetzt. Insbesondere die beiden Kinderdarsteller gefielen mir glänzend. Nicholas Hoult überzeugte ja schon in About a Boy. Das Drehbuch steckt voller spritziger Dialoge, tollen Charakteren und vielen kleinen Überraschungen. The Weather Man ist für mich eine der großen Überraschungen bisher, so gut hatte ich den Film nicht erwartet. Auch wenn er ein klein wenig an American Beauty erinnert ist er eigenständig genug. Unterhaltsam ist er sowieso.

Fazit: Brillante Tragik-Komödie mit exzellenter Besetzung und viel Witz.

Rating:

★★★★★★★★☆☆

Lebenszeichen

Ja, ich lebe noch. Ich habe mir nur gestern bei meinem Kurztrip nach München (Mecker nicht wieder Morn, es waren nur vier Stunden Aufenthalt) eine handfeste, eklige Erkältung eingefangen. so richtig mit tropfender Nase und dickem Schädel. Ich hätte noch so vieles was ich hier schreiben könnte (Kritiken zu The Weather Man und Syriana, die neue Folge 24, den Boykott eines Kinofilmes und und und). Kommt alles noch, versprochen. Genau wie neue Folgen vom Ollywood Reporter. Das Wochenende werde ich aber erstmal wieder fit werden und wie The Big Lebowski ganz locker abhängen. Wird auch easy, denn es wartet das großartige Shadow of the Colossus. Wenn der Mann lügt gibts Schläge, und der kann sich dann auch gleich warm anziehen.