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Something to talk about

So, nun ist das Wochenende fast um und da wird es auch mal wieder Zeit für einen persönlichen Eintrag zwischen all den Kino- und Applebeiträgen. Ist ja immerhin auch noch ein persönliches Weblog. Es fing mit einer Verabredung am Freitag an, wo ich ja noch grübelte, ob das denn wohl eine gute Idee wäre. Rückblickend war es eine sehr gute Idee. Es war der Abend für eine längst überfällige Aussprache, die zumindest mir gut getan hat. Man kann im Leben Fehler machen, man muss das nur irgendwann sehen und dann auch daraus lernen. Letztlich sind wir ja alle nur die Summe unserer eigenen Erfahrungen. Und diese bestehen eben aus richtigen Entscheidungen und eben auch Fehlern. Und wenn man eben genau das einsieht und auf mich zukommt, dann bin ich der letzte Mensch, der jemanden abweist.

Ich war immer der Meinung, dass diese komplizierte Geschichte mit Freundschaften in meinem Leben wie eine Saloon-Tür funktioniert. Die schwingt eben zu beiden Seiten. Man kann da ganz einfach reingehen und wenn man keine Lust mehr hat den umgedrehten Weg wieder raus nehmen. Ich bettele nicht darum, dass jemand rein geht und im Normalfall wird auch niemand hinausgeworfen. Benimmt sich jemand nicht anständig, dann muss ich diese Person zum Nachdenken vor die Tür begleiten. Danach geht’s dann wieder rein zu den anderen, um Spaß zu haben.

2006 fühlt sich bisher für mich sehr gut an. Normal waren mir Jahreswechsel nie wirklich wichtig. Aber dieses Jahr ist das anders, vielleicht weil ich mir einfach vorgenommen habe, einige Dinge anders zu machen als bisher. Früher war ich immer darum bemüht, dass wirklich jeder ein möglichst gutes Bild von mir hatte. Aber wozu? Ist es wirklich wichtig, was eigentlich unwichtige Menschen über mich denken? Ist das nicht irgendwie verschenkte Zeit, die man lieber für die Menschen investieren sollte, die wichtig für einen sind? Wer nicht mit mir klar kommt muss dies nicht tun.

Ansonsten bleibe ich eben Ibiza.

Ich habe für mich entschieden konsequenter darüber nachzudenken, was ich tue. Ich will nur noch die Sachen machen, die mir Spaß machen und auch nur mit den Leuten, mit denen ich gerne zusammen bin. Ich habe keine Lust auf oberflächliche Bekanntschaften und hinterfotziges Gehabe. Und wenn man genau das umsetzt, dann geht es einem auch erstaunlich gut. Kein unnötiger Ballast, nur muss sich das Umfeld wohl erst daran gewöhnen. Da sagt man mal öfter “Nein” und ist vermutlich auch eine Spur egoistischer. Nicht so, dass es anderen weh tut, sondern eben die gesunde Portion, die einen vor unnötigem Schaden beschützt.

“Niemand ist eine Insel” ist ein Zitat aus dem Film “About a Boy”. Ich bin zur Zeit eine Insel, zumindest Beziehungstechnisch gesehen. Aber wenn schon, dann bin ich Ibiza. Da ist Spaß und Party, da brummt das Leben. Ich bin auch gerne bereit, irgendwann dieses Inselleben aufzugeben und mich auf jemanden einzulassen. Aber nicht mehr unter den Voraussetzungen, die es früher dafür gab. Früher reichte es nett zu mir zu sein und schon brannten alle Sicherungen durch. Ich mag mich nicht mehr ständig bemühen. Da muss man mir schon ein Stück weit entgegen kommen. Ansonsten bleibe ich eben Ibiza. Das ist auch gar nicht so schlimm, denn das macht gerade wirklich Spaß.

8 Kommentare zu “Something to talk about

  1. Aus eigener Erfahrung kann ich Dir versichern, dass Ibiza auer Spaß und Party NICHTS zu bieten hat. Es ist langweilig, teuer und oberflächlich. So würde ich nicht sein wollen…

  2. Also meiner Meinung nach kann es ganz gut tun mal eine Weile Ibiza zu sein. Um mal bei dieser Metaphorik zu bleiben: lieber mal Ibiza sein als versuchen Mallorca zu werden. Sich bei allen anzubiedern, zu allem ja und amen sagen, freundlich sein auch wenn es einem selbst nicht wichtig ist. Irgendwann hat man dann zwar oberflächlich ein ganz tolles, breites soziales Netzwerk, fühlt sich aber durch all die ganzen „Bekanntschaften und Freunde“ auf der eigenen Insel nicht mehr wohl, weil man sie – nur um anderen zu gefallen – verdreht und verbogen hat.

    Frei nach Küstenmachers „Simplify your life“ – lieber wenige Freunde, die einem wirklich was bedeuten als viele oberflächliche Bekanntschaften, die einem allein durch ihre Masse viel Zeit und Freiraum abluchsen, ohne wirklichen Tiefgang zu haben.

    Dann wünsche ich erst mal viel Spaß beim „rum-ibizen“. 😉

  3. @Yvonne: So ein Glück, da habe ich doch echt nur die guten Seiten von Ibiza 🙂

    @Andreas: Besser hätte ich es kaum ausdrücken können.

  4. ich möchte ebenfalls keine Insel sein !
    Aber hinterfotziges Gehabe sich nicht mehr anzutun ist immer ein guter Plan …. allerdings sollte man auch so konsequent sein, und bei sich selbst anfangen !

  5. Ich habe offenbar noch etwas vergessen. Man sollte natürlich auch nicht aus einer Mischung aus Zorn und Frustration Kommentare in Weblogs schreiben, die man später nur bereut.

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