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Ein Trauzeuge zum Verlieben (The Best Man)

Ein Trauzeuge zum Verlieben (The Best Man)

Ein Trauzeuge zum Verlieben musste mir eigentlich gefallen. Der Hauptdarsteller heißt wie ich, schreibt sich wie ich, benimmt sich wie ich, sieht eben nur zwei Klassen schlechter aus. Dass er am Ende seine Traumfrau bekommt, stimmt mich dann doch optimistisch für die Zukunft. Und auch wenn von Anfang an klar ist, dass sich die beiden am Ende kriegen werden. Scheiß drauf, der Film ist einfach nett und witzig. Das geht dann ausnahmsweise in Ordnung.
Olly (Stuart Townsend) ist ein Autor, der nach einer großen Menge Vorschusslorbeeren nichts mehr auf die Reihe bekommt und schon bessere Zeiten in seinem Leben hatte. Er hat einen Assistenjob in der Abteilung für Bücher für Frauenselbsthilfegruppen, wo zumindest seine Schreibblockade nicht auffällt. Als ihm seine Wohnung genommen wird, muss er bei seinem Kumpel und lebenden Albtraum Murray (Seth Green) einziehen. Plötzlich meldet sich der lange verschollene Schulkumpel James, der Olly bittet Trauzeuge zu werden. Dummerweise verliebt sich Olly in die Braut (Amy Smart). Als kleinen moralischen Arschtritt zieht Kumpel Murray die Fäden geschickt im Hintergrund, um die kurz vor der Ehe stehende Beziehung zu zerstören. Doch Olly will die Ehe retten und hilft James dabei eine rührenden Liebeserklärung zu schreiben.

Warum sollte man sich einen Film anschauen, bei dem von der ersten Minute klar ist, wie er ablaufen wird? Das Ende ist so vorhersehbar wie Regen in London und trotzdem unterhält dieser eine gewisse Zeit. Das liegt zu einem großen Teil an der netten Besetzung und dem teilweise lustigen Dialogen. Seth Green als eigentlich liebenswerter Chaos-Freund und natürlich Stuard Townsend in der Rolle der charmant-trotteligen Hauptfigur. Wenn man mich nicht bezahlen kann ist er definitiv die beste Wahl. Die witzigen Szenen behalten immer ein gewisses Niveau und gleiten eigentlich nie in die Fäkalecke ab, dickes Lob dafür. Aber 2005 kann ich über geplatzte Hosen und Stürze von Treppenabsätzen nicht mehr lachen.

Aber 2005 kann ich über geplatzte Hosen und Stürze von Treppenabsätzen nicht mehr lachen.

Und so ist Ein Trauzeuge zum Verlieben irgendwie doch ganz nett, aber von einem richtig guten Film so weit entfernt wie Hannover 96 von der Deutschen Meisterschaft. Been there done that. Gab es alles schon sehr, sehr oft, man erinnere sich nur an “Die Hochzeit meines besten Freundes”. Und dann sind wir auch wieder bei der Ausgangsfrage. Warum sollte man sich diesen Film also ansehen? Mir fallen nicht viele Gründe ein. Wer einen netten Film für sein erstes Date braucht, bei dem man vermutlich sowieso vor lauter Geknutsche nicht viel vom Film mitbekommt, wird hier sicher fündig. Ich habe mir irgendwann doch die nicht vorhandenen Haare gerauft, warum die doofe Braut immer noch die deutlich doofere Flasche heiraten will, wo doch der offensichtlich bessere Typ der Trauzeuge ist und dies eigentlich auch für einen Blinden mit Krückstock so was von glasklar ist.

Aber ich will nicht nur motzen. Ich hab zeitweise gut gelacht und irgendwie ist das alles auch ganz nett gewesen. Seth Green kann gerne mein Kumpel werden und für mich die Fäden ziehen. Aber ansonsten wollte der richtige Funken einfach nicht überspringen. Da fehlte einfach diese gewisse Magie, die eine wirklich sehr gute Romantik-Komödie zu Zuckerwatte werden lassen. Stattdessen gab’s einen von diesen klebrigen Äpfeln. Die schmecken auch süß, aber eben nicht so schön wie Zuckerwatte.

Fazit: Nette Romantikkomödie mit der gewissen Portion Charme.

Rating:

★★★★★☆☆☆☆☆

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