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King Kong

King Kong

Mit King Kong erfüllt sich Regisseur Peter Jackson einen lange gehegten Traum, sofern es sich dabei nicht nur um einen geschickt lancierten Marketing-Gag handelt. Wie auch immer, King Kong ist mit einem Budget jenseits der 200 Millionen US-Dollar der Mega-Blockbuster des Jahres und somit zumindest potenziell der Abschluss eines nicht gerade kommerziell erfolgreichen Kinojahres für Hollywood. Dabei soll es nicht stören, dass der Stoff aus den 30er Jahren bereits zahlreiche Remakes bekam. Wenn der wirkliche Herr der Ringe ruft, dann zögert kein Studio.

Peter Jackson hält sich bei der Neuverfilmung ziemlich eng an das Original. Im Jahre 1933 liegt New York in der großen Depression, hohe Arbeitslosigkeit und Hungersnot sind die Folgen. Der schlitzohrige Filmproduzent Carl Denham (Jack Black) steht kurz vor dem Ende. Seine Geldgeber drohen damit,den Geldhahn abzudrehen. Mit einem Drehbuch von Jack Driscoll (Adrien Brody) überzeugt er die naive, arbeitslose Varieté-Künstlerin Ann Darrow (Naomi Watts) zur Mitarbeit. Captain Englehorn (Thomas Kretschmann) soll die Film-Crew an Bord der Ventura zur sagenumwobenen Skull Island bringen, wo Denham sein Filmprojekt zu Ende bringen und damit den rettenden Knaller landen will. Doch gerade auf der Insel angekommen scheint Denhams Plan sich nach und nach in Luft aufzulösen, die Probleme türmen sich zu einem gigantischen Berg auf. Die Bewohner der Insel entpuppen sich als Wilde, aber das ist noch die kleinste Gefahr. Ann soll King Kong als Opfer gebracht werden. Auf der Suche nach Ann begegnet die Crew gigantischen Fledermäusen, monströsen Dinosaurier und allerhand ekligem Getier.

King Kong gliedert sich grob in drei Teile. Im ersten Teil werden die Charaktere vorgestellt und ihre Motivationen erklärt. Wir bekommen ein Gefühl für die Zeit der Geschichte mit den Schwierigkeiten der Depression. Wir sehen ein atemberaubend schönes New York auf der einen und hungernden Menschen auf der anderen Seite. Im Mittelteil bricht dann die Action los und die CGI-Abteilung darf ohne Verschnaufpause mit den Muskeln spielen. Im letzten Akt geht es dann mit King Kong nach New York, wo es zum weltberühmten Showdown kommt. Mit über drei Stunden Länge kann man dem Film vorwerfen zu lang zu sein, stören tut dies jedoch allenfalls im ersten Teil. Die Entscheidung es zunächst jedoch ruhig angehen zu lassen halte ich dennoch für richtig. Schon in der Der Weiße Hai hat man die eigentliche Gefahr des Filmes erst relativ spät im Film gesehen. Dennoch hätte Jackson an einigen Stellen das Ganze ein wenig straffen können.

Da mag die Story durchaus altbacken wirken, aber das ist mir deutlich lieber als die xte Comic-Verfilmung.

Was Jackson gegenüber dem Original geändert hat ist die Beziehung zwischen Ann und dem Gorilla. Im Original geht das Interesse allenfalls vom Affen aus, die Darstellerin darf sich vollends auf die schreiende Opferrolle beschränken. Gut für Naomi Watts, dass es hier zu einer Änderung kam. Nachdem Kong Ann entführt und in seinem “Nest” abgesetzt hat merkt man, dass Kong eigentlich nur aus Instinkt handelt. Er spielt sich als Alpha-Tier auf und Ann lässt ihm diese Rolle. So wird Kong nicht von der Schönheit Anns eingefangen, wie Denham es öfters behauptet, sondern von ihrer Anerkennung und Zuneigung. Und diese resultiert aus einer Mischung aus Mitleid und Geborgenheit. Und auch wenn das alles irgendwie schräg wirkt ist es tendenziell doch irgendwo verständlich. Und hier gelingt es Jackson dann auch wirklich emotional berührende Szenen einzubauen. Stellvertretend sei hier nur der Moment genannt, wo Kong mit Chloroform betäubt wird und dieser im Fallen den Arm verzweifelt Richtung Ann ausstreckt und in seinen Augen diese Enttäuschung und Verzweiflung zu sehen ist.

Hier muss man auch ausdrücklich das Special-Effect-Team und Andy Serkis lobend erwähnen, die King Kong wirklich extrem authentisch hinbekommen haben. Insbesondere die Mimik ist herausragend. Gleiches kann man nicht für alle Effekte sagen, einige sind deutlich als solche zu erkennen, ab aufgrund der Fülle der imposanten Aufnahmen fällt das nicht großartig ins Gewicht. Der Abschnitt im Mittelteil mit der Dinosaurierverfolgungsjagd und der Kampf mit den drei V-Rex ist das imposanteste, was das Abenteuer-Action-Kino jemals vorgebracht hat. Ich gehe wirklich oft ins Kino, aber ich kann mich nicht erinnern, wann ich zuletzt “Ahs” und “Ohs” im Kino gehört habe gepaart mit offenen Mündern und weit aufgerissenen Augen. Und das ist letztlich doch genau das, was Kino eigentlich ausgemacht hat früher. Diese großen fantastischen Stories, fremdartige Welten und großes Abenteuer. Da mag die Story durchaus altbacken wirken, aber das ist mir deutlich lieber als die xte Comic-Verfilmung.

Natürlich hat es Jackson auch ein wenig übertrieben. Insgesamt hätte King Kong etwas kürzer bzw. straffer sein können. Mit den Schleimmonstern hat er sich ein wenig verzettelt, hier wäre weniger deutlich mehr gewesen. Aber das ist meckern auf hohem Niveau. Roger Ebert hat das sehr schön formuliert in seiner Kritik “But it is so well done that we are complaining, really, only about too much of a good thing. This is one of the great modern epics.” Dem kann ich so nur zustimmen. Gelangweilt habe ich mich in den 187 Minuten nie, ich war fast ein wenig traurig, dass es dann zu Ende war. Zumal das Ende wieder so furchtbar traurig war. Noch trauriger als beim ersten Fall von Kong damals im TV. Eigentlich hatte Godzilla damals damit geworben, aber hier passt es besser: Size does matter.

Fazit: Episches Remake mit imposanter Action und wunderschönen Bildern.

Rating:

★★★★★★★★☆☆

4 Kommentare zu “King Kong

  1. Pingback: Der Bloggsberg
  2. Ich fand diesen Film Schrott. Anhand der anderen abgegebenen Fazits auf dieser Seite, zu Filmen die vielleicht nicht das „Mega-Budget“ hatten aber deutlich besser waren, muss ich urteilen, dass der Mensch der hier Fazits abgibt, entw. einen schlechten Geschmack hat oder einfach sich nur von Hollywood-überteuerten Produktionen zu pos. Meinungen hinreißen lässt.

  3. Das Fazit ist im Text begründet, den mus man dann eben aber auch lesen. Das es andere Meinungen gibt ist ja völlig in Ordnung, so ist das eben bei subjektiven Geschmack, ich schreib ja hier nicht, ob der Film DIR gefällt.

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