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So war’s bei mir: Das erste Mal

Sushi

Klassische Irreführung, es geht hier nicht um Sex sondern um Sushi. Ich hatte es ja bereits angekündigt. Ich war zumindest so mutig und habe mir eine Sushi-Kombibox am Frankfurter Bahnhof gekauft und mit nach Hause genommen, da ich schon gegessen hatte. Aber sonst hätte ich ja als Memme dagestanden und wie schon Marty McFly sagte: “Niemand nennt mich eine feige Sau!”. So saß ich hier also vor der Box (siehe Bild) und überlegte, wie man das nun am Besten isst. Also Abe fragen. Ich wusste schließlich, dass er immer diesen Sushi-Pack von Aldi zu sich nimmt.

Ok, Check. Stäbchen sind da und damit geht es schon los. Früher war ich oft mit Freunden beim Chinesen und wir haben uns immer Stäbchen geben lassen. Das weckte irgendwie den Spieltrieb. Spätestens wenn dann aber der echte Hunger kam wurden das Spielzeug zur Seite gelegt und echtes Männer-Werkzeug geordert. Es ist vermutlich deutlich leichter, einen Menschen damit zu töten als zu essen. Sojasauce aus den Tüten pressen und erstmal fluchen, dass der erste Strahl auf den Tisch geht. So etwa stelle ich mir das vor, wenn Frauen versuchen im Stehen… halt Stop, das gehört hier nicht her. Zurück zum Sushi. Nach Studium des Fotos identifizierte Abe die rosa Rosette rechts oben als Ingwer und den grünen Klecks als Wasabi. Er schickte gleich ein “Vorsicht scharf” hinterher und er sollte Recht behalten.

Schmeckt halt irgendwie fischig-belanglos.

Also Wasabi mit der Sojasauce vermengen und vorsichtig eines der kleinen Stöpsel mit dem grünen Kreppband aufnehmen. Wie mir Abe versicherte handelte es sich dabei nicht um Bastelmaterial zur Deko. Er meinte, dass wäre Seetang, genießbar und bedenkenlos mit zu essen. Also gut. Nachdem mir das kleine Scheißerchen andauernd zwischen den Stäbchen weggerutscht ist, benutzte ich eines der beiden Stäbchen als Speer und gab dem Stöpsel den Todesstoß. Wenn der Fisch bis dato noch nicht tot war, spätestens jetzt war er es. Kur vor meinem Mund setzte dann doch ein kurzer Ekel ein. Mit Augen zu und viel Überwindung schob ich den Stöpsel in meinen Mund, es war glaube ich Lachs. Ich überlegte kurz einfach runter zu schlucken und es hinter mich zu bringen, kaute dann aber doch. Und so schlimm war es dann auch gar nicht. Schmeckt halt irgendwie fischig-belanglos.

Die Erwartungen waren nicht so hoch wie das Erste Mal beim Sex. Im Gegensatz zum Sex ist mein Verlangen nach einer schnellst möglichen Wiederholung aber eher nicht so groß. Wobei diese kleinen Flußkrebse mich ja doch reizen. Ich habe brav aufgegessen, beim Wasabi kamen mir die Tränen, da ich es beim Essen eigentlich eher weniger scharf mag. Muss man wirklich mal probiert haben. Wieder etwas erledigt, was ich unbedingt mal ausprobieren wollte.

5 Kommentare zu “So war’s bei mir: Das erste Mal

  1. Ha! Gut gemacht. 🙂 Und merke, Sushi ist eigentlich nix besonderes. Es ist im Grunde das, was für Bayern der „Schweinsbraten mit Semmelknödel“ ist. Der Westen macht halt was Besonderes (weil exotisch) daraus.

  2. Ingwer, wieso müssen die neben jede noch so leckere kleine Sushi-Portion Ingwer legen? Schmeckt doch alles nach Spülmittel dann. *bah*

  3. @Birph: Früher habe ich da mit Ekel dran gedacht. War also in jeder Hinsicht nichts Besonderes.

    @ShadowQueen: Frisch ging ja nicht, da war kein Platz gestern im Magen.

    @Pia: Ha, da ist auch das Einzige, das nicht seinen Weg in meinen gierigen Magen gefunden hat. Alles andere wurde von mir vertilgt. Ein Stück Ingwer probiert, kräftig geschüttelt und für nicht genießbar gehalten.

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