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Vier Brüder – Four Brothers

John Singleton gilt als große Regiehoffnung des schwarzen, amerikanischen Kinos. Sein Regieerstling Boyz’n’the Hood ist bis heute immer noch sein bester Film. Er scheut sich nicht ungeliebte Themen anzupacken und widmet sich gerne möglichst realistisch dem Thema Gewalt. Davon gibt es auch in Vier Brüder einiges zu sehen.

Der Tod ihrer Adoptivmutter Evelyn Mercer (Fionnula Flanagan) führt die vier ziemlich verschiedenen Brüder Bobby (Mark Wahlberg), Angel (Tyrese Gibson), Jeremiah (André Benjamin) und Jack (Garrett Hedlund) wieder zurück ins heimische Viertel nach Detroit. Ihre Mutter war die gute Seele des Viertels und wurde bei einem Raubüberfall brutal und unnötig erschossen. Schnell erkennen die berüchtigten Mercer-Brüder, dass mehr dahinter steckt, als ein purer Zufall. Auf eigene Faust übernehmen sie die Ermittlungen, was Lieutenant Green (Terrence Howard) mitsamt Kollegen Fowler (Josh Charles) gar nicht glücklich macht. Mit unnachgiebiger Gewalt folgen die Brüder Spur um Spur und kommen auf den Obergangster Victor Sweet (Chiwetel Ejiofor) und die eigentliche Erklärung für den Mord.

Die Mutter der vier war offenbar so herzensgut, dass es Mutter Theresa schon peinlich gewesen wäre.

John Singleton verknüpft klassische Elemente von Westernfilmen mit Krimiserien aus den 70er Jahren. Das Thema Selbstjustiz ist an sich ein ziemlich strapaziertes, wird hier aber doch erfrischend rüber gebracht. Sicher ist das Ganze moralisch fragwürdig, denn die Mercer-Brüder sind letztlich auch nicht viel besser als die Kriminellen, die sie eigentlich mit aller Härte bekämpfen. Sie dienen im Film als letzte moralische Instanz und Richter in einer Person. Dabei wird so überdeutlich schwarz/weiß gemalt, dass es fast schon weh tut. Die Mutter der vier war offenbar so herzensgut, dass es Mutter Theresa schon peinlich gewesen wäre. Kann man über diese Problematik hinwegsehen, bekommt man einen wirklich coolen, actionreichen Streifen mit vielen trockenen Sprüchen.

Gerade die beiden Hauptdarsteller Mark Wahlberg und Tyrese Gibson überzeugen als knallhartes Duo, die beiden anderen Darsteller der vier Brüder fallen etwas dahinter ab. Musikalisch wird die Action von einem wundervollen 70er-Jahre-Soundtrack unterlegt, wie man ihn seit Shaft nicht mehr gehört hat. Und so macht es dann doch irgendwie ziemlich viel Spaß, den vieren bei ihren Ermittlungen und unorthodoxen Verhörmethoden zuzuschauen.

Fazit: Cooles Mischung aus Western und 70er Krimi mit extrem gutem Soundtrack.

Note: 3+

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