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Die weisse Massai

Die weisse Massai

Der Film beruht auf den Büchern von Corinne Hofmann, welche die vier Jahre beschreibt, die sie in Kenia mit einem Massai verlebt hat. Sie hatte sich am letzten Tag ihres Urlaubes in den Stammeskrieger verliebt und sich dazu entschlossen, einfach da zu bleiben und zu versuchen, was dabei heraus kommt. Hermine Huntgeburth verfilmte den Stoff als teils dokumentarisches Liebesdrama, dass das Zusammentreffen zweier Kulturen beschreibt, die unterschiedlicher kaum sein könnten.

Mir ist prinzipiell egal, wie nah der Film nun an der Wahrheit dran ist, begeistert hat er mich auf jeden Fall. Eine Frau, die nicht für die Liebe ihres Lebens alles riskiert, sondern sogar nur für den Hauch einer Chance auf Glück bei höchsten Schwierigkeit. Sie gibt alles auf, lässt Familie und Freunde zurück und begibt sich in eine mehr als ungewisse Zukunft ohne jegliche Garantie. Das mag vielleicht nicht nur mutig sondern auch ein großes Stück dumm sein. Aber so etwas bewundere ich dennoch und so etwas geht auch ganz sicher nicht spurlos an mir vorüber. Schließlich ist es das, was sich jeder insgeheim wünscht.

Das mag vielleicht nicht nur mutig sondern auch ein großes Stück dumm sein

Mir ist es ein Rätsel, wie die Frau nach den ersten Erlebnissen überhaupt noch dort bleiben konnte. Aber mit der Zeit lernen die beiden sich zu arrangieren und trotz der großen kulturellen Unterschiede miteinander irgendwie zu leben. Sicherlich gibt es immer wieder Probleme, sei es mit dem extrem einfachen Leben im Busch oder mit dem eher untergeordneten Ansehen der Frau dort, die erst nach den Ziegen angesiedelt sind. Mit der Zeit nähert sich der stolze Krieger den zivilisierten Gepflogenheiten an und die junge Schweizerin lernt sich unterzuordnen ohne dabei auch den letzten Hauch Stolz und Würde aufzugeben.

Bei allen sentimentalen Momenten ist Die weisse Massai auch schonungsloses Doku-Kino. Die extremen Bedingungen und die teils für unsere Augen gar perversen Methoden wie die Beschneidung von jungen Frauen gehen wirklich unter die Haut und wirken dabei auch ehrlich. Und trotz allen guten Willens und allen Bemühungen gibt es dann am Ende doch kein Happy End. Zu groß sind die kulturellen Unterschiede, die beide auf Dauer nicht miteinander auskommen lässt. Aber gerade in diesen Schlussminuten wird dann doch deutlich, dass der stolze Massai nicht mehr nur der harte Krieger ist, sondern auch ein Stück weit gelernt hat und sie wenigstens in Ruhe ziehen lässt. Beeindruckend.

Fazit: Interkulturelles Liebesdrama mit vielen Emotionen und dokumentarischem Einschlag.

Rating:

★★★★★★★☆☆☆

Ein Kommentar zu “Die weisse Massai

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