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A History of Violence

A History of Violence

Meine Oma pflegte immer zu sagen, dass man mit dem Alter ruhiger wird. Für David Cronenberg scheint dies wirklich zuzutreffen. Früher begleiteten neue Filme von ihm immer handfeste Skandale. Für ihn gab es eigentlich nur Extremkino und irgendwie mochte er es wohl auch, mit Konventionen zu brechen und das Publikum zu schocken. Mit A History of Violence tut er das auch, dabei aber im höchst positiven Sinne. Denn mit seinem Neuling liefert ein ein solides, tiefgründiges Charakterdrama ab.

Tom Stall (Viggo Mortensen), Inhaber eines Coffeshops, wird von einer Sekunde auf die andere ein Held. Als zwei Gauner seinen Laden überfallen wollen, erschießt er beide aus Notwehr und rettet mehrere Menschenleben. Der Rummel um seine Heldentat ist ihm eigentlich zuwider und er würde viel lieber abtauchen und sein beschauliches Leben weiterführen. Als dann noch ein merkwürdiger Fremder auftaucht, der behauptet Tom von früher zu kennen, wächst vor Tom ein Berg voller Probleme. Für seine Familie wird diese vermeintliche Verwechslung zu einer extremen Zerreissprobe.

Abgeschossene Nase in Großaufnahme und zerschossene Gesichter

A History of Violence hat mir sehr gut gefallen bis zu dem Zeitpunkt, als aufgelöst wird, was nun eigentlich dahinter steckt. Bis dahin habe ich mit gerätselt. Danach verliert der Film an Fahrt und die Dinge nehmen erwartungsgemäß ihren Lauf. Das macht den Film nicht schlecht, aber bestenfalls solide. Letztlich wird eine recht einfache Geschichte mit starken Charakteren erzählt, was dank der sehr guten Darsteller (Viggo Mortensen, Ed Harris, William Hurt, Maria Bello) auch interessant ist.

Ein bisschen echter Cronenberg muss dann aber doch sein. Die Gewaltdarstellungen sind teilweise wirklich extrem. Abgeschossene Nase in Großaufnahme und zerschossene Gesichter sind sicherlich nichts für schwache Nerven. Und gerade dieses Zusammenspiel zwischen sehr ruhigen Szenen auf der einen und absolut krassen Gewaltszenen auf der anderen schaffen eine besonders extreme Wirkung. Und dann sehen wir auch, wie Menschen auf genau solch extreme Szenen reagieren und welchen Reiz das eventuell auch ausüben kann.

Fazit: Teilweise brutales Charakterdrama, dass die Allgegenwart von Gewalt und deren Auswirkung zur Schau stellt.

Rating:

★★★★★★★☆☆☆

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