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Stolz und Vorurteil (Pride & Prejudice)

Stolz und Vorurteil (Pride & Prejudice)

Mit Stolz und Vorurteil versucht sich der britische Regisseur Joe Wright erneut am Romanklassiker von Jane Austen. Der Stoff wurde 1940 bereits für das Kino adaptiert, danach folgten diverse Verfilmungen für das britische Fernsehen. Sehr beliebt ist dabei die fünfstündige BBC-Produktion mit Colin Firth und Jennifer Ehle. Bei seiner Kinoversion hält sich Wright genauer an das Original und schlägt zudem überwiegend ernstere Töne an.

Wir befinden uns im England des 18. Jahrhunderts. Mutter Bennet (Brenda Blethyn) lebt mit ihrem Ehemann (Donald Sutherland) und den fünf Töchtern Jane (Rosamund Pike), Elizabeth (Keira Knightley), Lydia (Jenna Malone), Mary (Talulah Riley) und Kitty (Carey Mulligan) auf dem eigenen Hof und hat nur einen Wunsch: Die Töchter unter die gut betuchte Haube zu bringen und so den sicheren Fortbestand zu sichern. Da kommt es natürlich nur gelegen, dass der reiche Junggeselle Mr. Bingley (Simon Woods) sich in der Nachbarschaft nieder lässt. Vater Bennet ist der ruhende Gegenpol in dieser Ehe, der eigentlich nur möchte, dass seine Töchter glücklich werden. Auf einem Ball verliebt sich Bingley jedoch in das älteste der Bennet-Mädchen. Ihre Schwester Elizabeth ist zudem abgestoßen und fasziniert zugleich von Bingleys Freund, dem arroganten und wortkargen Mr. Darcy (Matthew MacFadyen). Es scheint alles gut zu laufen, bis Elizabeth raus bekommt, dass Darcy die mögliche Ehe ihrer Schwester torpediert hat. Aus einer Mischung aus Trotz und Verletztheit wendet sich Elizabeth dem scheinbar edlen Mr. Wickham (Rupert Friend) zu, dem Intimfein von Darcy.

Stolz und Vorurteil schafft es, eigentlich nie richtig kitschig zu sein.

Joe Wright ist mit seiner Neuverfilmung dieses klassischen Stückes ein großer Wurf gelungen. Es war eine weise Entscheidung, sich eng an die Vorlage zu halten und eine ernstere Gangart anzuschlagen. Die Besetzung ist tadellos und auch ein Stück weit clever. Mit Keira Knightley besetzte er die Hauptrolle mit einem Star, der wohl auch das jüngere Publikum für diesen Stoff begeistern können wird. Auch wenn sie bisher eher darauf spezialisier war gut auszusehen statt zu schauspielern macht sie ihre Sache wirklich gut. Kein Wunder, ist die Rolle der Elizabeth doch eine der interessantesten Frauenrollen überhaupt. Für ihr Alter und für die Zeit ist sie extrem selbstbewusst und kess. An ihrer Seite überzeugte mich Matthew MacFadyen als Darcy zwar nicht ganz so gut wie seinerzeit Colin Firth aber durchaus glaubwürdig. Darcy wirkt auf den ersten Blick wie ein wortkarges arrogantes Arschloch, dies ist jedoch nur Fassade für einen eigentlich grundehrlichen, schüchternen und verletzbaren Typen.

In den Nebenrollen sitzen aber die eigentlichen Stars. Donald Sutherland fällt als Amerikaner in dem überwiegend britisch besetzten Drama zwar dezent heraus, aber seine Darstellung des Vater Bennet ist charmant und warmherzig. Er stellt den ruhenden Pol im zickenden Frauenhaushalt dar. Echte Highlights setzt jedoch wieder Grand Dame Judi Dench. Die Rolle ist ihr auf den Leib geschrieben und die wenigen kurzen Auftritte bleiben länger im Gedächtnis. Ebenfalls sehr schön anzusehen war Kelly Reilly als biestige Schwester von Mr. Bingley, die das eingefahrene Standesdenken der damaligen Zeit perfekt auf die Leinwand bringt. Wie sie mit wenigen abschätzigen Blicken so viel Aussagekraft erzielt ist schon aller Ehren wert. Neben der guten Besetzung überzeugt natürlich auch immer noch – trotz des Alters – die eigentliche Story, die quasi immer noch den Baukasten für alle heutigen Lovestories bildet. Wenn man sich erstmal auf die etwas gestelzte Sprache eingestellt hat, gibt es durchaus so etwas wie Wortwitz und pointierte Dialoge. Nicht mit dem Holzhammer wie in den heutigen Teeniekomödien, sondern auf die zeitlichen Verhältnisse angepasst.

Stolz und Vorurteil schafft es, eigentlich nie richtig kitschig zu sein. Über weite Strecken werden die großen Gefühle erstaunlich nüchtern um nicht zu sagen unterkühlt transportiert. Trotz der Lauflänge von 127 Minuten wirkte der Film auch mich nicht langatmig oder zäh, was wohl daran liegt, dass den Charakteren viel Platz zur Entfaltung eingeräumt wird. Dazu gibt es spektakuläre Landschaftsaufnahmen, beeindruckendes Set-Design und Kostüme, die einen wirklich in die damalige Zeit versetzen. Höchst herausragend sind die Szenen in denen sich Darcy und Elizabeth gegenüber stehen und über den Stand ihrer Beziehung zueinander reden. Und alles wäre so einfach gewesen, wenn ihnen nicht von Anfang eine Mischung aus Stolz und Vorurteil im Wege gewesen wäre.

Fazit: Überzeugende Umsetzung des Romanklassikers mit toller Besetzung und berauschenden Bildern.

Rating:

★★★★★★★☆☆☆

3 Kommentare zu “Stolz und Vorurteil (Pride & Prejudice)

  1. Mann also der Film is ja echt ein Kinohit man… so ne richige Liebesschnulze mit gefühl und…. einfach allem!!!! also wär ich da mit einem freund reingegangen hät ich mich sofort in ihn verknallt!!!
    echt geiler Film und auch ein bissel zum Heulen… also ich finds gut das Lizzy und Darcy sich gefunden haben!!!

    *freu* ich libe solche Happy ends!!!!

    naja.. i love johnny depp

    katrins

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