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Brothers Grimm

Brothers Grimm

Als ich den Film sah, beschlich mich der Verdacht, dass Brothers Grimm die Rache von Terry Gilliam dafür ist, dass Roland Emmerich in Indenpendence Day das Weiße Haus in die Luft gejagt hat. Wie sonst kann man sich erklären, dass er sämtliche Märchen und wohl auch die Lebensgeschichte in einen Mixer warf und den Pürierenknopf gedrückt hat. Heraus kam eine bunte Mischung der Grimmschen Märchenwelt, die mir jedoch nicht wirklich geschmeckt hat.

Ende des 18. Jahrhunderts ächzt Deutschland unter der Besatzung der französischen Truppen. Die Brüder Will (Matt Damon) und Jake (Heath Ledger) Grimm tingeln als Geisteraustreiber von Dorf zu Dorf und retten die Bewohner vor Dämonen und Hexen. Dabei sind die beiden nur Scharlatane, da sie die schrecklichen Widersacher der Dorfbewohner selbst inszenieren, um schnell und einfach Kasse zu machen. Doch der französische General General Delatombe (Jonathan Prcye) und sein italienischer Foltermeister Calvadi (Peter Stormare) kommen den beiden auf die Schliche. Vor dem Tod können die beiden sich nur retten, wenn sie den Auftrag annehmen, ins Dorf Marbaden zu reisen und die Bewohner vor dem bösen Wald zu beschützen, der Kinder zu rauben scheint. Und als sie das erste Mal wirklich auf übermenschliche Phänomene treffen zeigen sich die beiden als echte Hasenfüße. Eine böse Hexe (Monica Belucci) haust im Wald seit 500 Jahren und will neben dem ewigen Leben auch wieder etwas Jugend zurück bekommen.

Der latente Hang zum Overacting raubte mir zeitweise den Nerv.

Zugegeben, die Idee, die beiden Brüder in ihre eigenen Geschichten als Scharlatane einzubauen ist ebenso dreist wie clever und funktioniert auch gut. Am besten hat mir sowieso das exzellente Set-Design gefallen, das entfernt an Sleepy Hollow erinnert und Tim Burton eine Aufwartung macht. Der Zauberwald ist eindrucksvoll und vermittelt ein hohes Maß an Angst. Für Gilliam typisch ist die wilde Mischung der zahlreichen Märchen. Er hält sich in keinem Fall an die historischen Überlieferung und mischt bunt durcheinander, wie es ihm gefällt. Das ist erfrischend witzig und teilweise extrem vollgestopft mit witzigen Anspielungen.

Das Problem des Films ist einfach, dass er zu viel sein will und dabei alles macht, jedoch nichts wirklich richtig. Zwischendrin wird munter zwischen Komödie und gepflegtem Grusel gewechselt. Dann wieder konzentriert sich Gillian auf die Geschichte und den Zwist der beiden Hauptfiguren. Alles wird irgendwie angerissen, aber nichts konkret und gezielt zu Ende erzählt. Insofern ist es wirklich schade, dass es so extrem an der Story krankt, denn ansonsten hat Brothers Grimm wirklich einige interessante Aspekte. Die Besetzung ist insbesondere in den Nebenrollen exzellent. Aus den Charakteren kann man kaum mehr rausholen. Enttäuscht war ich von den beiden Hauptdarstellern, die beide schon mehr gezeigt haben. Der latente Hang zum Overacting raubte mir zeitweise den Nerv.

Ich war dann letztlich froh, dass die recht wirre und anstrengende Märchenmischung nach langen 110 Minuten zu Ende war. Irgendwie fühlte sich der Film zwischenzeitlich wirklich nett an, aber ich hatte mir mehr bzw. etwas anderes davon erwartet weshalb eine große Portion Enttäuschung übrig blieb.

Fazit: Innovative Märchenmixtur, dir an der wirren Story krankt.

Rating:

★★★★☆☆☆☆☆☆

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