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Die Reise der Pinguine (March of the Penguins)

Die Reise der Pinguine (March of the Penguins)

Ich bin ein großer Freund von Dokumentationen. Deep Blue habe ich mit großem Interesse verschlungen und ich freute mich schon früh auf die Reise der Pinguine und diese Freude wurde absolut nicht enttäuscht. In den USA landete die Dokumentation über die Kaiserpinguine sogar in den Top10, was für diese Art Film ein absolut herausragender Erfolg ist.

Die Geschichte von der Reise der Pinguine beginnt im März und spielt in einer Zone der Erde, die wohl die extremsten Bedingungen für ein Überleben bietet. In dieser Zeit beginnt die jährtliche Tortur für die Kaiserpinguine, die den schützenden Ozean zurücklassen und sich in Karawanen aufmachen ins Landesinnere zu den sicher gelegenen Brutplätzen. Dort sind sie selbst geboren wurden und wie an der Leine gezogen finden die Pinguine den Weg zurück, eines der vielen Rätsel, die die Natur der Wissenschaft immer noch aufgibt. Wenn die Pinguine dann in Scharen angekommen sind beginnt die Paarungszeit, in der die sich in Überzahl befindlichen Weibchen das Männchen ihrer Wahl aussuchen. Als Nahrung dient den Pinguinen zu dieser Zeit lediglich frischer Schnee, um nicht auszutrocknen. Im Mai ist die Zeit gekommen, in der die Weibchen mit einem Ei die Grundlage der weitergehenden Existenz legen.

…ist eine atemberaubende Dokumentation mit sensationellen Bildern.

Was folgt ist eine extreme Schlüsselszene im Jahr eines Pinguins. Das Ei wird dem Männchen übergeben. Das Pinguinpärchen muss dabei extrem vorsichtig aber schnell agieren, da jeder kleine Fehler oder jedes Zögern das jehe Aus für den Nachwuchs bedeuten würde – ein Jahre wäre verschenkt. Das Männchen hält mit den Pfoten das Ei schützend unter den eigenen Bauch. Während das Weibchen sich auf die strapaziöse Rückkehr zum Ozean aufmacht, hält das Männchen regungslos die Stellung. Zusammengekauert warten die Männchen auf die Rückkehr der Partnerinnen mit der ersten Mahlzeit für den Nachwuchs. Dabei sind die Männchen in der Gletscherlandschaft extremsten Temperaturen ausgesetzt. Die Tage sind nur noch zwei Stunden lang, die Temperaturen bewegen sich weit unterhalb des Gefrierpunktes und der Wind hat Spitzengeschwindigkeiten, die einem italienischen Sportwagen zu Ehre gereicht. Die Organisation ist perfekt, kaum sind die Kleinen geschlüpft kehren die Weibchen mit dem rettenden Futter zurück. Der Nachwuchs wird übergeben und die völlig erschöpften Männchen machen sich kraftlos selbst auf den Rückweg zum Ozean. Und so ist die Reise der Pinguine ein ewiger Kreislauf, der auch zahlreichen Gefahren ausgesetzt ist. Neben den Naturgewalten gehören dazu auch die natürlichen Feinde wie zum Beispiel der Seeleopard oder insbesondere für die Jungen der Riesensturmvogel.

Die Reise der Pinguine ist eine atemberaubende Dokumentation mit sensationellen Bildern. Ich hätte mir manches Mal etwas mehr an Informationen gewünscht und auch die Synchronstimmen sind lange nicht so gut wie zum Beispiel Morgan Freeman mit seiner charismatischen Stimme im US-Original. Dafür haben wir hier eine Dokumentation, in der ungewöhnlich viel Gefühl steckt. Allein die Paarungsszenen sind liebevoll in Szene gesetzt und passen mit der Musikuntermalung perfekt zusammen. Ich muss meinen Hut vor dem Franzosen Luc Jacquet ziehen, denn das vergleichsweise eintönige und leicht langweilige Leben der Kaiserpinguine wird sehr interessant von ihm rüber gebracht. Das liegt zu einem großen Teil auch an den wechselnden Stimmen der Männchen, Weibchen und Jungen. Aber schlussendlich liegt es einfach auch an den tollpatschigen und extrem putzig anzusehenden Hauptdarstellern: Den Kaiserpinguinen.

Fazit: Ganz großes, bildgewaltiges Dokukino, jedoch nichts für Kinder.

Rating:

★★★★★★★★☆☆

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