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Paris-Woche: Inside Blizzard Europe

Am vergangenen Freitag hatte ich Gelegenheit, das Europa-Hauptquartier von Blizzard Entertainment im Süden von Paris zu besuchen und einen Blick hinter die Kulissen zu werfen. Dort residiert das komplette europäische Support-Team für World of WarCraft, dem weltweit größten Online-Rollenspiel zurzeit. Da für das Spiel Support sowohl in deutsch, englisch und französisch geleistet wird, trifft man dort eine echte Multi-Kulti-Truppe an. Ich habe mich dabei immer gefragt, was diese jungen Leute (der Großteil ist dort unter 30 Jahre alt) dazu bewegt, das Heimatland, Familie, Freund und gewohnte Umgebung einfach zurück zu lassen. Das große Geld kann es doch kaum sein. Die Leute vor Ort bestätigten mir dies auch. Für die ist das Arbeiten bei und für Blizzard kein Beruf sondern Berufung.

Das Supportteam arbeitet dort im Dreischichtbetrieb, wobei wöchentlich rotiert wird. Reguläres Wochenende gibt es nicht, auf fünf Arbeitstage fallen halt zwei freie Tage, die immer unterschiedlich liegen. Zum Schichtwechsel fiel mir die fast schon familiäre Atmosphäre auf. Den Treffpunkt stellt eine Art Küche dar, wo es europäische Zeitschriften (Politik, Gaming, Lifestyle), Getränkeautomaten, eine Miniküche sowie Spielkonsolen gibt. Die letzten Minuten vor Schichtbeginn wird hier geplaudert, gewitzelt und noch ein wenig Spaß gehabt. Danach geht es in Großraumbüros an die zahlreichen Rechner, an denen jeweils zwei Displays hängen: Einer für das Spiel, einer für Tools. In jedem Büro hängen WoW- und Blizzard-Poster und in den Ecken stehen lebensgroße Actionfiguren aus dem Spiel.

Das deutsche Communityteam hat sich überwiegend Versailles als Wohnort ausgesucht. Im örtlichen Pub sieht man abends mehr Leute mit Blizzard-Shirts als einheimische Franzosen. Beim Umzug nach Paris wird man seitens Blizzard unterstützt, ebenso bei den sonstigen Formalitäten wie Ummeldung, Anmeldung von Strom, Internet und Telefon. Und wer glaubt, dass die Mitarbeiter nach der Arbeit von WoW die Nase voll haben, der irrt sich gewaltig. Denn die meisten laufen auch in ihrer Freizeit immer noch begeistert durch die Welt von Azeroth. Und wer dann doch mal angeschlagen oder genervt ist, wendet sich an die gute Seele der Firma, die immer ein offenes Ohr für alle Sorgen hat. Egal um welches Problem es geht, sie hat die richtige Lösung parat und immer gute Laune. Bei den Mitarbeitern erkennt man dies an der hohen Zufriedenheit und der engen Verbundenheit zum Unternehmen. Man ist stolz, dort arbeiten zu dürfen.

Ich war ehrlich überwältigt von der Anzahl der Mitarbeiter vor Ort. Neben dem Communityteam sitzen dort auch Webdesigner, Techniker, PR und Marketing. Von der Anzahl der Mitarbeiter kann das Blizzard-Europa-HQ mit der Zentrale eines mittelgroßen Versicherungskonzerns in Deutschland problemlos mithalten und es werden immer noch neue Mitarbeiter eingestellt. Passend zu den bald neu in den Handel kommenden Versionen stehen schon wieder neue Schreibtische in den Büros, die besetzt werden wollen. Und ständig wird umgezogen, weil neue Räumlichkeiten nötig sind. Und auch wo im Pariser HQ nicht programmiert wird und auch kein einziger Server ist, ein Marsch durch diese heiligen Hallen ist schon sehr interessant.

Olly @ Blizzard Europe

3 Kommentare zu “Paris-Woche: Inside Blizzard Europe

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