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Das wandelnde Schloss (Howl’s Moving Castle)

Das wandelnde Schloss

Ich bin eigentlich kein großer Freund von Animes, aber nachdem ich so viel Gutes über “Das wandelnde Schloss” gelesen hatte, wollte ich mich davon überzeugen, was es damit auf sich hat. Insofern kannte ich die beiden anderen Filme (Prinzessin Mononoke und Chihiros Reise ins Zauberland) von Oscar-Preisträger Hayao Miyazaki nicht und kann keinerlei Vergleiche ziehen.

Letztlich passt “Das wandelnde Schloss” in keine der üblichen Schubladen.

Mit der Story hatte ich so meine Probleme, denn mit zunehmenden Verlauf wird diese immer wirrer und komplizierter. Man kann es wohl darauf reduzieren, dass sich die junge Hutmacherin Sophie in einem von Kriegen gebeutelten Land in den Zauberer Hauro verliebt. Von einer eifersüchtigen Hexe wird Sophie mit einem Fluch belegt und lebt fortan als 90-jährige Greisin. Durch einen Zufall, in den die Vogelscheuche Rübe verwickelt ist, landet Sophie als Putzfrau im merkwürdigen wandelnden Schloss von Hauro. Dort lernt sie unter anderem auch den Feuerdämon Kalzifar kennen.

Dem Film zugrunde liegt das Buch “Howl’s Moving Castle” von Diana Wynne Jones aus dem Jahre 1986, das als Klassiker der englischen Kinderliteratur gilt. Das wirklich schöne an der Geschichte und dem Film ist, dass es kein klares Gut-Böse-Schema gibt. Wie in der Realität machen die einzelnen Charakere eine Wandlung durch, eigentlich böse Menschen können sich zum Guten wenden und Feige können überraschend zum Mut finden. Hier werden Kindern Werte vermittelt, dass man auch verzeihen können muss und das ein gewisser Respekt vor dem Alter vielleicht nicht verkehrt ist. Dabei wird nicht großartig mit dem moralischen Zeigefinger gewunken. Miyazaki gelingt es, dies spielerisch leicht rüber zu bringen.

Über jeden Zweifel erhaben ist die Optik des Films, die wirklich atemberaubend ist. Ein echter Rausch an Farben und schönen Bildern, der qualitativ über die gesamte Spieldauer nichts von seinem Reiz verliert. Selten gab es schönere Landschaften und beeindruckendere Bilder als hier. Nicht umsonst gilt Miyazaki auch in westlichen Gefilden als großes Vorbild des Animationskinos und das absolut zurecht.

Letztlich passt “Das wandelnde Schloss” in keine der üblichen Schubladen. Für Kinder ist die wirre Geschichte deutlich zu komplex, ansonsten aber durchaus zu empfehlen. Ideal, um zwei Stunden lang völlig abzutauchen und sich diesem charmanten Werk hinzugeben. Ich werde mir die anderen Werke jedenfalls auch anschauen.

Fazit: Optisch eindrucksvolles Anime-Kino mit Storyproblemen.

Rating:

★★★★★★★☆☆☆

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