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Das Comeback (Cinderella Man)

Das Comeback (Cinderella Man)

Wenn man über das Comeback spricht, dann drängt sich ein Vergleich zum letzten großen Boxfilm, dem Million Dollar Baby gerade zu auf. Kein Zweifel, Million Dollar Baby ist der bessere Film, was aber niemanden daran hindern sollte, Das Comeback nicht zu sehen. Das Comeback hat ebenfalls ein ergreifendes Ende, jedoch im absolut positiven Sinne. Trotz aller Vorhersehbarkeit in der Geschichte, auch wenn man gar nichts über das Leben von Jim Braddock weiß, ließ ich mich gerne bei der Hand nehmen und mir die wahre Geschichte erzählen.

Jim Braddock (Russel Crowe) lebt mit seiner Frau Mae (Renée Zellweger) und den drei Kindern in New York im Jahre 1928. Braddock ist auf dem Weg, eine große Boxkarriere zu machen und steht kurz vor dem entscheidenden Titelkampf. Doch nur wenige Jahre später ist der gerade noch gelebte Traum brutal zu Ende. Das Land steckt in der schweren Wirtschaftskrise und aufgrund eines Handbruches verliert Braddock nicht nur einige Kämpfe sondern auch noch seine Boxlizenz. Sein Traum von Weltmeistertitel ist zu Ende und seine Familie hat nicht mehr genug Geld, um lebenswichtige Dinge wie Essen, Strom und Heizung zu bezahlen. Eines Tages steht James Ex-Manager Joe Could (Paul Giamatti) vor der Tür und bietet ihm einen letzten Kampf an. James soll als krasser Außenseiter den Sandsack spielen. Doch Braddock greift die Gelegenheit beim Schopfe und schlägt seinen Gegner KO. Die Massen jubeln ihm zu und Braddock eilt von Sieg zu Sieg. Schlussendlich steht er doch noch im Titelkampf gegen Totschläger Max Baer (Craig Bierko). Die Medien nennen ihn den Cinderella Man, da seine Karriere wie im Märchen verläuft. Kann er auch diese letzte Chance gegen den Willen seiner Frau nutzen und den brutalen und haushoch überlegenen Max Baer, der zuvor zwei andere Gegner im Ring totschlug, besiegen?

Ja genau dann nimmt mich ein Film emotional mit.

Jim Braddock ist so ein aufrichtiger und ehrlicher Mann, dass man eigentlich glaubt, dass es so etwas nicht geben kann. Für seine Familie tut er alles und selbst in größter Not steht er für seine Ideale ein. Der Sohn, der aus Leid heraus eine Wurst klaut, wird nicht bestraft, sondern in einem ruhigen Dialog überzeugt, dass sein Handeln falsch ist. Übrigens nur eine von vielen sehr schönen Szenen im Film. Wenn man die Geschichte sieht, wird man unweigerlich an den WM-Triumph Deutschlands im Jahre 1954 erinnert, der eine ähnliche Wirkung auf das Volk gehabt haben muss. Hier wie dort war das Volk am Boden und dann bedarf es eben eines Helden von ganz unten, der die Massen mitreißt und ihnen neues Leben, Mut und Willen einhaucht. Und hier kann man durchaus sagen, dass es Ron Howard vielleicht zu gut gemeint hat, aber ich habe es genossen. Und wenn Braddock die einst bekommene Sozialhilfe wieder zurückzahlt vom ersten gewonnenen Preisgeld, bei denen zu Kreuze kriecht, die in eigentlich haben hängen lassen oder er der versammelten Presse erklärt, das seine Motivation zum Kämpfen ist, Milch kaufen zu können. Ja genau dann nimmt mich ein Film emotional mit.

Russel Crowe ist die perfekte Besetzung für diesen Film, ich könnte mir niemanden vorstellen, der so einen Charakter glaubwürdiger spielen könnte. Normalerweise wäre aufgrund der Güte und Wärme Tom Hanks der Anwärter auf diese Rolle, aber wer würde dem auch gleichzeitig die Rolle der boxenden Bulldogge abnehmen. An Crowes Seite spielt Renée Zellweger überzeugend die treu sorgende Ehefrau, die Braddock liebevoll zur Seite steht, ihm Liebe schenkt und sich um ihn sorgt. Paul Giamattis Mitwirken ist ebenfalls ein echter Glücksgriff, er gibt der Story den nötigen Witz und liefert nach American Splendor und Sideways seine dritte Galavorstellung ab.

Das Comeback ist aber nicht nur ein glänzendes Drama sondern auch ein erstklassiger Boxfilm. Die Aufnahmen der Kämpfe gehören zum Besten, was es in dem Genre bisher zu sehen gab. Gerade der Schlusskampf verlangt einem viel ab. Einige Szenen sind durchaus brutal, aber für die Story nötig um zu zeigen, was Braddock durchmachen musste. Teilweise hat man das Gefühl, selbst im Ring zu stehen. Unterstützt wird dieser Eindruck noch davon, dass man teilweise aus Braddocks Sicht das Geschehen sieht und qausi angeschlagen den Kampf verfolgt. Ohne Zweifel, Das Comeback erfindet das Boxerdrama nicht neu, macht aber ansonsten alles richtig. Mir ist völlig unklar, warum der Film in den USA gefloppt ist. Trotz seiner Vorhersehbarkeit, seine Geradlinigkeit und seines Pathos ist Das Comeback ein emotional ergreifendes und durchaus fesselndes Sportlerdrama.

Fazit: Kommt nicht an Million Dollar Baby heran, aber immer noch ein absolut überzeugendes Sportlerdrama mit einem überragenden Russel Crowe.

Rating:

★★★★★★★☆☆☆

2 Kommentare zu “Das Comeback (Cinderella Man)

  1. Klingt interessant der Film aber ob ich den Film angucken kann glaub ich nicht. Seit der South Park Folge „Die Russel Crow“ Show in dem Mr. Crow alle jeglingen Arten von Menschen verprügelt hat kann ich keinen Film mehr mit ihm angucken.

  2. Dabei halte ich ihn wirklich für einen herausragenden Schauspieler. Menschlich scheint er ja sehr komisch zu sein, wenn ich es mal diplomatisch ausdrücken soll.

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