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Red Eye

Red Eye

Wes Craven hatte seine große Zeit in den 80ern mit der Teenie-Schlitzer-Serie „A Nightmare on Elm Street“ mit dem Pizzagesichtigen Freddy Kruger als brutal-coolem Serienkiller. Nach viel Schrott schaffte er mit Scream 1996 sein Comeback und hauchte dem tot geglaubten Horror-Genre neues Leben ein. Danach folgten die obligatorischen Fortsetzungen und erneut Schrott. Mit Red Eye lieferte Craven nun einen Thriller ab, der in Amerika gleichsam für Furore und gute Kritiken sorgte.

Dass sie zum Ende so doof aufdrehen muss ist sicherlich nicht ihre Schuld.

Mir ist nur nicht ganz klar, wie ihm dies gelungen ist. Ich kann mir das nur so erklären, dass die meisten Leute nur die ersten zwei Drittel des Films gesehen haben, denn diese funktionieren noch sehr gut. Zwei Fremde (Rachel McAdams und Cilian Murphy) lernen sich zufällig am Flughafen kennen, flirten miteinander und sitzen dann auch noch im Flieger nebeneinander. Die ganzen Wortspielereien und die Chemie zwischen den beiden machen neugierig auf mehr. Dass der Trailer mir bereits verraten hatte, dass der Kerl Übles im Schilde führt, nehme ich nicht mal übel. Denn dass es hier nicht um eine Romanze geht, verrät bereits die Eröffnungsmusik des Films. So erpresst er die Gute, die aufgrund einer schlimmen Erfahrung sowieso schon sehr ängstlich ist, mit dem Leben des Vaters. Sie solle ihm nur einen Gefallen tun und alles würde gut werden. Es beginnt dann das normale Katz-und-Maus-Spiel, das eigentlich auch sehr gut in Szene gesetzt ist.

Die große Schwäche ist das letzte Drittel des Filmes, bei dem bei mir keinerlei Spannung aufkam sondern allenfalls Kopfschütteln. Mal ganz davon ab, dass sich die bösen Jungs absolut lächerlich verhalten und dringendst einen Terrorismuskurs an der Kreisvolkshochschule besuchen sollten, die Wandlung der vorher so eingeschüchterten „Gefangenen“ zum She-Rambo ist so unglaubwürdig wie die Rechtfertigung von Präsident Bush zum Irakkrieg. Nur weil die junge Dame mal einen Antistresskurs besucht und am College Hockey gespielt hat kann sie es auf einmal in aller Ruhe mit Profikillern aufnehmen aber nicht mehr logisch denken und einfach einen Schutzmann am Wegesrand um Hilfe bitten? Ein Film muss nicht zwingend logisch sein, aber er sollte mich bitte auch nicht für dumm verkaufen.

Dabei hätte echt was aus dem Stoff werden können. So wirkt es leider, als hätte man unter Termindruck das Ende irgendwie hingeschludert und gehofft, dass wenn der Name Wes Craven drauf steht, es schon niemand bemerken wird. Die beiden Hauptdarsteller gehen in Ordnung. Cilian Murphy darf nach seiner Rolle in Batman Begins wieder den Fiesling spielen und tut dies so überzeugend, dass jeder Versicherungsvertreter neidisch wird. Rachel McAdams darf nicht nur lecker aussehen, sondern auch schauspielern. Dass sie zum Ende so doof aufdrehen muss ist sicherlich nicht ihre Schuld. Und so bin ich doch ein wenig ärgerlich, dass ich nach der ersten Hälfte, die wirklich Appetit auf mehr machte, dann so eine schale zweite Hälfte bekam.

Fazit: Mäßiger Thriller mit einem wahrlich gruseligen Enddrittel aus dem Skriptautomaten.

Rating:

★★★★☆☆☆☆☆☆

3 Kommentare zu “Red Eye

  1. Heikos Film des Jahres ist wohl gefloppt! Fande ich nicht so pralle….. Wenn man ins Kino geht möchte man was besonderes sehen und nicht einen Actionfilm der schon in 100 Varianten auf RTL lief.

    Note: 4 – – – –

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