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Guess Who

Guess Who

38 Jahre nachdem Katharine Hephurn in „Guess who is coming for Dinner?“ den schwarzen Sidney Poitier ihren schockierten Eltern vorstellte kommt mit Guess Who das Ganze mit umgekehrten Vorzeichen in die Kinos. Wobei das auch die einzige Übereinstimmung ist, denn in der Zwischenzeit hat sich gesellschaftlich einiges getan und insofern erinnert Guess Who eher an „Meine Braut, ihr Vater und ich“.

Natürlich folgt Guess Who dem Schema einer stinknormalen Komödie. Die schwarze Theresa Jones (Zoe Saldana) stellt ihren kreidebleichen Freund Simon (Ashton Kutcher) zu Hause bei den stolzen afroamerikanischen Eltern vor. Besonders der strenge Vater Percy (Bernie Mac) ist extrem zweifelnd und vermutet ein böses Geheimnis hinter Simon. So ganz verkehrt liegt er da auch nicht. Aber auch in der Ehe zwischen Percy und seiner Frau Marilyn (Judith Scott) ist nicht alles so eitel Sonnenschein wie es aussieht.

Der Schlüssel zum Erfolg ist ganz klar Bernie Mac

Der Schlüssel zum Erfolg von Guess Who ist ganz klar Bernie Mac, der mich total überzeugt hat. Seine Vorstellung des fiesen, sarkastischen, nörgelnden und ständig zweifelnden Vater macht den Film trotz aller durchaus vorhandenen Schwächen zu einem lustigen Erlebnis. Denn eigentlich ist von Anfang an wie alles seinen Lauf nimmt. Am Anfang arbeitet der Vater gegen den ungewollten Schwiegersohn in Lauerstellung, dann gibt es die ersten Probleme und Stolpereien und es kommt zum großen Bruch, nur dami sich am Ende alle glücklich und zufrieden in den Armen liegen. Was mich normal richtig nerven würde, funktioniert hier einfach und das liegt zum großen Teil an Bernie Mac, der alle anderen an die Wand spielt.

Ashton Kutcher macht seine Sache gar nicht schlecht, was vielleicht an seiner besonderen Erfahrung liegen könnte. Wahrscheinlich haben seine Eltern auch merkwürdig geschaut, als er Demi Moore zu Hause vorstellte, ist diese vermutlich älter als seine eigene Mutter, aber ich schweife ab. Obwohl die beiden männlichen Darsteller im Mittelpunkt stehen, spielen auch die beiden Partnerinnen eine wichtige Rolle. Die Beziehung der beiden Männer zu ihren jeweiligen Frauen ist für die Geschichte wichtig und liebevoll skizziert. Letztlich geht es aber um die vielen Vorurteile, die immer noch unter uns schlummern. Statt darauf aber mit dem erhobenen Zeigefinger hinzuweisen, wird das hier auf erfrischende und witzige Weise getan, zumindest über weite Strecken.

Ja, das Ende ist an Kitschigkeit nicht zu übertreffen und auch zwischendrin gibt es immer mal wieder die eine oder andere holprige Passage. Aber immer wieder, wenn Bernie Mac mit seiner überdrehten Art ins Bild kommt, bin ich wieder versöhnt und muss lachen.

Fazit: Überraschend lustige Komödie zum Thema Rassismus mit einem glänzenden Bernie Mac.

Rating:

★★★★★☆☆☆☆☆

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