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Charlie und die Schokoladenfabrik (Charlie and the Chocolate Factory)

Charlie und die Schokoladenfabrik (Charlie and the Chocolate Factory)

Charlie und die Schokoladenfabrik basiert auf dem gleichnamigen Kinderbuch von Roald Dahl. Dieses wurde 1971 bereits einmal verfilmt, damals übernahm Gene Wilder die Hauptrolle des Willy Wonka. Für Tim Burton ist Charlie und die Schokoladenfabrik die zweite Dahl-Verfilmung nach dem Stop-Motion-Abenteuer James und der Riesenpfirsich.

Der exzentrische Schokoladenfabrikant Willy Wonka (Johnny Depp) hat eine schwere Kindheit gehabt und sich später ein Schokoladenimperium aufgebaut. Als Mitarbeiter Industriespionage betreiben riegelt er seine Fabrik ab und entlässt alle. 15 Jahre schon hat niemand Willy Wonka gesehen, niemand betrat die Fabrik, doch immer noch gehen täglich Lieferungen von Süßwaren in alle Herren Länder. Doch dann sucht Willy Wonka fünf Kinder, die seine Fabrik besuchen dürfen. Jedes Kind, dass eines von fünf goldenen Tickets in einer Tafel Schokolade findet, bekommt Einlass. Eines von ihnen soll einen besonderen Preis bekommen. Vier der Kinder sind das Abbild schlimmsten Grauens und hochgradig unsympathisch. Nur der kleine Charlie (Freddie Highmore) ist genau die Sorte Kind, die jeder gerne hätte. In Armut und in schlechten Verhältnissen aufgewachsen ist die Familie sein einziger Rückhalt. Charlie ist begeistert von der Welt des Willy Wonka und bekommt ein einmaliges Angebot, dass er eigentlich nicht ablehnen kann, oder doch?

Das der Film auf einem Kinderbuch basiert, wird relativ schnell deutlich. Man durchschaut nicht nur, was auf einen zukommen wird, sondern darüber hinaus auch, wie alles enden wird. Es ist sofort klar, dass die vier Kinder alle entsprechend ihrer Schwächen abgekanzelt werden und nur der kleine Charlie am Ende der große Gewinner sein kann. Kein Wunder, sind die anderen vier doch das personifizierte Übel und Charlie durch und durch gut, dass es selbst Mutter Theresa peinlich gewesen wäre. Dieser Vorhersehbarkeit ist aber nicht wirklich schlimm, denn die Art und Weise, wie das Ganze erzählt wird, entschädigt dafür vollends.

Immer wieder erwischt man sich dabei, den Mund staunend offen zu haben vor den neuen tollen Einfällen und Kulissen.

Wie schon so oft nimmt uns Tim Burton an seine Hand und führt uns in das Reich seiner Fantasie. Eine Welt, die so kunterbunt und abgedreht ist, das sie eigentlich nur von Burton kommen kann. Im Reich von Willy Wonka fließt ein Schokofluss, die geheimnisvollen Oompa Loompa arbeiten wie die sprichwörtlichen Heinzelmänner und das ganze Inventar kann gegessen werden. Immer wieder erwischt man sich dabei, den Mund staunend offen zu haben vor den neuen tollen Einfällen und Kulissen. Allein der gigantische Raum, wo von Eichhörnchen die Nüsse aussortiert werden ist große Klasse – einfach putzig. Die Krone setzt allem aber Johnny Depp mit seiner überzogen flippigen Art als Willy Wonka auf, der entfernt an Michael Jackson erinnert.

Charlie und die Schokoladenfabrik ist auch ein sehr moralischer Film. Kindern wird sehr schön der Spiegel vor die Nase gehalten. Dafür muss man vermutlich ein wenig überspitzen, damit diese Botschaft auch rüber kommt. Charlie zeigt deutlich, wie wichtig eine intakte Familie ist, und das es sich nicht auszahlt, egoistisch, maßlos und verwöhnt zu sein. Sehr schön auch die zahlreichen sentimentalen Momente, wenn zum Beispiel Charlie erklärt, warum er Wonkas Angebot nicht annehmen kann, auch wenn es noch so reizvoll ist. Hier kann auch der kleine Freddie Highmore (der mich schon in Wenn Träume fliegen lernen begeisterte) als Charlie zeigen, was in ihm steckt. Sein trauriger Blick ist einfach zum Herzerweichen. Sehr überzeugend ist auch David Kelly als Großvater von Charlie.

Charlie und die Schokoladenfabrik ist eine schöne wenn auch recht einfach gestrickte Geschichte, die von Burton wundervoll umgesetzt wurde. Kinder können hier vieles fürs Leben mitnehmen und Erwachsene können sich wieder sehr schön daran erinnern, wie es war, als sie selbst noch Kinder waren und mit staunenden Augen in die Welt geschaut haben.

Fazit: Schöne Kindergeschichte, visuell beeindruckend umgesetzt, die Groß und Klein gleichermaßen anspricht.

Rating:

★★★★★★★☆☆☆

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