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Urlaub im Kopf

Olaf kann nicht nur viel futtern und bei Umzügen mit anpacken, manchmal hat er auch richtig gute Ideen. Er muss gestern bei mir eine kleine Dosis Hasenköddel von meinem schnuckeligen Rammler Ramses mitgenommen und heute geraucht haben. Anders kann ich mir die Mischung aus diesem Beitrag und dem gerade hinter uns liegendem ICQ-Chat nicht erklären. Wie auch immer, die Idee vom Urlaub im Kopf ist wirklich gut und da werde ich einfach mal mitmachen. Daher nun hier, meine von der üblichen Sonntags-Depression geprägten Urlaubserinnerungen vom Urlaub im Kopf. Zur Nachahmung wird geraten, für Risiken und Nebenwirkungen bitte den Arzt oder Apotheker des Vertrauens konsultieren. Ich rauch noch schnell einen Hasenköddel, damit ich das ebenso malerisch hinbekomme wie Olaf.

Über Nacht sind mehrere cm Neuschnee gefallen. Der Blick durch das immer noch leicht zugefrorene Fenster lässt den Berg gar nicht so hoch aussehen. Vorbei an den vielen Tannen schmiegt sich in weiter Ferne das kleine Dorf an die Felsen, wo es Lebensmittel und einen Hauch von Zivilisation gibt. Aber ich wollte es ja so. Den Alltag vergessen, Abstand nehmen und einfach die Zeit genießen. Ruhe, Abgeschiedenheit und mit ihr allein sein. Fernab in den Bergen, bei denen die Gipfel in schmückendes weiß gekleidet sind, als hätte man sie kopfüber in Zuckerguss getaucht. Die kleine Holzhütte mit dem knarrenden Holz, das schon so viele Winter gesehen hatte. Der Herd funktioniert hier noch altmodisch mit Feuerholz. Ich werfe einen Blick durch die Schlafzimmertür im Obergeschoss. Sie schläft noch so zufrieden und glücklich. Das Bett ist wie eigentlich alles hier aus altem, rustikalen Holz. Ich gehe in die Küche und mache das Frühstück fertig, ein heißer Kaffee wird uns beiden bei der Kälte gut tun.

Als ich den Tisch decke beobachte ich draußen das kleine Eichhörnchen, das quietschfidel vom Baum hüpft und die kleine Nuss aufhebt, die ich kurz zuvor aus dem Fenster geworfen hatte. „Wir beide verstehen uns, was Kleiner?“ Im gleichen Augenblick gibt die Kanne auf dem Herd einen schrillen Pfiff ab, der an das nun kochende Wasser erinnert. Ich überlege kurz, wie lange ich keinen frisch aufgebrühten Kaffee mehr getrunken habe, als es mir die Sprache verschlägt. Vorbei am Hirschgeweih, das verschwommen an ein Prachtexemplar erinnert, erblicke ich sie die Treppe runter kommen. Lässig wie immer hat sie sich nur mein Hemd übergezogen. Es steht ihr deutlich besser als mir. Die Begrüßung ist ebenso herzlich, wie die letzte Verabschiedung zur Nacht. Kurz darauf sitzen wir am reichhaltig bestückten Frühstückstisch und mein Blick schaut spazieren Richtung Wohnzimmer. Vor dem Kamin erblicke ich das große Bärenfell, was mich gleich wieder an den vergangenen Abend erinnert. Kaffegeruch in meiner Nase reißt mich aus meinen Erinnerungen. Der Urlaub ist fast zu Ende. Wie schnell doch die Zeit vergeht, wenn man glücklich ist…

10 Kommentare zu “Urlaub im Kopf

  1. Die Frage ist, brauch man dazu die Hasenknödel? 🙂

    Und… Was macht man, wenn man nur Katzen zuhause hat?I…

  2. Mit ner Katze? Weg schmeißen… dumme Vieher ohne Sinn. Wenn dann schon nen Kanninchen, das kann man zur Not noch zum Weihnachtsbraten ausbauen (upgraden). Außerdem liefern die kleinen Hoppels den Raketentreibstoff für Ollys Fantasie. Dieser Natürliche Nahrungszusatz bringt seine Gedanken an Orte an denen die Frauen bekleidet sind, im Gegensatz zu seinem Heim. 😀

    BTW, @ Olly: War das ein blondes Bärenfell?

  3. Leute, lasst euch nicht verarschen. Das alles ist eine geniale PR-Strategie, um auf sein Weblog aufmerksam zu machen. Er hat irgendwie gelesen, dass auch schlechte Publicity Publicity ist. Und so macht er hier einen auf Stoiber, wirft Political Correctness über Bord und schockiert die Massen mir provokativen Äußerungen.

  4. Und die Provokation ist aufgegangen. 🙂

    Nicht das ich es wirklich drauf an gelegt habe Paketbomben oder Ähnliches zubekommen, aber eine unpopuläre Meinung zuvertreten hat manchmal schon Vorteile.

    Zur Erklärung; ich mag Katzen wirklich nicht sonderlich, aber hey jedem das seine. Da bin ich sehr liberal. Mir, meiner Filzlaus und den zwei Silberfischchen geht es gut, und das ist die Hauptsache.

    Viel Freude mit euren Haustieren, was immer sie sein mögen. 😉

  5. Pingback: linny online » Blog Archive » Meine kleine Reise

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