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Jerry Maguire: Spiel des Lebens (Jerry Maguire)

Jerry Maguire

Jerry Maguire ist einer der Filme, bei denen ich die meiste Zeit ein wohliges Glücksgefühl verspürte. In einigen Szenen geht dieses so weit, dass mir mein Herz vor Freude fast aus dem Hals gesprungen wäre. Stellvertretend sei hier nur die Szene erwähnt, wo der gerade für seine Ideale und Prinzipien gefeuerte Jerry von einer Büroangestellten begleitet wird, um eine neue Firma zu gründen. Eine Entscheidung bar jeder Vernunft, einfach aus innerer Überzeugung und mit viel Herz entschieden. Eben genauso, wie wir es selbst im Leben oft gerne tun würden und dann doch auf den Verstand hören.

Der oben zitierte Businessman ist Jerry Maguire (Tom Cruise). Er ist Sport-Agent, ständig im Stress und hat mehr Klienten, als dass es sich richtig um jeden Einzelnen kümmern könnte. Er pendelt zwischen den Großstädten und kennt fast nur noch Hotelzimmer. Und in genau so einem stellt er sich die Frage nach dem Warum. Er lässt seinen Gedanken freien Lauf und verfasst ein Memo „Die Dinge, die wir denken, aber nicht sagen: Die Zukunft unseres Geschäftes“, in dem er seine Vision niederschreibt, wie man die Geschäfte besser führen könnte, ganz im Sinne der Klienten. Nachdem er das Memo im Büro verteilt hat, erntet er viel Applaus und kurz darauf seine Kündigung. Jerry weiß nun, warum man diese Dinge zwar denken aber nicht sagen darf. Sein Abgang in der Firma ist ein großer Knall, nur ein Goldfisch und die Büroangestellte Dorothy (Renee Zellweger) gehen mit ihm. Dorothy ist Witwe und lebt mit ihrem süßen Sohn und der verbitterten aber liebenswerten Schwester (Bonnie Hunt) zusammen. Jerry verliert alle seine Klienten, bis auf einen: Rod Tidwell (Cuba Gooding Jr), der seinen Stiefel runter spielt und auf den großen Vertrag wartet. Jerry und Dorothy setzen alles auf eine Karte…

Dies dann einzusehen und entsprechend umzusetzen ist das, was beiden so schwer fällt und sie dabei zu beobachten ist einfach herzlich.

Jerry ist eine interessante Person, in der man sich gut selbst wieder finden kann. Er führt ein Leben, von dem er eigentlich denkt, dass es so richtig wäre. Bis ihm eines Tages die Erkenntnis kommt, dass es eben doch um mehr gehen muss als Erfolg und Geld. Das mag ein idealistischer Gedanke sein, den viele Menschen teilen, aber eben nicht nachgehen wollen. Einzig Dorothy, wundervoll liebreizend dargestellt von Renee Zellweger, vertraut Jerry, den sie vorher nur einmal kurz gesehen hat. Man spürt von Anfang an, dass sie ihn bewundert und nach Studium des Memos ist sie von seinen Worten verzaubert, die er eigentlich selbst am liebsten wieder zurück nehmen möchte. Was für Jerry dann zunächst als hilfsbereite Zweckbeziehung begonnen wird entpuppt sich dann später doch als das, was ihm im Leben immer gefehlt hat: Vervollständigung. Wie heißt es so schön kurz vor dem Abspann? Wenn das Herz leer ist, nützt der Verstand nichts mehr.

Ein wichtiges Detail ist die Beziehung zwischen Jerry und seinem einzig verbleibenden Klienten Rod. Beide verbindet eine Art Hassliebe. Rod führt eine harmonische, wenn auch verrückte Ehe, ganz im Gegensatz zu Jerry. Beide haben das großartige Talent genau zu erkennen, was der andere verkehrt macht. Und beide sagen sich das auch genauso schonungslos. Dies dann einzusehen und entsprechend umzusetzen ist das, was beiden so schwer fällt und sie dabei zu beobachten ist einfach herzlich. Jerry Maguire ist mehr als eine einfache Romanze, denn Regisseur Cameron Crowe verlässt sich nicht auf billigen Kitsch, sondern gibt seinen Figuren viel Tiefe und führt geschickt mehrere Handlungsfäden. Die Dialoge bleiben lange im Kopf, legendär natürlich das „Show me the money“ von Rod oder das „Shut up, you had me at hello“ von Dorothy. Ein exzellenter Soundtrack gehört natürlich selbstredend dazu.

Jerry Maguire hat so viele bewegende Momente, die man so schnell nicht vergessen wird. Ein Film, den ich immer wieder gerne in den DVD-Player einlege, einfach um nicht zu vergessen, dass es so viel mehr im Leben gibt als Erfolg und die schnelle Kohle und das es sich lohnt, auch gegen Widerstände, seinen Idealen und Prinzipien treu zu bleiben.

Fazit: Herzlich, witzig, einfach wunderschön.

Rating:

★★★★★★★★★☆

3 Kommentare zu “Jerry Maguire: Spiel des Lebens (Jerry Maguire)

  1. Ja, ich weiß, der Film ist schon etwas älter. Habe die Kritik nur geschrieben, weil ich für meinen 1000sten Post im Cinemaxx-Forum wieder eine Kritik schreiben wollte, wie damals beim ersten auch schon. Und da sollte es einer meiner Lieblingsfilme sein.

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