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Schau mir in die Augen, Kleines!

Gestern vor dem Kino wollte ich mir – zugegeben etwas verspätet – endlich eine Sonnenbrille kaufen, was ich eigentlich schon lange vorhatte. Normal nimmt man ja den besten Shopping-Partner mit, den man kennt. Da ich aber schlecht mit mir selbst gehen konnte, musste ich bestmöglichen Ersatz finden und so traf es Olaf. Eigentlich gehe ich nicht so gerne einkaufen, aber mit Olaf ist das meist lustig. Er darf nicht so oft in die Stadt und insofern kann ich bei ihm immer so eine leichte Mischung aus Neugier, Aufgeregtheit und Kühnheit erkennen.

Bevor Männer shoppen gehen, wird das Ganze erstmal strategisch geplant. Das geht natürlich nicht mit leerem Magen, also schlugen wir unser Hauptquartier bei der nächst besten Subway-Filliale auf. Das dort der Boden immer so schrecklich klebt ist eine ganz andere Geschichte, soll hier aber am Rande der Vollständigkeit halber erwähnt werden. Mit einem wohligen Völlegefühl zwischen Brustbein und Penis ging es dann weiter die Shopping-Meile entlang.

Eine recht große Auswahl fanden wir bei Galeria Kaufhof vor. Von dem Kaugummiautomatenmodell bis zu den edelsten Designerstücken war dort alles vertreten. Wer jetzt allerdings denkt, dass wir die ausprobierten, die wirklich in Frage kommen, der irrt. Das wäre nämlich viel zu einfach. Zunächst wird erst mal das aufgesetzt, was absolut gar nicht zur Dispostition kommt. Natürlich inklusive der rosafarbenen Damenmodelle. Olaf entwickelte schnell eine Vorliebe für die sportlichen Modelle mit innenseitigem Aktivschwamm und Lufthutzen an den Seiten und an der Front. Ich bevorzugte eher das intellektuelle Modell, das wie eine verkappte Hornbrille aussah. Damit kriegt man bestimmt auch extrem leicht und schnell Germanistik-Studentinnen in die Kiste.

Olaf entwickelte schnell eine Vorliebe für die sportlichen Modelle mit innenseitigem Aktivschwamm und Lufthutzen an den Seiten und an der Front.

Bei unserem zweiten Anlauf an gleicher Stelle traf mich fast der Schlag. Etwas links von uns beugte sich eine extrem attraktive junge blonde Verkäuferin im Minirock über den Tresen und machte sich dabei so lang, dass der immer weiter nach oben rutschende Rock um Hilfe zu schreien versuchte. Mein Augenpaar klebte darauf wie magnetisiert, als Olaf weiter Richtung Brillenständer zusteuerte und meinte „Schau mal, schicke Brille“. Ich stammelte mit offenem Mund nur „Ja, schicke Brille!“ zurück, bis Olaf auch merkte, wo meine Augen gerade spazieren schauten.

Aber irgendwann gewann der Verstand dann wieder die Kontrolle über meine kognitiven Fähigkeiten und wir waren wieder beim Brillenkaufen. Wir sahen noch ein schickes Modell für die örtliche Diskothek. Irgendeine Mischung aus Taucher- und Schweißerbrille, die Puck der Stubenfliege sicher gut gestanden hätte. Mit dem Ding kann man auch beim nuklearen Holocaust aus der ersten Reihe zuschauen, ohne geblendet zu werden. Und dann sah ich sie doch. Nicht die Verkäuferin von vorhin sondern meine zukünftige Brille. Schlicht, schwarz und sie passte auch noch auf meinen Charakterkopf. Nachdem ich noch im Elvis-Tonfall ein „A-Ha“ zum Besten gegeben hatte, gab Olaf seinen Segen und ich der sichtlich auf Feierabend eingestellten Verkäuferin die Kohle. Und jetzt gibt es zum Abschluss auch noch ein Foto von dem Model mit dem hohen Coolness-Faktor (ich meine jetzt die Brille und nicht mich!)…

Coolio alias Olly

Ein Kommentar zu “Schau mir in die Augen, Kleines!

  1. Ich wiederhole mich ungern, aber zu diesem Foto fällt mir nur „Beast in Black“ ein.
    Ob dies wohl die beste Wahl ist?
    Aber die Hauptsache ist, der Olly ist glücklich mit seiner Wahl.

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