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Mann und Frau: Eine Beziehung voller Missverständnisse

Die Beziehung zwischen Mann und Frau ist schon so lange ein Thema, wie es Leben auf diesem Planeten gibt. Im Forum meines Stammkinos gabe es zu dem Thema eine zunächst lustig geführte Diskussion. Was als gegenseitiges Necken, Provozieren und Machtgehabe begann steigerte sich weiter in eine ernste tiefgründige Diskussion, zu der ich doch eine längere, ehrliche Meinung beitragen möchte.

Der letzte Beitrag basierte darauf, dass die Beziehung zwischen Mann und Frau in etwa wie ein Fußballspiel funktioniert. Für jede Aktion gibt es Punkte und das Problem der Männer ist, dass sie zunächst den Torrekord aufstellen wollen, mit den Jahren aber eher wie ein erfahrenes Turnierpferd agieren. Das springt eben auch nur so hoch, wie es auch wirklich muss. Frauen sind insofern anders, so die Meinung dort, dass sie wie ein Instinktfußballer den Ball immer Richtung Tor lenken, sofern sie Gelegenheit dazu haben und dabei auch eine sehr gute Torquote haben. Während der männliche Spieler sich nach 70 Minuten auswechseln lässt und Duschen geht, spielt die Frau auch noch die Verlängerung mit einem Lächeln auf den Lippen zu Ende. Egal wie schön der Schuss war, es gibt immer nur ein Tor gut geschrieben, Männer denken, dass es für einen schönen Schuss Extra-Tore gibt. Soweit die abstrakte Zusammenfassung des Beitrages.

Um ganz ehrlich zu sein, ich will da gar nicht widersprechen. In meinem Leben habe ich schon oft genug gesehen, wie Paare sich zunächst gegenseitig ein Bein füreinander ausreißen und irgendwann das Beziehungsschreckgespenst namens Alltag daher kommt. Vor lauter Arbeit und Alltagssorgen verliert man total den Blick füreinander und lebt mehr in einer Zweckgemeinschaft als in einer Beziehung. Es ist mehr Gewohnheit als irgendwelche Gefühle. Der Moment der Erkenntnis darüber ist meistens dann das Ende der Beziehung. In der heutigen Zeit, der modernen Wegwerfgesellschaft wird es einem ja auch nicht anders vorgelebt. Nur liegt so was immer an zwei Personen, die etwas Elementares falsch machen und da ist keine Frage des Geschlechtes. Das ist nichts männliches, das ist etwas Menschliches.

Aufopfern, ohne sich selbst zu vergessen oder zu verleugnen, zu seinen eigenen Idealen stehen und sich selbst treu bleiben.

Liebe ist etwas, das man sich nicht verdienen muss, Liebe bekommt man. Und zwar für das was man ist und tut. Eine Beziehung ist wie eine Blume. Um die muss man sich kümmern. Man muss sie düngen und täglich gießen. Wenn sie Blätter verliert muss man den Ursachen auf den Grund gehen und diese beheben. Ein verlorenes Blatt bedeutet nicht, dass man die Blume auf dem Kompost werfen muss. Aber man muss auch erkennen, wenn die falsche Blume in der falschen Erde steckt und die entsprechenden Schlüsse ziehen.

Nachdem ich nun so viel Abstraktes geschrieben habe, vielleicht noch was Persönliches aus meiner Sicht. Ich bin davon überzeugt, dass es relativ einfach ist, wenn man sich an ein paar Grundsätze hält. Man behandelt andere so, wie man selbst gerne behandelt werden möchte. Wenn man erwartet, dass einem zugehört wird, sollte man auch selbst erkennen, wenn jemand etwas loswerden will. Sobald einen etwas stört, teilt man sich mit und klärt das Problem. Sofort, unmittelbar, endgültig. Aufopfern, ohne sich selbst zu vergessen oder zu verleugnen, zu seinen eigenen Idealen stehen und sich selbst treu bleiben. Füreinander da sein ohne einzuengen. Und man muss sich immer wieder hinterfragen und das Ganze täglich neu mit Leben füllen.

Sagte ich weiter oben relativ einfach? Vielleicht muss ich mich korrigieren. Einfach ist es nicht, aber sicher nicht unmöglich…

Ein Kommentar zu “Mann und Frau: Eine Beziehung voller Missverständnisse

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