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Krieg der Welten (War of the Worlds)

Krieg der Welten (War of the Worlds)

Schon bevor der Film in den Kinos lief, hatte ich eigentlich schon die Nase voll davon. Zunächst war Tom Cruise’ Scientology-Gehabe in aller Munde, danach machte der Verleih damit Schlagzeilen, veröffentlichte Kritiken vor dem regulären Start zu verbieten, was ein nicht unwesentlicher Eingriff in die Pressefreiheit ist. Warum das alles wird wohl ein Rätsel bleiben, denn der Stoff von H.G. Wells ist seit mehr als 100 Jahren bekannt, insofern kann hier kaum etwas verraten werden. Daher ist die Geschichte auch schnell zusammengefasst.

Eine überlegende, außerirdische Macht greift die Erde an. Ziel ist es, eine Invasion auf die Erde zu starten und alles Leben zu vernichten bzw. abzuernten. Diese Situation bricht über die gutbürgerliche Familie Ferrier ein, die davon im Mark getroffen ist. Ein erbarmungsloses Wettrennen um das eigene Überleben beginnt und es bleibt letztlich nur die Hoffnung, denn die Chance auf ein Überleben ist verschwindend gering.

Sobald sich der erste Tripod mit markerschütterndem Schrei erhebt und mit seinen Strahlen die Leute nur so verpuffen lässt, dann ist das audiovisuell dermaßen beeindrucken, dass einem der Mund offen stehen bleibt.

Steven Spielberg hält sich meiner Adaption des Stoffes ziemlich genau an die Vorlage. Die Story wird komplett aus der Sicht der Familie erzählt, der Blick auf das große Ganze bleibt verborgen. Ein weiser Schritt, denn so wird man eher in das Geschehen gezogen und fiebert mit. Auf der anderen Seite bleibt so natürlich verborgen, was im Rest der Welt passiert. Familie Ferrier fängt auf der Flucht nur den einen oder anderen Infobrocken auf. Spielberg nimmt sich am Anfang kurz Zeit, um die Charaktere vorzustellen und geht dann sofort in die Vollen.

Zunächst kündigt sich die Bedrohung durch ein paar Vorzeichen an und dann bricht das Chaos mit einer Brutalität und Direktheit los, dass einem angst und bange im Kinosessel wird. Dieser Abschnitt ist nicht nur das beste an diesem Film, sondern auch Highlight des Genres. Sobald sich der erste Tripod mit markerschütterndem Schrei erhebt und mit seinen Strahlen die Leute nur so verpuffen lässt, dann ist das audiovisuell dermaßen beeindrucken, dass einem der Mund offen stehen bleibt. Independence Day und Day after Tomorrow wirken dagegen wie ein Kindergeburtstag. Diese Szenen haben auch eine Intensität, die nahe geht. Wenn Tom Cruise von der Straße ins Haus zu seinen Kindern kommt und den Leichenstaub aus seinen Haaren wischt und sich dabei im Spiegel anschaut, erkennt man die Panik, die in ihm steckt. Durchaus solide Vorstellung von Mister Cruise. Die kleine Dakota Fanning macht das, was sie am Besten kann, verzweifelt heulend dem Wahnsinn nahe sein. Hier ging sie mir das erste Mal ein wenig auf die Nerven. In weiteren Rollen sehen wir Tim Robbins und Miranda Otto, die beide ihren Job unaufregend solide abspulen.

Ein Jammer ist, dass Spielberg das Anfangstempo nicht halten kann, spätestens nach der Fähre ist die Luft dann raus und die logischen Schnitzer nerven zunehmend. Sicher, der Stoff ist über 100 Jahre alt, aber so deutlich muss man das nicht zum Ausdruck bringen. Warum werden die Menschen erst geröstet, wenn sie doch geernet werden sollen? Warum fliegen Außerirdische Millionen von Kilometer nur um Wilde Sau zu spielen? Warum weiß einzig Tom Cruise, wie man die Autos repariert? Fragen auf die ich keine Antwort haben will, so lange die Fragen nicht so deutlich aufgeworfen werden. Für das doofe, übertrieben kitschige Ende hat Spielberg eigentlich eine Ohrfeige verdient.

Fazit: Grandiose erste Hälfte gefolgt von einer eher schwachen zweiten Hälfte. Das Ende ist ein Totalausfall. Ansonsten gute Neuadaption des klassischen Stoffes.

Rating:

★★★★★★★☆☆☆

4 Kommentare zu “Krieg der Welten (War of the Worlds)

  1. du hast vergessen zu erwähnen das bei dem Elektromagnetischen Schlag keins Gerät mehr funktioniert aber merkwürdigerweise jemand noch mit einer digitalcamera filmt.

    Und ich bin technisch absolut unbegabt aber solche groben Schnitzer fallen sogar mir auf !

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