Skip to main content

Neues aus der beliebten Serie Kinder und Alkohol

Ich bin eigentlich ein Schützenfestmuffel. Mir ist dieser bodenständige Volkskram zuwider, zumal ich kein Freund von Zelten und schlammigen Plätzen bin. Am Samstag habe ich mich aber doch überreden lassen, auf das Hagenburger Schützenfest zu gehen. Meine Schwester berichtete schon mehrfach von der Qualität dieser Veranstaltung und so wollte ich nun auch wissen, was es wirklich damit auf sich hat. Wie das eben so ist, wenn man mit einigen guten Freunden auf so eine Veranstaltung geht, bekommt der Abend eine gewisse Eigendynamik.

Ich konnte gar nicht so schnell schauen, wie mir immer wieder Gläser und Flaschen in die Hand gedrückt wurden. Egal ob es sich dabei um das Schützenfesttraditionsgetränk Lütje Lage, Fanta-Korn oder schnödes Pils handelte, es lief meine Kehle runter. Bei gefühlten 67 Grad in dem prall gefüllten Festzelt blieb nicht nur kein Auge trocken. Die Livemusik war ziemlich gut, wobei ich schon nach wenigen Stunden einen Status erreichte, an dem ich jede Band gut gefunden hätte. Das ist wie mit Frauen, man kann sich alles schön trinken. Highlight des Abends war sicherlich die junge Dame, die mein Alter auf 23, allenfalls 25 schätzte. Das ging runter wie hochqualitatives Olivenöl und ich ließ die Aussage vor Zeugen wiederholen.

Je mehr von der Flüssigkeit in meinen Magen gelangte, desto leerer wurde mein Kopf.

Ich bin übrigens erstaunt wie flexibel der menschliche Körper ist. Je mehr von der Flüssigkeit in meinen Magen gelangte, desto leerer wurde mein Kopf. Das muss irgendeine Ventil-Funktion sein. Irgendwann zwischen 2 und 3 Uhr, ich konnte das Ziffernblatt sowieso nur noch als verschwommenes Oval erkennen, kam der Fahrdienst und begleitete mich mit mehreren Zwischenstops nach Hause. Aber ich war noch so fit, dass ich den Rechner ausmachen wollte. Meiner Schwester warf ich nur noch die Bitte zu, mir einen Eimer ans Bett zu stellen und ich begab mich dabei an den PC. Ich fand dort eine Absage für den sonntäglichen Schützenfestbummel, was mich angesichts meines Schädels eher freundlich stimmte.

Nach knappen zwölf Stunden linste ich das erste Mal verstohlen in die sich noch immer drehende Welt. Mit meinem Eimerchen torkelte ich ins Bad und gleich wieder zurück ins Bett. Ich dachte mit Grauen daran, dass ich abends ja schon wieder nach Hannover muss, zumal ich immer noch fahruntüchtig war. Die nächtliche Absage hatte ich fast vergessen. Ich wusste nicht mehr, ob ich das wirklich gelesen hatte oder ob es nur ein Traum war. Gegen 18 Uhr nahm ich die erste feste Nahrung auf, die von meinem Magen in bester Manier eines schwarzen Loches aufgesogen wurde. Als ich danach noch duschte erlangte ich wieder die volle Kontrolle über meinen Körper.

4 Kommentare zu “Neues aus der beliebten Serie Kinder und Alkohol

  1. ja ihr seid da schon ganz schön heftig… arbeite dort jedes jahr im zelt. es ist echt unnormal wieviel ihr trinken könnt… gruss sabrina

Kommentar verfassen