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Sich alt fühlen…

… wenn die 13jährige Nachbarstochter beim Essen berichtet „Meine beste Beziehung bisher war mit xyz“. Herrje, in dem Alter habe ich noch mit Playmobil gespielt und Mädchen waren hochgradig doof. Wobei letzteres hat sich heute eigentlich auch nicht geändert.

Operation Dessert Storm

Gestern. Samstagabend. Was tun? Einfach mal mit Olaf abhängen. Geplant war Futtern, Kino und danach auf’s Maschseefest in Hannover. Treffen zwischen 18 und 19 Uhr bei Olaf. Gegen 18.30 Uhr schlug ich bei Olaf mit dem Auto auf und wunderte mich über die grenzenlose Gastfreundschaft. Die Zufahrt zur Neverland-Ranch auf dem Dorf war verschlossen und gesichert. Hupen und Anrufen war zwecklos, ich musste also einbrechen. Nach einem ebenso energischen wie festen Druck auf den Klingelknopf öffnete sich ein Fenster und Olaf in Dessous schaute verschlafen nach unten. Mir schossen spontan zwei Sachen durch den Kopf:

  1. Warum habe ich meine Sonnenbrille zu Hause gelassen?
  2. Ich bin blind!

Einige Minuten später ging es dann ab zum StarDiner, einer guten Adresse, wenn man auf American Food steht. Nach einer „Pimp my Burger“-Aktion stand die Operation Dessert Storm auf dem Schlachtplan: Waffelsandwich mit Softeis. Wirklich lecker, für Olaf nur zu wenig. Ich stellte mich darauf ein, während der Kinovorstellung von einem dezenten aber energischen Magengrummeln unterhalten zu werden. Also weiter Richtung Programmkino, wo der wirklich gute Love Song für Bobby Long auf dem Programm stand. Bis auf die telefonierende Fatma rechts hinter mir auch wirklich ein tolles Erlebnis. Hätte das Ding noch einmal geklingelt, das doofe Handy wäre an der Wand zerschellt.

Den Bummel übers Maschseefest ließen wir ausfallen und landeten dann im Alex. Ein kleiner Cocktail entschädigt für so einiges. Danach packte uns noch die Leidenschaft nach Kultur und wir machten uns auf Richtung Steintor. Für Leute, die sich in Hannover nicht auskennen: Das Steintor ist das Epizentrum multikulturellem Zusammenseins. Den Begriff Puffmeile mag ich nicht wirklich. Zwischen den ganzen Eros-Centern und Thai-Massage-Salons haben sich auch einige kleine Clubs angesiedelt wie die Sansibar oder die Intensivstation. Macht alles einen recht runden Eindruck, zumal dort auch kein Eintritt genommen wird. Man muss auf jeden Fall aber in der Lage sein, auch mal die Augen und Ohren zu verschließen. Hier wird nämlich noch Tacheles geredet. Ist auf jeden Fall vorgemerkt für meinen nächsten Trip bei dem ich nicht fahren muss.

Rein wissenschaftliches Interesse ließ uns dann auch noch den Rest der Lokalitäten abchecken, man muss ja schließlich wissen, womit der einfache Mann von heute so seine Zeit vertreibt. Ich möchte klarstellen, dass mir das Setting zuwider war, aber im Dienste der Forschung muss man auch mal dahin gehen, wo es weh tut. Also alles in allem ein runder Abend.

Love Song für Bobby Long (A Love Song for Bobby Long)

Love Song für Bobby Long (A Love Song for Bobby Long)

Es gibt immer wieder diese kleinen Filme, die fast unter Ausschluss der Öffentlichkeit in kleinen Kinos laufen. Nicht weil sie es nicht anders verdient haben, sondern eher weil die breite Masse nicht bereit ist, sich auf einen Film mit etwas Tiefgang einzulassen. Ein Umstand, den ich persönlich sehr traurig finde. Auf der anderen Seite ist das natürlich auch wieder schön, wenn man eines dieser kleinen Schmuckstücke entdeckt. Das ist wie mit einem sehr guten Buch, das man aus dem unüberschaubaren Angebot einer Bücherei gefischt hat. Mit Love Song für Bobby Long verhält es sich ähnlich. Wenn ich nicht eine mich neugierig machende Rezension gelesen hätte, wäre der Film vermutlich an mir vorbei gegangen, trotz Scarlett Johansson.

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Sommer, Sonne, Sonnenschein

  1. Welcher Song ist für dich Sommer? Da fällt mir jetzt spontan das Bacard Feeling ein. Welchen Song könnte man besser mit Sommer assoziieren?
  2. … und welcher ist Urlaub? Ein Urlaubssong fällt mir jetzt nicht ein, ist sicher auch abhängig vom Urlaubsort. Wenn ich an den letzten Urlaub denke, dann fällt mir spontan „Ab in den Süden“ ein von den Wise Guys, das damals rauf und runter gespielt wurde. Ich konnte es nicht mehr hören.
  3. MTV 2 wird im September abgeschaltet. Ein Verlust? Nein, da ich eine recht große Auswahl an Musiksendern sehen könnte, wenn ich denn mehr TV schauen würde. Da das nicht der Fall ist, werde ich diesen also kaum vermissen.
  4. Welches ist das beste Musikvideo ever? Da gibt es so viele, da eines rauszuheben wäre nicht fair. „Nur ein Wort“ von Wir Sind Helden finde ich recht originell.
  5. … und das Schlechteste? Wüsste ich jetzt nicht, da ich dann wegzappe.
  6. Warum wird der August ein guter Monat? Weil ich mir da sehr viel vorgenommen habe, auf das ich mich freue. Die aktuellen Entwicklungen gefallen mir gut, insofern denke ich, dass es eigentlich nur weiter bergauf gehen kann.
  7. … und warum war es der Juli? Der Juli war wirklich nicht schlecht. Ich habe einige interessante neue Leute kennen gelernt und mir Gedanken über meine Einstellung gemacht. Das Ergebnis daraus lässt mich vieles entspannter und auch gleichgültiger angehen. Frei nach dem Motto: „Ändere was du ändern kannst und den Rest nimm gelassen hin.“

via Cult7 (endlich wieder da)

Tool Time

Ich hatte ja versprochen, die lange Story von der Renovierungsaktion bei Linny nachzureichen. Gerade habe ich etwas Zeit, insofern ist eine gute Gelegenheit dazu.

Alles fing mit der verhängnisvollen Frage an, was ich denn am vergangenen Dienstag vorhätte. Naiv Wahrheitsgemäß antworte ich, dass ich Zeit hätte und schon war das Kind in den Brunnen gefallen. Ausgerechnet ich, handwerklich mit zwei linken Händen ausgestattet, sollte mich als Pinsel quälender Avenzio-Konkurrent in der neuen Wohnung von Linny versuchen. Sicherheitshalber verpflichtet sie aber auch gleich noch Matti, Olaf und Sascha. Nicht, dass sie in eine Fabrikhalle ziehen würde, aber vier Chaoten sind effektiver als einer.

Gute Laune zum Start

Als Olaf und ich schon leicht verspätet mit einem schlechten Gewissen aufschlugen, war Linny gerade erst aufgestanden. 14 Uhr ist dafür auch eine gute Zeit, da hat der Bäcker die Brötchen mit Sicherheit schon fertig. Also ab in die 50 Meter vom Elternhaus entfernte Wohnung. Es war für alles gesorgt. Getränke waren genug da, dummerweise auch Arbeitsmaterial. Meine letzte Hoffnungsfunken, dass es vielleicht doch ein chilliger Nachmittag werden könnte, wurden brutal ausgetreten. Also teilten wir die Arbeit auf. Matti drückten wir für die Fußleisten eine Leiter in die Hand, der ist schließlich nicht der Größte, Sascha übernahm die feinen Ecken und Olaf und ich erledigten das Grobe und machten die großen Flächen.

Olaf und Olly in Action

Mit der Arbeit ist das so eine Sache. Die kann ganz schön trocken sein, nicht jedoch, wenn man mit den richtigen Leuten ans Werk geht. Während Matti immer noch unter dem Heizkörper stand lag und sich seinen Fußleisten widmete, legten Olaf und ich den ersten Tanz an der Stange vor, passend zu den selbst gesungenen (!) Lyrics von „I see you baby“. Die Nummer war mehr als nur heiß, ich behaupte einfach mal, dass wir das noch besser als Streichen können. Mit der Zeit zogen wir auch immer mehr das Interesse der Nachbarn auf uns, ich bin mir nicht sicher, ob es mit der kleinen Peformance am Fenster zu tun hat.

Fenster-Session

Zwischendurch ließen sich alle Generationen der Familie zum Check blicken. Nachdem die Arbeit erledigt war, gab es von Mama Linny auch noch leckere Spaghetti und Bier und es wurde noch ein wenig geplaudert. Darüber, wie viel Spaghetti wohl in Olaf passen, warum Matti so klein ist wie er nun mal ist, wem ich alles ähnlich sehe und warum Sascha laufend am Telefonieren war. Sehr charmant war die erneute Einladung zum Essen sowie die Einladung zur Einweihungsfeier. Aber da sind ja auch noch ein paar Umzugskisten zu tragen. Alles in allem eine aberkomische Aktion, die absolut spontan ins Leben gerufen wurde.

Fertig!