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Battlefield 2: Willkommen auf dem Schlachtfeld

Battlefield 2

Es ist schon komisch. Den ganzen Winter über hatte ich hier diverse Spiele für den PC und meine Konsolen liegen, aber keines davon sprach mit großartig an (Half-Life 2 mal ausgenommen) und jetzt wo es so schön draußen ist, begeistert mich neben GTA San Andreas ein weiteres Spiel für den PC auf ganz besondere Weise: Battlefield 2 aus dem Hause Electronic Arts vom Entwickler Dice. Dabei handelt es sich um einen Multiplayer-Taktik-Shooter, der hauptsächlich online gespielt wird. Bei meiner Betrachtung werfe ich alle moralischen Bedenken über Bord, denn schließlich sprechen wir hier von einer recht realistischen Nachbildung des modernen Krieges. Wer also generell ein Problem mit der Thematik hat, sollte den Beitrag einfach überspringen.

Worum geht es?

Battlefield 2 ist die konsequente Fortsetzung von Battlefield 1942 und Battlefield Vietnam. Bei beiden handelt sich um Taktikspiele, die historischen Kriege als Szenario haben, ohne sich jedoch dem politischen Hintergrund zu widmen. In Battlefield 2 ist Schluss mit der Historie, der Handlungsrahmen spielt im Hier und Jetzt. Moderne Waffen und Gerätschaften mit gut ausgestatten Ausrüstungen von heute. Bis zu 64 Spieler (32 pro Team) spielen auf zwölf verschiedenen Karten um die Vormachtstellung im jeweiligen Szenario. Wer cleverer ist als sein Gegner und besser als Team agiert, entscheidet die Runde für sich. Wie schon in den Vorgängern gibt es zahlreiche Fahrzeuge, zu Lande, zu Wasser und auch in der Luft. Wer in den letzten Jahren mal bei CNN reingeschaut hat, wird viele bekannte Fahrzeuge wieder erkennen.

Battlefield 2

Was ist neu?

Battlefield 2 ist taktische geworden. Teams bilden Squads und schließen sich einem Squadleader an. Dieser dient als mobiler Einstiegspunkt in die Karte und gibt seinem Team Kommandos. Er fordert Aufklärung oder den Abwurf von Versorgungsgütern beim Commander an. Der Commander ist ebenfalls neu dabei. Er ist die wichtigste Person im Team. Er kann für das gesamte Team die komplette Karte mitsamt Gegnerpositionen aufklären, bestimmte Bereiche durch Aufklärungsdrohnen einsehbar machen, Versogungsgüter abwerfen oder einen mächtigen Artillerieschlag anordnen. In den Vorgängern war die Kommunikation ohne Voicechat teilweise extrem fummelig, da alle Kurzkommandos auf den F-Tasten verstreut waren. Nun gibt es ein kleines Menü, das mit einer Taste aufgerufen wird. Klickt man dort mit der Maus, wird Feindkontakt gemeldet, bewegt man die Maus in eine Richtung stehen weitere Optionen wie „Brauche Sanitäter“ oder „Hier angreifen“ zur Verfügung. Nach kurzer Eingewöhnung fällt die Verständigung auf Public-Servern sehr leicht. Battlefield 2 bringt eine eigene Voice-Over-IP-Anwendung und einen Battlerecorder, mit dem eigene Schlachten aufgezeichnet, archiviert und später immer wieder angeschaut oder sogar als Video exportiert werden können. Die Hardwareanforderungen sind extrem gestiegen, dafür sieht Battlefield 2 auch bahnbrechend gut aus. Enorme Weitsicht, schöne Partikeleffekte und tolle Animationen erwecken zeitweise tatsächlich den Eindruck einer Live-Übertragung aus dem Krisengebiet, so schizophren das auch klingen mag.

Battlefield 2

Pro?

In keinem anderen Spiel gibt es so viel zu erleben wie in Battlefield 2. Sofern genug menschliche Mitspieler da sind, wird eine unglaubliche Atmosphäre aufgebaut, die einfach mitreißt. Die Feuergefechte dauern länger als in den Vorgängern, insgesamt hat Battlefield 2 taktisch enorm zugelegt. Die neuen Features sind extrem gut und machen durchweg Sinn. Grafisch ist Battlefield 2 auf der Höhe der Zeit, der Sound ist brachial. Die Spielbalance stimmt auch, es gibt keiner überlegenen Einheiten, letztlich gibt es für alles ein entsprechendes Gegenmittel. Wer einmal mit einem Team taktisch nach Absprache eine gegnerische Stellung eingenommen hat, wird keinen anderen Multiplayershooter mehr anfassen.

Contra?

Battlefield 2 wirkt zeitweise so, als wenn der letzte Feinschliff fehlt. Die Menüs sind lieblos, der Serverbrowser im Spiel eine bodenlose Frechheit. Warum der Coop-Modus gestrichen wurde bleibt vermutlich ebenso ein Geheimnis der Entwickler wie das extrem doofe Ranking-System, das nur auf offiziellen Servern funktioniert. Besitzer von betagteren Systemen müssen draußen bleiben, 1 GB Ram Arbeitsspeicher und eine Grafikkarte mit mind. 128 MB sollten es schon sein. Außerdem wird eine flotte Internetverbindung vorausgesetzt. Eine ISDN-Leitung mit einem Kanal reicht für einen reibungslosen Spielablauf nicht mehr aus.

Battlefield 2

Der Reiz?

Ich war zunächst skeptisch. Die Demo hatte mich gar nicht so angesprochen, das sah für mich zunächst nach einem recht lieblos hingeschluderten Nachfolger aus. Doch die Vollversion belehrte mich eines Besseren. Nachdem ich erstmal die ganzen Neuerungen verstanden hatte, war ich auch schon völlig in den Bann des Spiels gestoßen, da man auch relativ schnell Erfolgserlebnisse hat. Zunächst tritt man einem Spiel ab und schießt auf alles, was nicht bis drei auf den Bäumen ist. Danach lernt man schnell, Deckung zu nutzen, taktischer vorzugehen und die Gebietsvorteile auszunutzen. Der erste Posten als Squadleader steht auf dem Plan und irgendwann darf man sich dann auch als Commander versuchen. Ein Heidenspaß, der nie von Frust sondern mit viel Spaß und auch einer ziemlichen Spannung begleitet wird.

Richtig Spaß macht es dann aber erst mit menschlichen Mitspielern im Voicechat und ich kann mich glücklich schätzen, hier genug fähige, nette Leute zu kennen. Hier wird Spielspaß neu definiert und es werden Sachen ausprobiert, an die die Entwickler sicher nicht im Entferntesten gedacht hätten. Gemeinsam schleicht man durch die engen Häuserschluchten, lässt den Marktplatz aufklären. Der Versogungssoldat munitioniert das Squad auf, der Mediziner hält die Bandagen parat. Hinter dem Squad kommt ein mächtiger Artillerieschlag vom Himmel und reißt Gesteinsbrocken in die Luft. Der Scharfschütze deckt von einer erhöhten Position, während das Squad den Marktplatz erstürmt und die Fahne sichert. Das gegnerische Team rückt flankiert von einem T90-Panzer an, die Lage erscheint aussichtslos. Hätte das Squad nicht einen Panzerabwehrsoldaten dabei. Solche Situationen ergeben sich in Battlefield 2 ständig.

Und diese Mischung aus Action, taktischer Analyse, Geschick und viel Spaß macht das Spiel so herausragend. Für mich ein heißer Anwärter auf das Spiel des Jahres.

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