Skip to main content

Für immer vielleicht

Wenn ich in einem Monat sogar mal zwei Bücher lese, dann bedeutet das etwas. Das letzte Mal, dass das passiert ist, liegt sicher schon zehn Jahre zurück. Nicht weil mir Bücher nichts geben, aber wenn man den ganzen Tag schon am Bildschirm liest, dann muss man es danach nicht noch weiter tun. Nachdem ich kürzlich schon sehr angetan von „PS: Ich liebe dich“ war, habe ich mir gleich das zweite Buch der Autorin Cecelia Ahern mit dem Titel „Für immer vielleicht“ vorgenommen. Und wieder bekam ich eine sehr schöne Geschichte erzählt. Es hat mir letztlich noch besser gefallen als der Erstling.

Rosie Dunne und Alex Stewart, die beiden Hauptfiguren, kann man ein wenig mit Harry & Sally vergleichen. Sie kennen sich seit sie sechs Jahre alt waren, sind seelenverwandt, beste Freunde und eigentlich füreinander bestimmt. Doch immer dann, wenn die beiden sich näher kommen, reden sei aneinander vorbei. Zwischenzeitlich hatte ich das Gefühl, dass ich am liebsten aufgesprungen wäre und beiden ordentlich den Kopf geschüttelt hätte. Es tat teilweise schon weh, wie dumm sich beide anstellen. Nur aus Rücksicht, den anderen nicht zu verletzten oder eben auch aus gekränkter Eitelkeit gehen beide immer wieder ihren eigenen Weg, der sie aber nicht glücklich macht.

Mir hat das Buch gezeigt, wie schnell man aneinander vorbei reden kann und das man solche Missgeschicke lieber früh aufklären sollte, bevor so etwas eskaliert.

Begeistert hat mich die Erzählweise des Buches, auf die man sich anfangs etwas einstellen muss. Man bekommt hier keinen normalen Text serviert, das Buch besteht einzig und allein aus Fragmenten von E-Mails, Briefen, Zetteln, SMS-Nachrichten oder Chat-Logs. Wenn man sich daran erstmal gewöhnt hat, ist das nicht nur amüsant, es funktioniert sogar richtig gut. Und gerade für Leute, die viel im Internet unterwegs sind, ist das sicher eine willkommene Abwechslung. Ebenfalls erfrischend ist der aufgeweckte Schreibstil der jungen Autorin.

Sicherlich ist Für immer vielleicht vorhersehbar und das Ende unabwendbar. Es ist eher der Weg, der hier das Ziel ist. Die beiden über so viele Jahre hinweg zu begleiten ist erfrischend, teilweise schmerzlich und über weite Strecken sehr lustig. Als die beiden noch Kinder sind lacht man über die Rechtschreibfehler in den Zetteln und auch im hohen Alter schreibt Alex immer noch weis anstatt weiß. Herrlich. Die beiden Figuren sind so liebenswert und eigentlich durchweg gute Menschen. Ärgerlich, dass sie so lange nicht einsehen mochten, dass sie sich verdient haben und zwar nicht nur als Freunde.

Mir hat das Buch gezeigt, wie schnell man aneinander vorbei reden kann und das man solche Missgeschicke lieber früh aufklären sollte, bevor so etwas eskaliert. Und mit einem glücklichen Gefühl habe ich letztlich das Buch geschlossen und ins Regal gestellt. Es war wirklich schön.

Für immer vielleicht

Ein Kommentar zu “Für immer vielleicht

Kommentar verfassen