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Kung Fu Hustle (Gong Fu)

Kung Fu Hustle (Gong Fu)

Mit den Martial-Arts-Filmen ist das immer so eine Sache. Ich mag sie nicht sonderlich. Sie sind überdreht, unrealistisch und oft unnötig brutal. Ich kriege zu viel, wenn Leute durch die Luft schweben und wild um sich kicken. Filme wie Ong-Bak zum Beispiel langweilen mich zu Tode, auch wenn sie einen großen Fankreis haben. Das ist vermutlich auch der Grund, warum mit Kung Fu Hustle so gut gefiel. Er nimmt sich selbst nicht ernst und dabei auch noch das gesamte Genre gekonnt auf die Schippe. Nach Stephen Chows Shaolin Soccer ist also auch Kung Fu Hustle wieder Film der etwas anderen Art. Und das macht ihn so interessant und unterhaltsam.

Shanghai in den 40ern. Der Möchtergern-Gangster Sing will in die berühmt-berüchtige Axt-Gang aufgenommen werden. Wer cool ist muss einfach dazu gehören. Als Aufnahmeprüfung soll er im Wohnviertel Schweinestall so richtig aufräumen. Doch die ebenso schräge wie rabiate Eigentümerin nebst schwächelndem Ehemann sind nicht so hilflos wie sie zunächst aussehen. Auch die Mieter haben mehr auf dem Kasten, als ihre verfärbten Zähne und Bierbauchfiguren andeuten. Als alle Einschüchterungsversuche fehlschlagen, muss die Axt-Gang größere Kaliber auffahren. Für Sing ändert sich darauf hin alles. Das Schicksal hat wahrlich Großes mit ihm vor.

Dabei sehen wir so abgedrehte Sachen wie die Verfolgungsjagd zwischen der Hausbesitzerin und Sing, die eher an Road Runner erinnert.

Wenn man Kung Fu Hustle mit wenigen Worten beschreiben müsste, dann würde ich mich am ehesten der Worte von Kritiker-Papst Roger Ebert bedienen. Kung Fu Hustle fühlt sich an, als wenn Jackie Chan, Buster Keaton, Quentin Tarantino und Bugs Bunny zusammen treffen, und das auch noch auf Speed. Die Figuren, die wir in Kung Fu Hustle sehen, sind stark überzeichnet und könnten aus einem Comic entsprungen sein. Stellvertretend sei hier die Haushälterin im Nachthemd erwähnt. Sie hat stets Lockenwickler im Haar, Latschen an und eine Fluppe im Mund, die auch bei den extremsten Bewegungen im Mund bleibt, als sei sie angeklebt.

Chow mixt wie schon in Shaolin Soccer exzellent choreographierte Kämpfe, extreme Kameraschwenks und sehr viele Trickaufnahmen, um seine Vorstellungen umzusetzen. Dabei sehen wir so abgedrehte Sachen wie die Verfolgungsjagd zwischen der Hausbesitzerin und Sing, die eher an Road Runner erinnert. Die zahlreichen Anspielungne auf andere Filme wie zum Beispiel Matrix, Spider-Man, West Side Story und andere sind sehr gelungen und lassen jeden Kinokenner laut auflachen. Kung Fu Hustle mixt gekonnt perfekten Slapstick, wie man ihn heute selten zu sehen bekommt, mit eindrucksvollen asiatischen Kampfszenen. So schaue ich das auch gerne, ohne dass ich mir ständig mit der Hand an den Kopf fassen muss, um zu schauen, ob es der Film oder ein wachsender Gehirntumor ist, der diese Schmerzen verursacht.

Fazit: Anders, aber gut. Gekonnte Slapstick-Nummer, die das gesamte Asia-Kino auf die Schippe nimmt.

Rating:

★★★★★★★☆☆☆

Ein Kommentar zu “Kung Fu Hustle (Gong Fu)

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