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Die Dolmetscherin (The Interpreter)

Die Dolmetscherin (The Interpreter)

Sydney Pollack ist wieder da. Nach zuletzt sechs Jahren Leinwand-Pause als Regisseur und den davor eher schwachen Begegnungen des Schicksals und Sabrina meldet sich Pollack wieder mit einem soliden, intgelligenten Polit-Thriller zurück ganz in der Tradition der Filme, die ihn in den 70ern groß gemacht haben. Im Stile von Die drei Tage des Condor erzählt er in Die Dolmetscherin die spannende Geschichte über ein Attentat in den Gebäuden der Vereinten Nationen. Erstmals wurde dabei an Original-Schauplätzen innerhalb des UN-Gebäudes gedreht.

Silvia Broome (Nicole Kidman) arbeitet als Dolmetscherin für die Vereinten Nationen in New York. Zufällig wird sie Zeugin eines Gespräches bei dem es um die Ermordgung eines afrikanischen Regierungsvertreters geht. Silvia meldet das Ganze den US-Behörden. Fortan begleitet sie Tobin Keller (Sean Penn) vom Secret Service, denn einen toten Regierungsvertreter auf amerikanischen Boden kann man sich nicht erlauben. Die Attentäter haben es auf Silvia abgesehen, ihr Leben ist in Gefahr. Aber mit der Zeit kommen Keller Zweifel an der Glaubwürdigkeit von Silvia. Sie scheint etwas zu verbergen. Als die internationale Krise unmittelbar bevorsteht, treffen zwei Weltanschauungen aufeinander.

Getragen wird der Film von zwei herausragenden Darstellern.

Die Dolmetscherin ist nicht unbedingt ein Polit-Thriller, denn der Politik-Anteil wird auf erstaunlich kleiner Flamme gehalten. Offenbar hatte man nicht den Mut, die Originalnamen zu nennen, denn bei dem fiktiven afrikanischen Staat handelt es sich zweifelsohne um Simbabwe und bei Zuwanie eigentlich um Robert Gabriel Mugabe. Aber dieses Zugeständnis war vermutlich nötig, um die Dreherlaubnis in den UN-Gebäuden zu bekommen. Der Film ist auch so spannend genug. Erfreut war ich über den eher altmodischen Drehstil, hektische Schnitte und Nonstop-Action sind in einem derartigen Thriller auch eher Fehl am Platz.

Getragen wird der Film von zwei herausragenden Darstellern. Auf der einen Seite steht die verletzlich mysteriöse Nicole Kidman, die ebenso interessant wie geheimnisvoll auf Agent Keller wirkt. Die spätere Entwicklung im Film verwundert dann nicht und wirkt rückblickend glaubwürdig. Auf der anderen Seite haben wir Sean Penn, der über die Jahre zu einem exzellenten Schauspieler gereift wird. Er wird zwar nicht so gefordert wie in Mystic River, macht seine Sache dennoch gut. Er wirkt clever und ausgelaugt, strahlt aber stets Souveränität aus. Sehr schön auch, dass Pollack uns eine Romanze erspart. Zwischen beiden entwickelt sich so etwas wie Zuneigung, aber auf einem anderen Level. Es geht eher um Vertrauen und Verständnis.

Insgesamt also ein runder, solider Film, der aber mehr Potenzial hätte.

Fazit: Intelligenter Polit-Thriller in erfrischendem Szenario.

Rating:

★★★★★★☆☆☆☆

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