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Kebab Connection

Kebab Connection

Deutsche Komödien haben es bei mir schon immer schwer gehabt. Nur wenige schaffen es, sich mit einem guten Eindruck auch langfristig in meinem Gedächtnis zu halten. Beispiele hierfür wären Bang Boom Bang oder Knockin’ on Heaven’s Door. Kebab Connection wird dies nicht schaffen, da er relativ abgedroschen daher kommt, sich dreist bei anderen Komödien bedient und die Szenen beinhaltet, bei denen ich von Natur aus wegschaue. Ich finde es auch beim 100. Mal nicht witzig, wenn sich in Filmen übergeben wird oder Witze über diverse Exkremente gemacht wird. Das sollte als absolutes No-No in diverse Filmlehrbücher aufgenommen werden.

Der zum Chaos neigende Ibo will den ersten deutschen Kung-Fu-Film drehen. Als Einstieg dreht er einen Kino-Werbespot für die Dönerbude seines Onkels und wird damit über Nacht zum Star des Viertels. Als alles so gut aussieht, bringt die Schwangerschaft seiner Freundin Titzi alles ins Wanken. Die Familie von Ibo is not amused, immerhin ist Titzi eine Deutsche. Die darf man offenbar als Türke poppen, aber nicht schwängern. Titzi hat dann auch die Nase voll von Ibo (wegen seiner Unzuverlässigkeit) und seiner Familie (wegen der Einstellung). Ibo versucht zu beweisen, dass er doch ein guter Vater sein kann. Ob alles sich zum Guten wenden wird?

Die eingangs erwähnten Kack- und Kotzwitze hätte man sich wirklich schenken können.

Klischees wohin man schaut. Natürlich will die türkische Familie keine deutsche Schwiegertochter und schon gar nicht eine schwangere. Natürlich fährt der türkische Papa ein Taxi und eine Dönerbude gehört natürlich auch in jede türkische Familie. Natürlich benutze ich das Wort natürlich zu oft, ich bin vermutlich genauso unmotiviert beim Schreiben dieser Zeilen, wie die Drehbuschreiber bei ihrem Werk. Dabei waren immerhin vier Personen daran beteiligt, darunter auch der zuletzt gefeiert Fatih Akin. Genutzt hat es offensichtlich nichts.

Es gibt auch einige lustige Szenen, so zum Beispiel die Werbesports für die Dönerbude und einige Sprüche von Ibo und seinen grenzdebilen Freunden. Abseits davon aber wird Komödiendurchschnittskost geboten. Ein paar Klassikern wird gehuldigt: Panzerkreuzer Potempkin, Drei Männer und ein Baby oder Kuck mal wer da spricht. Die eingangs erwähnten Kack- und Kotzwitze hätte man sich wirklich schenken können. Überzeugend war für mich letztlich der Auftritt von Ibos Vater. Er ist der Einzige, der wirklich witzig ist und sich über die Laufzeit des Films auch etwas entwickelt. Der Rest ist platt, altbekannt und vermutlich das richtige für einen DVD-Abend mit Döner und Alkohol.

Fazit: Platte Multi-Kulti-Komödie mit wenigen guten Szenen.

Rating:

★★★★☆☆☆☆☆☆

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