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Wimbledon

Wimbledon

Das Mekka für Tennisspieler ist immer noch das altehrwürdige Turnier in Wimbledon. Das Besondere ist der Rasenplatz und die dort herrschende Atmosphäre. Während die Promis in feinstem Zwirn frische Erdbeeren mit Schlagsahne verdrücken, schlägt sich auf dem Platz die Tenniselite um Weltranglistenpunkte. Eine interessante Kulisse für eine Romantikkomödie. Das dachten sich zumindest die Produzenten von Notting Hill und Bridget Jones.

Der britische Tennisspieler Peter Colt (Paul Bettany) ist am Zenit seiner durchwachsenden Karriere angekommen. Seine beste Platzierung war Platz 11 der Weltrangliste. Wimbledon soll sein letzter Meilenstein vor dem Karriereende sein. Dort trifft er die junge Amerikanerin Lizzie Bradbury (Kirsten Dunst), die unter der straffen Führung von Vater Dennis (Sam Neill) die Nummer 1 im Auge hat. Als Peter sich in sie verliebt beginnen für Lizzie die Probleme und für Peter gleichzeitig das Karrierehoch. Spiel, Satz und Liebe?

Keine großen Momente, keine Überraschungen und auch keine – was mich sehr enttäuscht hat – einprägsamen Dialogzeilen.

Man könnte es kurz machen und sagen, dass Wimbledon nichts richtig gut macht, aber eben auch nichts richtig schlecht. Es ist einer dieser Filme, die man sich anschaut, ein paar Mal lächelt, ein gutes Gefühl im Magen hat, das Kino verlässt und dann überlegt, wo man etwas essen geht. Denn dann ist der Film eigentlich auch schon wieder vergessen. Keine großen Momente, keine Überraschungen und auch keine – was mich sehr enttäuscht hat – einprägsamen Dialogzeilen. Wer erinnert sich nicht noch an Hugh Grants „surreal aber schön“ in Notting Hill oder an Renée Zellwegers hingehauchtes „you complete me“ in Jerry Maguire. Bei Wimbledon habe ich genau das schmerzlich vermisst.

Im Gegensatz zu den früheren Produktionen aus diesem Hause ist auch die Besetzung mit Ausnahme von Paul Bettany ein Reinfall. Notting Hill war bis in alle Nebenrollen hinein mit interessanten Figuren besetzt. Wimbledon hätte dazu Gelegenheiten gehabt, zum Beispiel mit der Figur von Peters Bruder, aber auch hier viel verschenktes Potenzial. Bitte nicht falsch verstehen, Wimbledon bietet durchaus nette Unterhaltung. Hier zeigt Paul Bettany sehr schön, wie wandlungsfähig er sein kann. Mit dem Tennis-Szenario haben sich die Macher keinen Gefallen getan, die Szenen auf dem Platz sehen dann auch etwas enttäuschend aus.

So hangelt man sich an dem Leitfaden „nette Komödien für junge Pärchen nach Schema F“ von Anfang bis Ende durch, was den Film auch furchtbar vorhersehbar macht. Wen dies alles nicht stört bekommt eine solide Romantik-Komödie, die nett unterhält, aber sicher kein Kribbeln versprüht.

Fazit: Nette, routinierte Romantik-Komödie nach bekanntem Schema.

Rating:

★★★★★☆☆☆☆☆

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