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Osterspaziergang

Am Donnerstag war ja die kleine Jassi da und zum Abendessen gab es selbst gemachtes chinesisches Allerlei aus dem Wok. Als besonderes Bonbon gab es ein paar Lychees darin, die ich dem Freund meiner Schwester als Shrimps verkauft hatte. Daher wollte er auch vorher nichts davon kosten, denn so etwas isst er nicht kalt. OK, ich sehe das anders, aber ich hatte ihn ja gekonnt in die Irre geführt. Den Saft der Lychees hatte ich – clever wie ich nun mal bin – aufgefangen und in ein großes Glas gefüllt. Für Jassi hatte das eher das Format eines Schnapsglases. Vielleicht sollte ich hier noch schnell erklären, was Lycheesaft für Jassi bedeutet. Der Film Zurück in die Zukunft sollte ja bekannt sein. So wie Marty McFly Plutonium für den Flux-Kompensator des DeLorean braucht, braucht Jassi Lycheesaft, um richtig auf Touren zu bekommen. Der Unterschied zwischen beiden ist, dass Jassi die 1.21 Gigawatt Leistung dann auch ohne Blitzschlag auf die Piste bringt.

Der Fahrer muss ein rücksichtsloser Killer gewesen sein, er nahm nicht mal den Fuß vom Gas.

So unter Strom und auch vom Essen etwas gestopft ging es zum Osterspaziergang durch die malerischen Bokeloh Hills. Als wir da so lang schlenderten muss sie irgendetwas auf der Straße entdeckt haben. Sie hüpfte ebenso schnell wie aufgeregt auf die Straße. Ich vermutete dort zunächst einen größeren Geldschein, aber dann sah ich, dass es sich beim Objekt der Begierde um eine kleine, hilflose Kröte handelte. So gaben wir dem kleinen Ding Geleitschutz bis in die sicheren Gefilde abseits des Bokeloher Traffics. Wir gingen nicht weit und kehrten dann auch um, wo wir dann den Rest der Krötenfamilie trafen. Jede musste aufgesammelt und sicher am Sammelplatz abgesetzt werden. So gingen wir 50 m vor, sammelten eine Kröte auf und kehrten die 50 m zurück, um das arme Geschöpf vor dem sicheren Tod auf den viel befahrenen Straßen zu retten. Mit jedem Gang schafften wir 10 Meter mehr des Weges.

Fast zu Hause angekommen und schon sechs Mal zumindest moralisch mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet, wurde es dann noch richtig dramatisch. Eine Kröte hüpfte locker und ahnungslos durch die rechte Spurrille des einkommenden Fahrstreifens. In greifbarer Nähe befand sich bereits der sich schnell nähernde PKW, der sich auf Kollisionskurs mit der armen Kröte befand. Es war eigentlich aussichtslos, doch Jassi sprang in Richtung Kröte, nahm sie geschickt in eine Klammerhaltung auf und rollte sich seitlich aus der drohenden Katastrophe. Der Fahrer muss ein rücksichtsloser Killer gewesen sein, er nahm nicht mal den Fuß vom Gas. Die Kröte wurde sicher und sanft in unserem Garten hier abgesetzt. Der schon leicht genervte Hund, der das Hin- und Herlaufen nicht so gut verträgt, war dann froh, auf dem Sofa Platz nehmen zu dürfen.

Fazit: Wir haben kein Heilmittel gegen Krebs gefunden, aber sieben verzweifelte Leben gerettet und den Fortbestand einer stark bedrohten Lebensform gesichert.

Ein Kommentar zu “Osterspaziergang

  1. Und in keiner Kröte war ein Prinz versteckt? Auch nicht mehr das was es früher mal war.

    Aber immer hin ist es jetzt dokumentiert, dass Lycheesaft der Raketentreibstoff ist, der „Jassi’s“ Nachbrenner freischaltet.

    „Push the Button“ *lol*

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