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Spanglish

Spanglish

Nachdem ich den Trailer zu Spanglish gesehen hatte, verschwand der Film in einer Schublade. Ich war der Meinung, dass mir der Trailer bereits alles gesagt hatte, was ich über den Film wissen muss. Ich merkte mir zwar, dass ich den Film gerne sehen würde, aber hatte da noch keine Ahnung, dass mich etwas anderes erwarten würde, als eine nette Romantik-Komödie, denn danach sah es im Trailer für mich aus. Aber wenn James L. Brooks die Finger im Spiel hat, dann kann man auch etwas Tiefgründigeres erwarten, wie er es zuletzt in Besser geht’s nicht mit den brillanten Jack Nicholson und Hellen Hunt gezeigt hat.

Die bildhübsche Flor (Paz Vega) verlässt mit ihrer kleinen Tochter ihr Heimatland Mexiko, nachdem ihr Mann sie verlassen hat. Eine neue, bessere Zukunft erhofft sie sich in Los Angeles aufbauen zu können. Nach diversen Gelegenheitsjobs heuert sie bei John (Adam Sandler) und Deborah Clasky (Tea Leoni) als Babysitterin und Haushälterin an. Der Job ist für sie nicht einfach, da sie nur spanisch spricht, was die Hausherren aber nicht können. Die kriselnde Ehe der Claskys macht die Situation auch nicht einfacher. John ist der liebevolle Vater aus dem Bilderbuch, der sich gerne in seinen Job als Starkoch flüchtet. Seine Frau Deborah ist neurotisch und weiß nichts Sinnvolles mit ihrer vielen Zeit anzufangen. Zum großen Konflikt kommt es dann, als Flor Angst bekommt, ihre Tochter Christina (Shelbie Bruce) an Mama Clasky zu verlieren. Denn Christina, gerade in der Pubertät angekommen, zeigt sich vom extravaganten Lebensstil der Familie extrem imponiert.

Das liegt an der glänzen Mimik dieser reizenden Person.

Während die erste Hälfte von Spanglish noch eher belanglos-nett vor sich hinplätschert, nimmt die zweite Hälfte dann Fahrt auf. Die Handlung gliedert sich hier in zwei Stränge. Auf der einen Seite haben wir die sich langsam aufbauende Romanze zwischen John Clasky und Flor, auf der anderen Seite die Probleme zwischen Flor und der eigenen Tochter. Und im Gegensatz zu vielen anderen Filmen interessiert man sich hier wirklich für die einzelnen Schicksale, da die Figuren in der ersten Hälfte sehr schon vorgestellt und eingeführt werden. Letztlich konnte ich für alle Personen ein Stück weit Verständnis aufbringen, selbst für die sehr abgedrehte Deborah.

Der Film kommt zeitweise ohne Untertitel oder Übersetzungen aus dem Spanischen aus. Obwohl ich kein Spanisch kann, war mit in der meisten Szenen glasklar, was Flor versucht zu sagen. Das liegt an der glänzen Mimik dieser reizenden Person. Genial zum Beispiel die Szene, in der Flor auf Spanisch ihrem Unmut freien Lauf lässt und die Tochter nicht nur dolmetscht, sondern wie ein Schatten ihrer Mutter alle Bewegungen zeitversetzt nachspielt. Überhaupt passen diese beiden Figuren hervorragend zueinander. Genauso wie auf der anderen Seite Tea Leoni und ihre alkoholkranke Mutter im Film, die sowieso so etwas wie der heimliche Star des Films ist.

Meine Bedenken in Sachen Adam Sandler haben sich nicht bestätigt, er hält sich schön zurück und überzeugte mich auch in der Rolle, ebenso wie Tea Leoni, die uns den tollsten Orgasmus seit Harry & Sally beschert. Spanglish schafft über weite Strecken den schwierigen Spagat zwischen Komödie und Drama, ohne zu sehr in das eine oder andere Lage zu schwanken. Der Wortwitz reicht nicht ganz an die Qualität von Besser geht’s nicht heran, weiß aber zu unterhalten. Und es war am Ende sehr schön zu sehen, dass Mr. Brooks eine schönes Ende gefunden hat, dass gekonnt die beiden Handlungsstränge zusammen führt und beendet. Mit einem netten, herzlichen Danke an die Person, die man gerne mal vergisst, die eigene Mutter.

Fazit: Spanglish ist eine Sprache, die man ganz klar versteht, wenn man sich diesen Film anschaut.

Rating:

★★★★★★☆☆☆☆

Ein Kommentar zu “Spanglish

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