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Hostage

Hostage

Bruce Willis ist wieder da. Er war ja eigentlich nicht wirklich weg, nur für Actionfans hat er lange nichts mehr im Angebot gehabt, was seiner Karriere nicht unbedingt zuträglich war. Diese Phase musste ja auch Silvester Stallone schmerzlich erleben und irgendwann kommt offenbar der Punkt, wo man sich auf seine alten Tugenden besinnen muss, und wieder dahin zurückgeht, wo die größten Erfolge lagen. Für Willis wird das nächste Jahr Stirb Langsam 4 sein, inzwischen wird die Zeit mit Hostage totgeschlagen. Ein Film, der sich unverhohlen bei Stirb Langsam, Verhandlungssache und auch ein wenig bei Panic Room bedient.

Nach einem schweren Missgeschick hat Verhandlungsführer Jeff Talley (Bruce Willis) den Job gewechselt und schiebt nun eine ruhige Kugel in einer noch ruhigeren Villengegend als Polizeichef. Drei jugendliche Kleinkriminelle wollen einen Wagen klauen, als die Situation eskaliert. Eine Polizistin wird erschossen und die drei nehmen eine Familie als Geisel. Sie sitzen in einer Supervilla am Stadtrand fest, die Polizei hat alles umstellt. So steht Talley also ungewollt wieder an der Front, doch die Situation ist vertrackter als zunächst angenommen. Eine Gruppe weiterer Krimineller braucht dringend einen Gegenstand aus der Villa und Talley wird brutal unter Druck gesetzt eben genau diesen Gegenstand zu besorgen.

Was den Film von absoluter Durchschnittskost abgrenzt ist ein exzellent aufgelegter Bruce Willis.

Der Film fängt eigentlich sehr gut an, um dann ab dem Mittelteil immer schlechter zu werden. Das bedeutet nicht, dass der Film nicht gut wäre, das zunächst hohe Niveau kann aber leider nicht gehalten werden. Nach dem grandiosen Vorspann erfahren wir, wie Talley zu dem wurde, was er heute ist. Auch die Einführung der weiteren Charaktere und der Aufbau des gesamten Dilemmas ist geschickt gemacht und durchaus spannend. Danach folgt aber die für dieses Genre gewohnte Kost inklusive aller Klischees. Bei den drei Entführern ist natürlich einer eher in die Situation reingerutscht, ein anderer chronisch überfordert und der dritte im Bunde ist der brutale Psychopath. Die armen Geiseln wachsen in der Not über sich hinaus und letztlich ist nichts so, wie es eigentlich scheint.

Was den Film von absoluter Durchschnittskost abgrenzt ist ein exzellent aufgelegter Bruce Willis. Niemand kann die Rolle des abgehalfterten Bullen so überzeugend spielen wie er und er hat hier mehr als einmal Gelegenheit dafür sich auszuzeichnen. Ansonsten wird bei vielen guten Filmen abgeschaut, was sich dann teilweise in ein wenig Langeweile niederschlägt. Ein paar überraschende Wendungen täuschen darüber hinweg, der ähnlich angelegte Verhandlungssache hat aber deutlich mehr zu bieten. Das Ende war für meinen Geschmack dann auch leider eine totale Enttäuschung, auch wenn Bruce fast wieder der Alte war.

Fazit: Durchschnittliches Geiseldrama, der ohne Bruce Willis wohl in der Versenkung verschwunden wäre.

Rating:

★★★★★★☆☆☆☆

2 Kommentare zu “Hostage

  1. Hmmm, ich hätte den Film leicht besser gesehen, was aber daran liegen mag, dass ich Bruce-Fan bin und sehr froh, dass er endlich wieder die Rolle spielt die er am besten kann. Ansonsten gehe ich mit dem Artikel konform.

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