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Popcorn auf dem Index

Auch wenn das Jahr bald schon wieder rum ist, die Januar-Ausgabe der Jugendzeitschrift Popcorn wurde auf den Index für jugendgefährdende Schriften gesetzt. Dies bedeutet, dass die fünf noch nicht verkauften Hefte aus dem Verkehr gezogen werden müssen. Stein des Anstoßens waren pornografische Bilder. Zu sehen war eine junge Dame, die in Leder gehüllt war. Hinter ihr stand ein Mann, der den Geschlechtsakt andeutete. Wer sich nicht mehr richtig erinnert, die Popcorn war so etwas wie die kleine Schwester der Bravo, nur halt mit größeren Rätselanteil in der Mitte. Das macht sie für mich heute vielleicht interessanter, damals störte mich vor allem der verklemmte Aufklärungsteil, da war die Bravo um Längen besser bestückt (welch Wortspiel).

Ausgelöst wurde die Indizierung letztlich durch eine aufgebrachte Kioskverkäuferin aus dem verschlafenen Paderborn, einer kleinen nordrheinwestfälischen Stadt, wo sich Fuchs und Hase noch liebevoll Gute Nacht sagen. Die Sado-Maso-Spiele im Springer-Heftchen empörten die Dame zutiefst. Dass mittlerweile jedes Schulkind – auch in Paderborn – bereits seine Ausgabe hat, spielt dabei eine untergeordnete Rolle, man will ja letztlich nur den Verlag disziplinieren. Bei der ganzen Aktion hat meiner bescheidenen Meinung nach höchstens die Stadt Paderborn einen kleinen Imageschaden erhalten. Falls ich da mal zu Gast bin, werde ich sicherheitshalber lange Hosen und ein zugeknöpftes Hemd anziehen. Nicht, dass man da noch geteert und gefedert wird.

2 Kommentare zu “Popcorn auf dem Index

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