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Die Tiefseetaucher (The Life Aquatic)

Die Tiefseetaucher (The Life Aquatic with Steve Zissou)

Wes Anderson gehört zu den Regisseuren in Hollywood, die sich nicht den angesagten Vorgaben unterwerfen. Er ist vor allem eines: Anders als all die anderen. Seine Filme sind skurril, liebevoll und mit einem Hang zu besonders schrägen Figuren. Seine Filme sind überaus gut besetzt, was ebenfalls viel ausmacht vom besonderen Charme Andersons. Dies war schon in Rushmore und Royal Tenenbaums so und dies ist nun auch in Die Tiefseetaucher nicht anders, einer schönen Parodie auf den legendären Ozeanographen Jacques Cousteau.

Steve Zissou (Bill Murray) ist so etwas wie der Fran Beckenbauer der Ozeanographen, niemand kennt sich unter Wasser besser aus, als er selbst. Als er seinen neuen Film vorstellt, kündigt er die neueste Operation von Team Zissou an. Er will den ominösen Jaguar-Hai finden und erlegen, der seinen besten Freund und langjährigen Partner gefressen hat. Neu an Bord ist bei dieser Operation Ned (Owen Wilson), der der verschollene Sohn von Steve ist. Beobachtet wird alles von der schangeren Reporterin (Cate Blanchett). Zum Team gehören noch Klaus Daimler (Willem Dafoe), Steves Ehefrau (Anjelica Huston) sowie Pele (Seu Jorge), der David-Bowie-Klassiker auf Portugiesisch zum Besten gibt. Aber auch auf dieser Operation, bei der es für Steve um die Existenz geht, läuft viel schief. Im Rücken sitzt ihnen der schwule Widersacher Alistair Hennessey (Jeff Goldblum), eine Bande Piraten und die Crew steht irgendwann kurz vor der Meuterei auf der Belafonte.

Wie immer brillant ist natürlich die Besetzung.

Die Tiefseetaucher hat es mir sehr schwer gemacht. Ich habe mich zeitweilig super unterhalten gefühlt, in einigen Passagen war mir aber schlichtweg langweilig. Auf jeden Fall ist es Wes Anderson wieder Mal gelungen, etwas Besonderes in die Kinos zu bringen. Der ganze Look des Films ist derart trashig, dass allein dies zum Brüllen komisch ist. Man muss einfach die vielen Pappmaché-Kulissen gesehen haben oder das deutlich als Kulisse erkennbare Innere des Forschungsschiffs Belafonte. Das alles vermittelt irgendwie den Charme eines Klassikers aus den 60er Jahren. Anderson spielt sehr gerne mit intensiven Farben, neonpink-farbene Fischschwärme, der sehr merkwürdige aussehende Monster-Hai und das knall-gelbe UBoot stehen nur stellvertretend dafür. Die hellblauen Anzüge und roten Mützen des Team Zissou sind dann allerdings eher eine Aufwartung an den Altmeister Cousteau.

Wie immer brillant ist natürlich die Besetzung. Die Rolle des Steve Zissou ist Bill Murray auf den Leib geschrieben. Ein Mann, der ein wenig in der Midlife-Crisis steckt und diese Art bissigen Humor verbreitet, das ist eben eine Aufgabe für Murray. Daneben sehen wir weitere Hollywood-Altstars, die diese skurrilen Typen super mit Leben füllen. Allein Willem Dafoe als schwäbelnder Zeitgenosse ließ mich regelmäßig lachen. So hat man eine Menge Spaß, während man diese Abenteuerreise begleitet. Auf der anderen Seite ist der Film durch sein bemühtes anders sein wollen auch irgendwie anstrengend, zumal es immer mal wieder etwas Leerlauf gibt.

Fazit: Liebevolle Parodie auf Altmeister Cousteau, die viel Witz und Charme versprüht und bewusst eigenwillig ist.

Rating:

★★★★★★☆☆☆☆

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