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Boogeyman

Boogeyman

Wer hat Angst vorm schwarzen Mann? Niemand! Und wenn er kommt? Dann laufen wir! Ich bin nicht gelaufen, ich habe tapfer bis zum bitteren Ende durchgehalten und den Boogeyman gesehen, dem amerikanischen Äquivalent zum viel beschworenen bösen schwarzen Mann. Boogeyman ist ein weiteres Puzzlestück der momentanen Horrorwelle, die aus Hollywood nach Deutschland schwappt und – so viel sei schon mal verraten – er gehört leider nicht zur besseren Sorte.

Tim Jensen (Barry Watson) ist ein erfolgreicher Redakteur und hat an seiner Seite eine hübsche Freundin (Tory Mussett). Er wird aber immer noch verfolgt von den Ängsten aus seiner Kindheit. Als er acht Jahre alt war, musste Tim mit ansehen, wie sein Vater vom Boogeyman geholt wurde. Dabei dachte er, es wäre alles nur Einbildung gewesen, da niemand ihm glaubt, nicht mal die eigene Mutter. Als seine Mutter stirbt, begibt er sich wieder in das Haus, in dem er aufgewachsen ist. Einerseits aus Schuldgefühl, weil er nicht bei seiner Mutter war, aber auch um seine Ängste von einst zu überwinden. Er trifft seine alte Freundin Kate (Emily Deschanel) wieder und trifft ein seltsames Mädchen (Skye McCole Bartusiak), die als einzige Tim zu glauben scheint.

Zu Beginn hat der Film wirklich Potenzial, was aber leider im weiteren Verlauf konsequent verschenkt wird.

Das große Plus von Boogeyman ist, dass man das eigentlich Böse, den Boogeyman, nur extrem selten zu Gesicht bekommt. Das große Minus ist, dass das Gleiche für die Story und die Charaktere gilt. Um mich in Angst und Schrecken zu versetzen, muss ich einen Bezug zu den Figuren im Film haben, dies fehlte hier völlig. Mir war es total egal, ob der Boogeyman den Tim nun holt oder nicht. Gleiches gilt für seine Freundinnen oder noch mehr für andere Akteure, die immer mal wieder eingestreut wurden.

Boogeyman lebt zu einem großen Teil von seinen Toneffekten. Türen knarren, der Holzboden quietscht und man hört laufend unangenehme Geräusche. Unterstützt wird dies noch von schnellen Schnitten in diesen Momenten, bei denen man sich schon erschrecken kann. Das sind die Momente, wo der Film auch als Schocker funktioniert, das ist für 90 Minuten spannende Unterhaltung und nichts anderes erwarte ich von einem Horror-Thriller einfach viel zu wenig.

Ich erwarte von so einem Film keine durchdachte oder mehrschichtige Story, aber Boogeyman wird zum Ende so konfus und verzettelt sich einfach in vielen Sprüngen und das Ende funktioniert so überhaupt gar nicht. Da scheint es mir dann einfach, dass zum Ende einfach die Luft raus war und man auch nicht mehr richtig Lust hatte. Zu Beginn hat der Film wirklich Potenzial, was aber leider im weiteren Verlauf konsequent verschenkt wird. So kann man das Ganze auf die Formel reduzieren, dass man nach den ersten 15 Minuten alles wichtige gesehen hat und danach nur munter weiter bei sich selbst geklaut wird.

Fazit: Horror-Stoff ohne Substanz mit gruseligen Geräuschen und hektischen Schnitten. Dazwischen wird viel überlegt, ob man eine Tür nun aufmacht oder besser nicht.

Rating:

★★★☆☆☆☆☆☆☆

2 Kommentare zu “Boogeyman

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