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Das waren die Oscars 2005

Es ist Montagmittag und ich stehe ein wenig neben mir. Hinter mir liegt die Oscar-Nacht, die ich bis zum Ende live mitverfolgt habe. Es war keine große Show, keine Dankesreden über die man noch in Jahren sprechen wird und Moderator Chris Rock hat seine Sache zwar ordentlich, aber auch nicht besonders herausragend erledigt. Eine Liste der Gewinner gibt es hier oder alternativ hier, sehr ausführliche Berichterstattung gibt es wie üblich bei Anke.

Bei meinen gestrigen Tipps lag ich nur bedingt richtig. Immerhin ist mehr als die Hälfte meiner Tipps aufgegangen, wenn ich es auf die wichtigen Kategorien beschränke wird die Quote der richtigen Vorhersagen sogar extrem hoch. Bei den Kurzfilmen und Dokus konnte ich nur raten, da ich die meisten davon einfach nicht gesehen hatte. Ich hätte aber wirklich nicht damit gerechnet, dass Million Dollar Baby als bester Film ausgezeichnet wird. Aber ich denke, dass mir der Film auch besser gefallen wird als Aviator. Nennen wir es einfach männliche Intuition.

Und ich finde es schade, dass man Leute die Nominierungen vortragen lässt, die offenbar keine Lust haben oder nicht dazu geeignet sind.

Kommen wir zu den Sachen, die mir aufgefallen sind. Die aufregendste Person des Abends war ganz klar Salma Hayek, die einfach traumhaft aussah in ihrem blauen Kleid. Wenn ich mich mal in die Damenwelt versetzen würde ich hier vermutlich Clive Owen nennen und auf gar keinen Fall von Orlando Bloom. Am schlechtesten ausgesehen hat meiner Meinung nach bei den Frauen Laura Linney, die ihren Friseur verklagen sollte. Wobei sie es wirklich schwer hatte, denn Gwyneth Paltrow gab sich bei der Klamottenwahl sichtlich Mühe, hier auch genannt werden zu wollen. Bei den Männern gab es weniger Ausfälle, hier fällt mir vielleicht der Sänger der Counting Crows ein oder das Outfit von Spike Lee.

Bei den Reden ist mit wieder – wie auch schon bei den Golden Globes – Jamie Foxx im Gedächtnis geblieben, auch wenn er langsam routinierter wird. Das Danke an seine Tochter und die Story zu seiner Oma, ja schon ein wenig rührend das Ganze. Charlie Kaufman war sehr lustig, Clint erbarmungslos (hach, Wortspiel) cool und ganz ehrlich… ich hätte gerne Martin Scorseses Dankesrede gehört. Aber die konnte er sich zum sechsten Mal inzwischen sparen. Schade drum. Ein Extralob an den Autoren des besten Songs aus Motorcycle Diaries, der die Dankesrede auf Spanisch gesungen hat, sehr schön und auch sehr überraschend das Ganze.

Und ich finde es schade, dass man Leute die Nominierungen vortragen lässt, die offenbar keine Lust haben oder nicht dazu geeignet sind. Prince schien gedanklich auf einem anderen Planeten zu sein, Sean Penn (den ich als Schauspieler gerne sehe) nuschelte sich seine Worte zu Recht. Wie man es sehr viel besser machen kann zeigten Robin Williams (grandios) oder Annette Benning sowie Samuel L Jackson, die wenigstens extrem souverän wirkten.

Pro Sieben hat mich wieder mit den vielen Oscar-Jingles genervt, genauso wie das Oscar-Orchester, das Leute teilweise bei der Rede von der Bühne spielte. Die Überraschungen des Abends sicherlich den Oscar für den besten Film (Million Dollar Baby) und den besten Song (Motorcycle Diaries). Größte Ungerechtigkeit, sofern man dies sagen kann, sicherlich wieder die Nichtberücksichtigung von Martin Scorsese. Traurig, dass so ein großer Regisseur noch ohne Oscar ist.

Ich habe gerade noch entdeckt, dass ja auch andere getippt bzw. geraten haben. Olaf und Linny gehen leider komplett leer aus. Macht euch nicht draus ihr beiden, ihr dürft mich weiter duzen. Spannender war dann schon das Duell mit Miss Moneypenny, die sich wacker geschlagen hat. Bis zuletzt war es ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Ausschlaggebend war die vorletzte Kategorie, das Original-Drehbuch. Miss Moneypenny tippte auf Vera Drake (den ich sehr gerne gesehen hätte) und ich auf Eternal Sunshine of the Spotless Mind (den ich angefangen hatte, aber nicht zu Ende gesehen habe). So geht der Sieg auf der Zielgeraden doch noch an mich mit 13:12. Eine Oscar-reife Dankesrede spare ich mir nun aber.

3 Kommentare zu “Das waren die Oscars 2005

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