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Beyond the Sea

Beyond the Sea

Kevin Spacey ist für mich ein Schauspieler, den ich nicht nur sehr gerne sehe, ich halte ihn auch für einen der besten Darsteller in ganz Hollywood. Für Spacey war es ein lang gehegter Wunsch, das Leben des Entertainer Bobby Darin für die Leinwand zu adaptieren. Mit Beyond the Sea hat sich Spacey diesen Wunsch erfüllt und neben der Rolle des Hauptdarstellers setzter er sich auch gleich auf den Regiestuhl. Interessant dabei ist, dass er Bobby Darin nicht nur relativ ähnlich sieht, er singt im Film auch alle Stücke selbst und manchmal fragt man sich schon, wer von beiden wohl der bessere Sänger ist.

Ich habe mich zunächst gefragt, wer eigentlich Bobby Darin ist. Biographien werden meist über sehr interessante Personen gedreht, die richtig berühmt waren oder sonst irgendwie ein interessantes Leben geführt haben. Auf Bobby Darin trifft dies alles nur bedingt zu. Als Walden Robert Cassotto geboren, erkrankte er frühzeitig an einem schweren Herzleiden. Die Ärzte prognostizierten, dass er nicht älter als 15 Jahre werden würde. Er entschloss sich dennoch dazu, Musiker zu werden. Mit einer Kommerznummer schaffte er den ersten Hit, legte sich dann aber entgegen der Meinung des Mamagements auf Nachtclubauftritte und die dazu passende Musik fest. Er wollte den großen Sinatra übertreffen. Als er seine ersten Filme drehte, lernte er die reizende Sandra Dee kennen und heiratete die junge Frau. Bis hierhin der Traum einer jeden Person, die im Showbusiness Fuß fassen will.

Ohne Zweifel ist Spacey erfolgreicher als es Darin je gewesen ist.

Danach lief es schlechter, die Hits blieben aus, das Paar sah sich immer seltener und für Bobby lüftete sich ein Geheimnis, das wohl besser für immer vor ihm geheim gehalten worden wäre. Und in dem Moment, als ihn alle abgeschrieben hatten, kam er aus der Versenkung zurück, ließ sich von den ersten Misserfolgen nicht aufhalten und trat dort wieder auf, wo alles begann. In einem Nachtclub in Las Vegas. Denn, so Bobby, die Leute hören das, was sie sehen. Bobby Darin starb im Alter von 37 Jahren nach einer Herzoperation und hatte 38 Chart-Hits, darunter Splish Splash, Mack the Knife, Dream Lover und Beyond the Sea.

Wenn man sich das Leben des Bobby Darin so anschaut, dann kann man sich kaum vorstellen, dies in einem interessanten Film verpackt serviert zu bekommen. Ich denke, Kevin Spacey war deshalb so fasziniert von dieser Person, weil sich seine Lebensgeschichte mit der von Bobby Darin ein wenig überschneidet. Ohne Zweifel ist Spacey erfolgreicher als es Darin je gewesen ist. Aber auch Spacey wurde oft falsch verstanden, hatte Misserfolge und wurde von der Presse oft durch den Kakao gezogen. Das einzige Manko an Spacey ist hier, dass er eigentlich zu alt für Darin ist, was im Film aber kaum stört. Als Sänger ist er dafür umso grandioser.

Die Lebensgeschichte erzählt uns Spacey quasi als Film im Film. Darin dreht in Beyond the Sea seine eigene Lebensgeschichte und kehrt zu den verschiedensten Abschnitten in seinem Leben zurück und lässt und liebevoll daran teilhaben. Er diskutiert mit seinem jüngeren Ich über sein Leben und was er alles falsch und richtig gemacht hat. Dabei werden immer wieder Hits von Darin eingespielt und teilweise schafft der Film den Spagat zum Musical. Und obwohl ich eigentlich mit Swing nicht unbedingt viel anfangen kann, hat mich der Film von der ersten bis zur letzten Minute eingenommen und mich mit dem Fuß zum Takt der Musik wippen lassen.

Spacey erzählt die Geschichte, ohne zu sentimental zu werden, selbst als es zum Ende hin Grund dazu gegeben hätte. Der Film ist witzig, unterhaltsam, positiv und zeigte mir sehr interessant, wer Bobby Darin war und was ihn ausgezeichnet hat. Und ich denke, dass man einem Regisseur kaum ein größeres Kompliment machen kann für eine Biographie. Der Film ist sicher keine genaue Dokumentation, worauf am Ende auch hingewiesen wird. Spacey war selten besser und versprüht so viel Energie und Esprit, dass es eine Freude ist, ihm zuzuschauen. Auch die Nebenrollen sind glänzend besetzt. Kate Bosworth als naiv-doofe Sandra Dee, John Goodman als Selfmade-Manager und Bob Hoskins als väterlicher Freund, besser kann man kaum besetzen. Auch die Ausstattung ist über jeden Zweifel erhaben, das fängt bei den zeitgemäßen Kostümen an und endet bei den verrauchten Nachtclubs. Ein Jammer, dass so eine Perle in den deutschen Kinos so untergeht und ein Schattendasein tristen muss. Ich höre jetzt noch mal den Soundtrack und beknie alle die ich kenne, den Film unbedingt anzusehen.

Fazit: Liebevolle Biographie über einen großen US-Entertainer mit/von einem überragenden Kevin Spacey mit Guter-Laune-Atmosphäre.

Rating:

★★★★★★★★☆☆

Ein Kommentar zu “Beyond the Sea

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