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Constantine

Constantine

Ich frage mich inzwischen, wie viele Comichelden wir uns noch auf der großen Leinwand ansehen müssen. Aber noch mehr würde mich interessieren, warum ich immer wieder auf die pompösen Trailer reinfalle. Zugegeben, bei Constantine interessierte mich die düstere Story und der Trailer sah wirklich viel versprechend aus. Ich hätte es besser wissen müssen. Es war bei Hellboy nämlich schon genau so. Constantine basiert auf den Comics der Hellblazer-Reihe, die in den USA unter dem Label Vertigo erscheinen. Vertigo gehört zu DC Comics, von denen auch Superman und Batman stammen.

John Constantine (Keanu Reeves) ist mehrfach gestraft. Erstens ist er tödlich erkrankt und zweitens hat er Angst davor, in der Hölle schmoren zu müssen. Daher widmet er sein Leben dem Kampf gegen die Brut aus Himmel und Hölle, die sich nicht an die üblichen Regeln halten und so das Gleichgewicht auf der Erde durcheinander bringen. Die hübsche Ermittlerin Angela Dodson (Rachel Weisz) ermittelt im Selbstmord ihrer Schwester. Sie vermutet, dass mehr dahinter steckt, da ihre Schwester ebenfalls Dämonen sehen konnte. So arbeitet sie mit Constantine zusammen, um den Dingen auf den Grund zu gehen.

Und so plätschert der Film dann von einem Effekt zum nächsten, es gibt den unvermeidlichen Showdown und alle sind happy.

John Constantine ist so etwas wie der James Bond der Dämonenjäger. Er ist runtergekommen, zynisch und hat immer einen coolen Spruch parat. Für die Fangemeinde des Comics muss es ein ziemlicher Schock gewesen sein, als Keanu Reeves für die Hauptrolle auserkoren wurde. Eigentlich ist John Constantine nämlich Trenchcoat tragender Engländer. Das mal beiseite lassend sind wir auch schon bei den Vorzügen des Films, der exzellenten Vorlage. Daraus hätte man so viel machen können, wenn man sich etwas mehr Mühe gegeben hätte. Stattdessen bemüht man sich dem großen Warner-Bruder Matrix nachzueifern. Hier ein wenig grüner Stich, coole Anzüge und obendrein Keanu Reeves. Fast hätte es geklappt.

Stark ist der Film immer dann, wenn John so sein darf, wie in den Comics. Wenn sich John darüber aufregt, dass der neutrale Midnite „Schweiz spielt“, weil er sich nicht in den Kampf zwischen Himmel und Hölle einmischen will. Die Effekte sind größtenteils – die Hölle mal ausgenommen – wirklich nett anzusehen. Ebenfalls gut gefallen haben mir Luzifer und Gabriel. Beide sorgen für einen unterhaltsamen Kampf zwischen Gut und Böse. Was aber so gar nicht geht ist die Tatsache, dass ein roter Faden fehlt. Zunächst wird der Speer des Schicksals als so wichtig angesprochen, um sich dann in der Unwichtigkeit zu verlieren. Und so plätschert der Film dann von einem Effekt zum nächsten, es gibt den unvermeidlichen Showdown und alle sind happy. Ausgenommen ich selbst, denn irgendwie war das weder Fisch noch Fleisch.

Fazit: Mainstream-Comic-Adaption mit Witz und großenteils netten Effekten.

Rating:

★★★★★☆☆☆☆☆

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