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Zu gut, um wahr zu sein

Ich kaufe gerne tagsüber ein, wenn normale Menschen ihrem Job nachgehen. Der große Vorteil dabei ist, dass dann eine für Single-Männer sehr interessante Spezies in den Supermärkten anzutreffen ist: Junge Mütter. Wenn man darüber hinwegsehen kann, dass sie meist den plärrenden Nachwuchs bei sich haben, gibt es kaum etwas Schärferes. Als ich den Kühltresen links hinter mir gelassen hatte, war der Hormonspiegel für heute auch schon gehörig durcheinander geraten und ich konnte den Heimweg antreten.

Sie hatte lange blonde Haare, ein süßes Gesicht und nicht zuletzt eine üppige, zum Rest passende Oberweite.

An einer viel befahrenen Kreuzung stand ich als erster an einer roten Ampel, als sich von rechts eine Frau oder vielleicht sollte ich besser sagen die Fleisch gewordene Wollust näherte. Eine junge Joggerin, die ich sofort als Mutter meiner zukünftigen Kinder identifizierte. Man möge mir diese Oberflächlichkeit jetzt bitte entschuldigen, aber da ich diese joggende Frau nicht kenne, ist es wohl in Ordnung. Mein Blick hatte in dem Moment etwas von Arnold Schwarzenegger in Terminator. Kleine Fadenkreuze musterten den gesamten Körper.

Sportlich-schlanker Gesamteindruck. Ebenso lange wie grazile Beine die an einem runden, knackigen Hintern endeten. Darüber zeichnete sich ein makelloser Körper ab. Sie hatte lange blonde Haare, ein süßes Gesicht und nicht zuletzt eine üppige, zum Rest passende Oberweite. Als ich gedanklich die Flitterwochen buchte und auf Seite 243 des Kamasutra angekommen war, beendeten sich alle meine Träume schlagartig. Sie drehte sich Richtung andere Straßenseite um und rotzte wie ein Lama auf die Straße. „Was war das?“ schoss es mir durch den Kopf. Wie kann sich dieses von Gott meisterhaft geschaffene Wesen benehmen wie eine Mischung aus Lothar Matthäus und Oliver Kahn?

Ich schlug die Hände über den Kopf zusammen und überlegte, ob dies nicht ein Grund zum Weinen wäre, als ich hinter mir das Hupkonzert registrierte. Warum zeigen die mir alle einen Vogel? Die spinnen doch alle! Die Ampel ist schließlich rot. Oder war sie gar schon wieder rot? Manchmal kann ein Augeblick offenbar doch ganz schön lang sein.

3 Kommentare zu “Zu gut, um wahr zu sein

  1. Na super, du lichtest jedes belegte Brötchen mit deiner Handycam ab, aber statt deine treue Lesergemeinschaft hier, wo es wirklich interessant sein könnte, teilhaben zu lassen, bleiben alle Ampeln auf rot! Da zieh ich mir halt wieder Schillerstrasse rein, nachdem du mir von den Flachfilmen huete im Kino abgeraten hast.

  2. Sharbe, denken war da nicht möglich. Erinner dich mal zurück, als du noch jung warst. Obwohl, das wird ja auch wieder schwierig. Lass es mich so sagen, ich war so zittrig, ich hätte die Dame eh nicht getroffen.

  3. Du wirst dich nun Tag für Tag an diese Ampel stellen, bewaffnet mit einer guten Kamera und deine Sinne geschärft und vorbereitet für dieses eine Bild! Und eben WEIL ich mich erinner, wie es war als ich noch jung war, will ich diese Aufnahme sehen!

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