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Dritter Frühling

Meine Schwester meinte kürzlich, dass ich gerade den dritten Frühling erlebe. Irgendwie fand ich diese Beschreibung schon sehr lustig, wenn sie auch irgendwie impliziert, dass ich nicht mehr der Jüngste bin. Für ihre Verhältnisse war das aber eine durchaus charmante Umschreibung, insofern geht das schon in Ordnung. So habe ich gerade, wo das Wochenende schon fast wieder vorbei ist, endlich mal ein wenig Ruhe, was mir irgendwie aber auch nicht richtig gefällt. Ich glaube dieses Verhalten umschreibt man gerne mit „Hummeln im Hintern“.

Der Freitag gestaltete sich als feucht-fröhliches Beisammensein in einer örtlichen Diskothek und ich müsste jetzt lange überlegen, wann ich zuletzt so viel gelacht habe. Die Erkenntnis, wann ich zuletzt so viel getrunken hatte, kam mir deutlich schneller. Es muss zwei Wochen her gewesen sein. Allein meinen Schwipp-Schwager als eine Art John Travolta mit künstlichem Hüftgelenk zu sehen, trieb mir die Freudentränen in die Augen. Gottlob hatte ich nicht so viel getrunken, dass ich mich nicht mehr an den Abend erinnern kann, denn das wäre rückblickend sehr, sehr schade. Und Brötchen gab es am nächsten Morgen auch, vielleicht nur ein wenig zu früh für meinen Geschmack. Der Wecker zeigte zwar 9.30 Uhr an, aber es fühlte sich eher nach 5.30 Uhr an.

Am Samstag machte ich einer Geburtstagsfeier von einer Freundin meiner Schwester die Aufwartung. Nicht, dass ich etwas dagegen hätte, fast der einzige Kerl auf einer Feier zu sein. Aber die Gäste waren irgendwie so merkwürdig unterschiedlich. Da waren Menschen, mit denen ich mich nicht fünf Minuten unterhalten kann, ohne dass mich deren sprichwörtliche Dummheit aggressiv anspringt. Und es gab auch den leicht abgehobenen BWL-Studenten, der sich über den kulinarischen Fauxpas ausließ, Dosen-Kaffee zu konsumieren. Ich habe ja nichts dagegen, wenn sich Menschen gepflegt ausdrücken, nur sollte es dann nicht so wirken, als hätten sie zufällig ein Fremdwörterlexikon auf dem Klo gelesen. Aber egal, ich hatte meinen Spaß und das war die Hauptsache. Wird schon keiner gemerkt haben, warum ich die ganze Zeit lachen musste. Und es waren ja auch genug Leute da, die ich sehr gern mag. Highlight des Abends die sehr junge Freundin meiner Schwester, die eigentlich in die Runde sagen wollte, dass wir ja noch zu ihr fahren könnten. Dabei schaute sie mich aber (zufällig) an und ich meinte nur trocken, dass ich sie so forsch gar nicht kennen würde. Hach, war ihr das peinlich.

Wie kann man einen Sonntag besser verbringen?

Und heute ging es auch relativ früh los, denn im Kino war heute die monatliche Trailer-Show mit anschließender Filmposter-Versteigerung zu Gunsten eines örtlichen Tierheims. Danach noch lecker Essen gehen mit Freunden, wie kann man einen Sonntag besser verbringen? Nun geht’s aber auf das Sofa und noch ein bisschen entspannen vor dem Beginn einer anstrengenden Woche. Es folgt DVD-Schauen: Gegen die Wand und The Village. Dabei fällt mir ein, dass heute Nacht ja auch noch der Super Bowl übertragen wird. Also bitte nicht zu früh mit mir rechnen am Montag. Ich hoffe euer Wochenende war nur halb so gut wie meins, denn das wäre dann schon gut und ich gönne es euch, ehrlich.

Erkenntniss des Wochenendes:

  • ich bin nur dann kitzelig, wenn ich es will
  • Prosecco aus Flaschen mit Kronkorkenverschluss meiden
  • der Tank mit Selbstvertrauen ist berstend voll

Ein Kommentar zu “Dritter Frühling

  1. Schön endlich mal sowas hier bei dir zu lesen. Wird auch mal Zeit, dass es steil aufwärts bei dir geht und nicht zu vergleichen mit „Ein schöner Tag für Depressionen“

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