Skip to main content

Im Feuer (Ladder 49)

Im Feuer (Ladder 49)

Beim Terroranschlag am 11. September gab es neben vielen Toten und noch mehr Kummer auch einige wenige Helden. Dazu gehören sicherlich die amerikanischen Feuerwehrleute, die unter Einsatz ihres Lebens versuchten, zu retten was zu retten war. Schon damals war mir klar, dass dies ein gefundenes Fressen für Hollywood ist und so wundert es nicht, dass ziemlich genau drei Jahre nach der Katastrophe mit Im Feuer ein Heldenepos in die amerikanischen Kinos kam, dass den mutigen Männern ein Denkmal zu setzen versucht.

Man hört oft, dass man kurz vor dem eigenen Tode sein ganzes Leben noch mal vor dem geistigen Auge ablaufen sieht. Für Firefighter Jack Morrison (Joaquin Phoenix) scheint dieser Moment zu kommen. In einer gigantischen Feuerkatastrophe liegt er mehrere Stockwerke tief schwer verletzt und das Gebäude droht einzustürzen. In vielen Rückblenden sehen wir, wie er zur Feuerwehr kam, seine große Liebe kennen lernte, heiratete, Kinder bekam, viele Einsätze überstand und noch mehr Leben rettete. Und wir sahen auch die Schattenseiten seines Lebens wie verletzte und getötete Kollegen und Freunde. Während dieser Rückblenden versuchen Jacks Kameraden unter der Leitung von Captain Mike Kennedy (John Travolta) zum Verschütteten vorzudringen und ihn zu retten.

Wer mit Im Feuer ein Action-Epos erwartet, sollte dem Kino lieber gleich fern bleiben. Sicherlich gibt es viele Szenen, die auch Action und gigantische Feuer zeigen, sie sind aber eher schmückendes Beiwerk. Im Mittelpunkt der Story stehen die Charaktere und hierbei klar im Focus die Figur des Jack Morrison. Der Film zeigt uns einen Mann, der für seinen Job und seine Aufgabe lebt und dem alles andere unterordnet inklusiver der eigenen Familie. Schließlich rettet er Menschenleben und dafür hat dann sogar die treu sorgende Ehefrau Verständnis.

Der Film steigt mit der großen Katastrophe ein und steigert sich nicht wie viele ähnliche Filme über zwei Stunden bis dahin.

Und das ist auch genau der Punkt, der mich sauer aufstoßen lässt. Bei allem Verständnis für das Ziel von Regisseur Jay Russell, der Film ist einfach zu glatt und Jack Morrison zu gut, um echt zu wirken. Es geht um Werte wie Mut, Ehre, Hilfsbereitschaft und die totale Aufopferung für den Job bis hin zur Selbstaufgabe. Und das macht den Film auch über weiter Strecken sehr vorhersehbar und dadurch auch ein Stück langweilig. Jack erinnerte mich die ganze Zeit ein wenig an Superman. Im privaten Leben wirkte er auf mich wie eine leicht grenzdebile Version von Clark Kent, sobald er seinen Feuerwehrdress überstreift aber wie der Stählerne, den nichts erschüttern kann.

Wenn man damit allerdings leben kann, hat Im Feuer aber auch durchaus gute Seiten. Die Erzählweise mit den vielen Rückblenden hat mir sehr gut gefallen. Der Film steigt mit der großen Katastrophe ein und steigert sich nicht wie viele ähnliche Filme über zwei Stunden bis dahin. Auch wenn die Nebendarsteller eigentlich nur Stichwortgeber und wenig ausgearbeitet sind, sie passen gut in den Film. Besonders gefallen haben mir Jacinda Barrett als Ehefrau, John Travolta als Captain sowie Robert Patrick als Firefighter Lenny. Regisseur Russel gab sich sichtlich Mühe eine menschliche Geschichte zu erzählen. Schade ist dann nur, dass er zum Ende des Films mit sehr viel Pathos in Richtung Kitsch abdriftet.

Fazit: Menschliches Drama, dass den Feuerwehrleuten von Ground Zero mit viel Pathos ein Denkmal setzt.

Rating:

★★★★★★☆☆☆☆

Ein Kommentar zu “Im Feuer (Ladder 49)

Kommentar verfassen